Monschau - Gemeinschaft der Gemeinden: Neues Haus im Sommer

Gemeinschaft der Gemeinden: Neues Haus im Sommer

Von: Heiner Schepp
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Lob von höchster Stelle: Die pastorale Arbeit in den Pfarreien (hier die Kommunionvorbereitung in Mützenich) läuft dank engagierter Laien hervorragend und praktisch unberührt von der derzeitigen Priestervakanz.
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Arbeiten gemeinsam an der Zukunft der GdG Monschau (v. li.): Günter Braun (Pfarreirats-Vorsitzender Konzen), Heinz-Hermann Palm (Vorsitzender GdG-Rat), Franz-Josef Hammelstein (Vermögensverwalter Pfarre Konzen), Gemeindereferent Ralf Lehmkühler, Pfarradministrator Pfarrer Philipp Cuck, Heinrich Jansen (Vorsitzender Kirchengemeindeverband), Gisela Lüpschen (Zentrales Pfarrbüro) und Norbert Reyans (Hauptabteilung Pastoralpersonal beim Bistum Aachen). Foto: Heiner Schepp

Monschau. Pfarrer Karl-Heinz Stoffels wird nicht in die Monschauer Gemeinschaft der Gemeinden zurückkehren. „Unser Bischof wird ihm eine neue Aufgabe zuteilen“, kündigte Pfarrer Philipp Cuck, vom Bistum eingesetzter Pfarradministrator und kommissarischer Leiter der GdG Monschau, zum Ende der von Stoffels selbst verordneten, dreimonatigen „Auszeit“ im Pressegespräch an.

Cuck arbeitet derzeit gemeinsam mit den Verantwortungsträgern der kirchlichen Gremien vor Ort fieberhaft an der Zukunft des Verbundes der sieben Pfarreien im Monschauer Land. „Dabei ist die Neubesetzung des Leiters der GdG in Nachfolge von Pfarrer Stoffels nicht die einzige Baustelle hier“, sagt Norbert Reyans, Mitarbeiter der Hauptabteilung Pastoralpersonal beim Bistum Aachen. Denn neben dem neuen Pfarrer sind aktuell auch Stellen für einen Pastoralreferenten (ganze Stelle) und einen weiteren Gemeindereferenten (Teil) neben dem seit November 2011 tätigen Ralf Lehmkühler ausgeschrieben.

„Etwa bis Sommer“ haben die GdG und das Bistum, bei dem die Entscheidungshoheit in diesen Personalfragen liegt, sich Zeit gegeben, neue, engagierte hauptamtliche Kräfte für die Arbeit mit den Katholiken in Monschau zu gewinnen. „Die Voraussetzungen hier sind mehr als einladend“, lobt Norbert Reyans das hohe Engagement der Ehrenamtler und Laien in den Pfarreien der GdG. „Das habe ich so noch selten erlebt“, gesteht Reyans, und auch Ralf Lehmkühler spricht von „viel Engagement über die Gremienarbeit hinaus“.

Es sei in keiner Pfarrei ein Problem, interessierte Menschen für die Arbeit vor Ort, beispielsweise in der Kommunion- oder Firmvorbereitung zu finden. Am fehlenden Engagement könne daher der Weggang von Pfarrer Stoffels sicherlich nicht ausgemacht werden, bekräftigte Heinrich Jansen, Vorsitzender des Kirchengemeindeverbandes (KGV) und bezog sich damit auf die Predigt von Regionaldekan Erik Pühringer im Abschlussgottesdienst für Karl-Heinz Stoffels. Dieser hatte kritisch hinterfragt, „ob sich die Mitglieder der GdG vor der Verkündigung des Rücktritts genauso engagiert haben wie sie danach ihre Solidarität bekundet haben.“ „Das ist einfach nicht wahr, daran hat es nicht gelegen“, so Jansen.

Die Frage nach dem Warum aber sei nun „Schnee von gestern“, richtet Norbert Reyans den Blick nach vorne. „Trotz der guten Vorgaben vor Ort wird es nicht so einfach für das Bistum, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Schließlich sei der Priestermangel auch im Bistum Aachen ein Dauerthema, „und die Pfarrer sehen sich heute hohen Anforderungen an ihr Amt gegenüber“, so Pfarrer Philipp Cuck, auch Mitglied des Priesterrates beim Bistum.

Cuck weiß, wovon er spricht, betreut er doch als Leiter der GdG Schleiden-Hellenthal 15.000 Katholiken in 16 Pfarreien. Deshalb habe er die Aufgabe des Pfarradministrators auch nur unter der Maßgabe übernehmen können, nicht priesterlich in der GdG Monschau tätig zu werden.

Die hehre Aufgabe, die Gottesdienste zu koordinieren, hat ein Team unter Moderation von Norbert Reyans übernommen. „Dabei waren trotz des lobenswerten Einsatzes unserer Subsidiare, Pensionäre und Hilfsgeistlichen Einschnitte unvermeidbar“, kommen Reyans und Pfarrer Cuck auf die zurzeit unter den Gläubigen viel thematisierte, geänderte Gottesdienstordnung zu sprechen.

Weniger Gottesdienste

Der GdG-Rat habe die dazu notwendigen Entscheidungen getroffen, das Konzept vorgelegt, und der Pastoralrat habe dem zugestimmt, beschreibt Norbert Reyans das Prozedere. „Wir sollten uns auch alle gemeinsam die Zeit geben, neue Dinge anzunehmen“, meinte Heinz-Hermann Palm. Dazu gehöre auch, dass man sich in den Pfarreien überlege, wie weniger mobile Gottesdienstbesucher zur Messe in den Nachbarort befördert werden könnten.

Pfarrer Cuck kündigte auch an, man werde gezielt Laien ausbilden, die Wortgottesdienste abhalten, „so wie es in Monschau und Imgenbroich bereits alle 14 Tage läuft“, so Norbert Reyans, der bekräftigte: „Alle anderen Termine, sei es Erstkommunion, Taufe oder Trauung, finden statt, und wir sorgen für die Priester“, kündigte Reyans an.

Eine weitere Baustelle in der GdG soll indes bald erledigt sein: Pfarrer Cuck hat dem Bistum einen Wahlausschuss und dessen Vorsitzenden für die außerordentliche Kirchenvorstandswahl in Konzen vorgeschlagen. „Ich rechne in den nächsten Tagen mit der Bestätigung; das Bistum wird dann gemeinsam mit dem Wahlausschuss einen Termin festlegen“, so der Administrator.

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