Gemeinsame Veranstaltungsstätte: Der Ball liegt nun bei den Ortsvereinen

Von: P. St.
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Der endgültige Standort steht
Der endgültige Standort steht noch nicht fest, aber für Simmeraths Ortsvorsteher Stefan Haas wäre das Gelände an der Hauptschule durchaus ein interessanter Platz für das neue Vereinshaus. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Bekommt der Zentralort Simmerath ein Vereinshaus? Diese Frage steht seit Dienstagabend konkret in Raum. Simmeraths Ortsvorsteher Stefan Haas gab bei einem Treffen der Simmerather Vereinsvertreter den „ersten Anstoß” für eine mögliche gemeinsame Veranstaltungsstätte; nun liegt der Ball bei den Ortsvereinen.

Im Rahmen einer Sondersitzung des Simmerather Ortskartells in der Seniorenresidenz herrschte gespannte Aufmerksamkeit als Stefan Haas vor rund 35 Delegierten aus insgesamt 21 im Ortskartell zusammengeschlossenen Vereinen das Projekt erstmals öffentlich vorstellte.

Standort an der Hauptschule?

In einem 30-minütigen kompakt und informativ ausgearbeiteten Vortrag stellte der Ortsvorsteher seine Vorstellungen für ein Vereinshaus zur Diskussion (s. Box), inklusive Kostenprognose und Standortvorschlag. Ein möglicher Standort wäre demnach an der Hauptschule zwischen Lehrerparkplatz und Schulhof. Andere Grundstücke in Simmerath wären auch denkbar, sind aber noch nicht spruchreif.

Hinweise aus der Bevölkerung

Nachdem er sich vor anderthalb Jahren „erste Gedanken” zum Projekt Vereinshaus Simmerath („Haus Kraremann”) gemacht habe, sei nun die Zeit reif gewesen, diese Gedanken zu Papier zu bringen, zumal sich aus den Kreisen der Bevölkerung die Hinweise auf die Notwendigkeit eines solchen Hauses gehäuft hätten. Haas zitierte Wünsche und Anregungen aus den Gesprächen mit Bürgern, die da lauteten: „Was andere können, können wir auch... Was passiert, wenn der Saal Wilden in den nächsten Jahren geschlossen werden sollte...? Ihr müsst nur die richtigen Leute fragen... Es gibt doch genug tatkräftige Vereine in Simmerath...”

Wenn diese Aussagen „ernst gemeint” seien, folgerte der Ortsvorsteher, „dann lasst uns damit anfangen, eine gemeinsame Heimat für alle Vereine zu schaffen”.

Ein Vereinshaus könne Probe- und Trainingsmöglichkeiten bieten, aber ebenso auch durch Privatpersonen genutzt werden. Auch ließen sich hier neue Veranstaltungen etablieren, wie Filmvorführungen oder Ausstellungen.

Konzeption, Management und Umsetzung soll für den Fall einer Realisierung dann in die Hände eines zu bildenden Projektteams gegeben werden.

Bevor es aber dazu kommt, sind laut Stefan Haas eine Vielzahl „grundsätzlicher Fragen” zu klären. Daher nahmen die Vereinsvertreter einen Fragebogen mit nach Hause, der nach Ausarbeitung in den einzelnen Vereinen bis Ende November wieder beim Ortsvorsteher abgegeben werden soll. Entscheidende im Vorfeld zu klärende Punkte sind dabei (unabhängig vom Standort) der Bedarf der Vereine an neuen Räumlichkeiten und die Frage, inwieweit diese bereit sind, sich langfristig an ein Vereinshaus zu binden. Die Frage der Eigenleistung beim Bau ist ebenso wesentlich wie auch die Mitwirkung in einem „Baugesellschaftsteam”.

Wenn sich die Simmerather Vereine entschließen würden, das Projekt in Angriff zu nehmen, dann sollte man im Vorfeld auch unbedingt den Erfahrungsaustausch mit den Vereinen in Eicherscheid, Rurberg und Kesternich suchen, wo mit vergleichbaren Projekten bereits Erfahrungen vorliegen würden. Stefan Haas: „Wenn es zu einer Realisierung kommt, dann kommt sehr viel Arbeit auf uns zu.”

Nach der Fülle der Informationen müssen die Vereinsvertreter die umfangreichen Erläuterungen nun erst einmal sacken lassen. Somit hielt sich auch der Diskussionsbedarf an diesem Einstiegsabend in Grenzen, bis auf den Einwand, dass ein Vereinshaus auch vorhandene Dorfstrukturen, wie die vorhandene Gastronomie, in ihrer Existenz gefährden könnte.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns als Gast beim Ortskartell erinnerte daran, dass ein Vereinshaus seit über 30 Jahren bereits ein Thema sei, aber nun erstmals konkrete Formen annehme. Auch er griff am Ende noch einmal die Quintessenz des Abends auf: Wesentlich sei es jetzt, dass die Ortsvereine zunächst einmal die grundsätzliche Entscheidung darüber treffen sollten, „ob ein Vereinshaus gewollt ist”. Noch in diesem Jahr wird man es erfahren.

So könnte das „Haus Kraremann” aussehen

Einige Eckdaten zu einem Vereinshaus hat der Simmerather Ortsvorsteher Stefan Haas als Diskussionsgrundlage ausgearbeitet. So könnte das „Haus Kraremann” aussehen:

Möglich wäre ein freistehendes, anderthalbgeschossiges Gebäude mit 650 Quadratmeter Grundfläche. Im Untergeschoss könnte ein Saal mit 340 Plätzen im Obergeschoss ein Veranstaltungsraum mit 120 Plätzen entstehen. Zwei getrennte Theken, ein oder zwei Mehrzweckräume sowie die Möglichkeit, ein Zelt anzubauen, sind im ersten Entwurf ebenfalls vorgesehen. Ähnlichkeiten zum Grundriss der Tenne Eicherscheid sind durchaus beabsichtigt.

Ein möglicher Standort an der Hauptschule böte nicht nur den Vorteil der weit entfernt liegenden Wohnbebauung sondern auch die Möglichkeit, vorhandene Infrastruktur (Schulhof als Parkplatz oder Zelterweiterungsfläche) zu nutzen. Die Nutzung des Vereinshauses für Schulveranstaltungen wäre ebenso ein Vorzug wie auch die Möglichkeit an das direkt vorbeiführende Fernwärmenetz.

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