Simmerath - Gemeinschaftsschule in Simmerath wird noch nicht abgeschrieben

Gemeinschaftsschule in Simmerath wird noch nicht abgeschrieben

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:

Simmerath. Aus Sicht der Gemeinde Simmerath ist bei der Standort-Frage einer künftigen Gemeinschaftsschule Nordeifel noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Zwar haben sich die Eltern bei einer Befragung mehrheitlich für einen alleinigen Standort Monschau ausgesprochen, aber erst das tatsächliche Anmeldeverhalten der Eltern zum Start des Schulversuchs ab dem Schuljahr 2012/13 werde Fakten schaffen, war die durchgängige Meinung im Gemeinderat.

So beschloss der Rat, angelehnt an einen Vorschlag der CDU, einstimmig, dass Simmerath mit seiner Hauptschule am gemeinsamen Schulversuch „Modellvorhaben Gemeinschaftsschule” mit Monschau und Roetgen teilnimmt. Ferner stellte der Rat fest, dass sich bei der Elternbefragung eine Mehrheit der Simmerather Eltern für zwei Schulstandorte in Monschau und Simmerath ausgesprochen habe. Das Gesamtergebnis der Befragung favorisiere zwar einen alleinigen Standort Monschau, was man auch akzeptiere.

Von einer Beteiligung an der Trägerschaft der Gemeinschaftsschule in Monschau sieht die Gemeinde Simmerath aber „zurzeit” ab, wurde bei drei Gegenstimme (zwei Grüne, eine UWG) beschlossen. Ausdrücklich hieß es aber weiter im Beschluss, dass sich Simmerath sodann an einer Trägerschaft beteiligen werde, wenn entsprechend dem Willen der Simmerather Eltern die Gemeinschaftsschule doch noch an zwei Standorten in Monschau und Simmerath eingerichtet werde.

Die vorausgegangene einstündige Debatte diente der Vergangenheitsbewältigung, richtete aber auch den Blick nach vorne.

So warb Grünen-Fraktionssprecher Klaus Stockschlaeder engagiert dafür, dass sich Simmerath bereits zum jetzigen Zeitpunkt an einer Trägerschaft beteiligen solle, um deutlich zu machen, „dass die Gemeinschaftsschule auch eine Simmerather Schule ist.” Wenn tatsächlich alle 334 Eltern, die für die Einrichtung einer Gesamtschule votiert hätten, dies auch umsetzten, „dann bekommen wir eine sechszügige Schule.” Für einen solchen Fall, prognostizierte Stockschlaeder, „wird Simmerath ohnehin Standort.”

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sah die Aussagekraft des Fragebogens zurückhaltender: „Es bleibt abzuwarten, ob das Votum auch später dem tatsächlichen Anmeldeverhalten entspricht.” Dies gelte insbesondere für die Roetgener Schüler. Wichtig sei es allerdings, dass die drei Kommunen gemeinsam den Antrag für die Teilnahme am Schulversuch stellten. „Das hat mehr Gewicht.”

Von einem „erwarteten Ergebnis” der Elternbefragung sprach CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer. Das mehrheitliche Votum der Simmerather Eltern für zwei Schulstandorte gelte es aber zu würdigen, weshalb man erst dann in die Trägerschaft einsteige, wenn Simmerath Teil-Standort der Gemeinschaftsschule werde.

„Simmerath ist nicht gut aus der Sache herausgekommen”, blickte Franz-Josef Hammelstein (SPD) auf die Schuldebatte zurück. Man sei von Monschau „eingesackt” worden. „Vielleicht haben wir uns zu früh positioniert.” Für Hammelstein blieb ein „bitterer Nachgeschmack” zurück, insbesondere aufgrund der gemeinsamen Erklärung aller Monschauer Fraktionen, die den Eindruck erweckt habe, als habe man es in Simmerath „mit Lokalpolitikern” zu tun. Der Lammersdorfer Ratsvertreter zeigte sich überzeugt, dass „der Standort Simmerath, auch von den Räumen her, die bessere Lösung” gewesen wäre. Zu befürchten sei, dass am Standort Monschau „langfristig die Schüler fehlen.”

„Von Beginn an”, zeigte sich Hermann-Josef Bongard (FDP) enttäuscht, habe Monschau auf dem Standort als Gemeinschaftsschule beharrt, und die Nachbarkommunen seien lediglich eingeladen worden, sich zu beteiligen. Daher sei es folgerichtig, wenn Simmerath derzeit von einer Trägerschaft absehe.

Auch für Ulrich Offermann (CDU) ist Simmerath als Teil-Standort für eine Gemeinschaftsschule noch lange nicht aus dem Rennen, spielte er auf das für eine Gemeinschaftsschule nicht ausreichende Raumangebot an der Elwin-Christoffel-Realschule an. „Die Fakten” des Raumgebotes in Simmerath und Monschau seien auch die Bezirksregierung bekannt. Diese Frage werde bei der Genehmigung und der möglichen Gewährung von Zuschüssen „sicher eine Rolle spielen.”
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