Gemeinde Roetgen tritt „Liberation Route NRW e.V.“ bei

Von: hes
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Ein Bild, das um die Welt ging: Kurz nach 14 Uhr am 12. September 1944 rollt ein Jeep der Aufklärungseinheit der 3. US-Panzerdivision am Roetgener Bahnhof ein. Hier, wo die Aliierten zum ersten Mal deutschen Boden betraten und wo heute touristische Aktivitäten Raum finden, soll die Liberation Route an dieses Ereignis erinnern. Foto: Archiv HeuGeVe Roetgen
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Kurz nach 14 Uhr am 12. September 1944 rollt ein Jeep der Aufklärungseinheit der 3. US-Panzerdivision am Roetgener Bahnhof ein. Hier, wo heute touristische Aktivitäten Raum finden, soll die Liberation Route an dieses Ereignis erinnern. Foto: H. Schepp

Roetgen. Die Gemeinde Roetgen macht mit im „Liberation Route NRW e.V.“, der sich zum Ziel gesetzt hat, dauerhaft an die Befreiung Europas 1944/45 zu erinnern.

Nach fast einstündiger Debatte beschloss der Umwelt-, Touristik- und Forstausschuss nun mehrheitlich, dem Verein beizutreten und die geschichtsträchtigen Roetgener Orte in das touristische Projekt „Roetgen Schleife“ einzubinden.

Roetgen war der erste Ort auf deutschem Boden, der von dem Amerikanern im Zweiten Weltkrieg erobert wurde. Das war am 12. September 1944, und es war acht Monate vor Kriegsende der Beginn der furchtbaren und hunderttausendfach todbringenden Schlacht im Hürtgenwald. „Der 12. September 1944 war damit aber auch jener Tag, an dem die Befreiung der Menschen vom Hitler-Deutschland auf deutschem Boden begann“, erläuterte Gotthard Kirch, ehrenamtlicher Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins im Ausschuss.

Der Liberation Route NRW e.V. ist eine Organisation, deren Ziel es ist, die Befreiung Europas vom Nationalsozialismus in den Jahren 1944/1945 im Gedächtnis der Menschen zu wahren, sie über die Ereignisse zu informieren, sich für die Bewahrung des Friedens einzusetzen und für Einheimische und Touristen fachlich und methodisch fundierte Angebote zu entwickeln.

„Weitere Ziele sind, die Grundsätze der transnationalen Zusammenarbeit (Magna charta, Multiperspective Approach, Inhalte der Ausstellung Routes of Liberation) zu vertreten und weiter zu entwickeln, als nordrheinwestfälische Kraft die transnationalen Aktivitäten zu unterstützen und zu fördern sowie als nordrheinwestfälische Kraft einen starken Impuls für die Bundesebene zu organisieren“, sagte Kirch.

Die Organisation hat insbesondere die Aufgabe, Partner, Unterstützer und Sponsoren zu gewinnen, die sich inhaltlich zum transnationalen Projekt Liberation Route Europe und seinen regionalen Aufgaben bekennen. Auch gelte es, Projekte zu entwickeln, die die Aspekte Bildung, Gedenken und touristische Vermarktung des Themas „Liberation Route“ verfolgen und entwickeln helfen, wie es in der Vereinssatzung heißt.

Auch die Akquise von Mitteln für die Bildungsarbeit und die touristische Inwertsetzung gehört zu den Aufgaben. „Qualitätsvoller Tourismus, außerschulische Lernorte und Friedenserziehung sind die drei Aspekte, unter denen ich Sie heute bitte, als Gemeinde Roetgen die Idee zu unterstützen“, warb Gotthard Kirch. Dabei gehe es darum, Geschichte erlebbar und damit besser verständlich zu machen.

„Liberation Route Europe“ heißt das übergeordnete, internationale Projekt, das sich bereits seit mehr als vier Jahren mit der Befreiung Europas von der Nazi-Herrschaft auseinandersetzt. Mehr als 6000 Geschichtsinteressierte haben sich im vergangenen Jahr die Ausstellung „Routes of Liberation“ in der Schmidter Pfarrkirche angesehen, die den Weg der West-Alliierten von der Südküste Englands bis Berlin nachgezeichnet hat. Diese Ausstellung ist ein Baustein der „Liberation Route Europe“.

Da sich der Liberation Route NRW e.V. noch in der Gründungsphase befindet, liegt bis auf die anerkannte Satzung des e.V. noch keine beschlossene Beitragsordnung und Beitrittserklärung vor. Die in der Planung befindliche Beitragsordnung sieht derzeit einen Jahresbeitrag in Höhe von 500 Euro für Kommunen vor.

Für die CDU bewertete Stephan Speitkamp diesen Mitgliedsbeitrag als „gute Investition“, wollte jedoch auch konkret wissen: „Was bekommen wir denn als Gemeinde Roetgen für diese 500 Euro jährlich?“ Und Patrick Jansen (UWG) empfahl, „die 500 Euro zu spenden, aber mit einer Mitgliedschaft noch zu warten, „bis konkret feststeht, was hier in Roetgen gemacht wird“.

„Sie helfen mit einer Mitgliedschaft beim Aufbau des Projekts“, antwortete Gotthard Kirch, der auch die Befürchtung von Willi Axer (SPD), die Dokumentation könnte auch rechte Gruppierungen anziehen, nicht teilte: „Die Liberation Route wird in ihrer ganzen Darstellung nicht als Wallfahrtsstrecke für Braune taugen“, ist Kirch überzeugt. Christa Heners (Grüne) schließlich kritisierte „eine kleinkarierte, unwürdige Diskussion um eine gute Sache, für die wir den Initiatoren einfach nur dankbar sein sollten und die wir vorhaltslos unterstützen“.

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