Simmerath - Gemeinschaftsschule: Simmerath sieht das bessere Raumkonzept

Gemeinschaftsschule: Simmerath sieht das bessere Raumkonzept

Von: P. St.
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Von den Raumkapazitäten her sieht der Simmerather Schulausschuss in der Hauptschule Simmerath „ein den schulischen Belangen für eine Gemeinschaftsschule voll entsprechendes Gebäude.” Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Nicht gut zu sprechen war der Schulausschuss der Gemeinde Simmerath in seiner Sondersitzung auf das bisherige Vorgehen Nachbarkommunen Monschau beim Projekt Gemeinschaftsschule für die Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath. Die Diskussion über die Standortfrage hat inzwischen tiefe politische Gräben aufgerissen.

Zur Beruhigung trug da auch nicht eine noch kurz vor der Sitzung geführte Korrespondenz der beiden Verwaltungsspitzen bei. Die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter hatte darin noch einmal betont, dass für eine Gemeinschaftsschule ein alleiniger Standort an der Elwin Christoffel-Realschule (ECR) Monschau favorisiert werde. Die Gemeinde Simmerath sei aber mit ihrer Hauptschule eingeladen, sich ebenfalls am Schulversuch der Gemeinschaftsschule zu beteiligen.

An Deutlichkeit nichts vermissen ließ dann auch der Beschluss des Simmerather Schulausschusses, der weiterhin an zwei Standorten für eine Gemeinschaftsschule festhalten möchte. Man sei bereit einer Kompromisslösung zuzustimmen, wenn zumindest alle Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 aus Monschau, Roetgen und Simmerath komplett in Simmerath beschult würden, wurde bei einer Gegenstimme (Gisela-Kampshoff-Enderle/Grüne) beschlossen. Sollte das Ergebnis der Elternbefragung keinen Schulstandort Simmerath ergeben, werde man dieses Ergebnis akzeptieren, aber zugleich auch von einer Trägerschaft der Gemeinschaftsschule in Monschau absehen, hieß es weiter im Beschluss.

Aufhorchen ließ in der Sitzung, der auch einige Ratsvertreter aus Monschau beiwohnten, ein Leitfaden des NRW-Schulministeriums, der, so Josef Mohren (CDU), „ bisher übersehen worden ist.” Darin heißt es, dass es in Zeiten rückläufiger Schülerzahlen kaum vertretbar sei, „auf der einen Seite neuen Schulraum zu bauen, während andernorts qualitativ gute Schulgebäude leer stehen.”

Daraus folgerte der Schulausschuss, dass zum Beginn des Schulversuchs im Schuljahr 2012/13 mit der Gemeinschaftshauptschule Simmerath ein den Belangen einer Gemeinschaftsschule „voll entsprechendes Gebäude” zur Verfügung stehe. Im Hinblick auf die Schülerzahlen (die überwiegende Zahl der zu erwartenden Gemeinschaftsschüler komme aus der Gemeinde Simmerath) und von den Raumkapazitäten her sah der Ausschuss die Hauptschule Simmerath „als den geeigneteren Standort.”

Fahrtkilometer errechnet

Bezug genommen wurde dabei auch auf den aktuellen Schulentwicklungsplan der Stadt Monschau, wonach sowohl im Hauptschulgebäude Monschau wie auch in der Elwin-Christoffel-Realschule die für eine Gemeinschaftsschule erforderlichen Räume nicht zur Verfügung stehen würden. Diese Situation, so hieß es im Ausschuss, könne bei der Genehmigung zum Problem werden. Zudem berichtete Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, dass laut Information des Städte- und Gemeindebundes zum nächsten Schuljahr 14 Gemeinschaftsschulen in NRW starten würden; für das Schuljahr 2012/13 würden zudem mehr als 40 weitere Interessensbekundungen vorliegen. Da das Land aber eine Obergrenze von 50 Gemeinschaftsschulen festgelegt habe, dürften einige Projekte nicht zum Zuge kommen.

Eine interessantes Detail zur Standortfrage hatte Siegfried Peeters (SPD) ausgearbeitet, indem er die Fahrtkilometer von den einzelnen Orten nach Monschau bzw. Simmerath auflistete. Aus dieser Aufstellung ergab sich, dass zwar vor allem die Kinder aus Höfen und Kalterherberg eine weitere Fahrstrecke in Kauf nehmen müssten, ansonsten aber Simmerath zentraler liege und daher die „nahe liegende Lösung” sei.

Bernd Goffart (CDU) fand nicht nur in den Geburtenzahlen (zuletzt 63 in Monschau und 111 in Simmerath) weitere Argumente, die für einen Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath sprechen würden. Ein Einstieg in Simmerath bringe mehr Zulauf, und aus Monschau ginge der Gemeinschaftsschule „kein Kind verloren”, da sich in Monschau keine Alternativen böten, wohl aber für die Simmerather Kinder mit Angeboten in Nideggen, Kleinhau und Hürtgenwald.

Auch Günther Scheidt (CDU) sah eine 5. und 6. Klasse in Simmerath „hervorragend aufgehoben.” Für einen alleinigen Standort verfüge die Elwin-Christoffel-Realschule nicht über genügend Kapazitäten; allein schon für den Schulsport sei die dortige Sporthalle zu klein.

Emotional auf den bisherigen Verlauf der Verhandlungen reagierte Hermann-Josef Bongard (FDP): „Mit Monschau ist eine Kooperation einfach nicht hinzukriegen,” störte er sich an der „Arroganz, Monschau als alleinigen Schulstandort einzufordern.” Wenn Monschau seinen eigenen Weg gehe, „dann ist das Projekt zum Scheitern verurteilt.”

Tief saß der Stachel der Enttäuschung auch bei Ulrich Offermann (CDU): Er sei „unvorstellbar enttäuscht” über das Verhalten aus Monschau, die Nachbarkommune lasse jedes Feingefühl und den Willen zur Gemeinsamkeit vermissen. Es müsse doch wohl erlaubt sein, die Vorteile eines Schulstandortes Simmerath herauszustellen.

Alle Beteiligten, unabhängig von kommunaler Zugehörigkeit, haben erklärt, dass der Elternwille das Maß aller Dinge dafür sein, ob für die 5. und 6. Klasse ein Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath einegrichtet wird. Diese Befragung startet in der kommenden Woche.
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