Nordeifel/Insel Helgoland - Gemälde vom Fischer von Helgoland kehrt zurück in die Heimat

Gemälde vom Fischer von Helgoland kehrt zurück in die Heimat

Von: M. S.
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Rückkehr nach vielen Jahren in der Eifel: Günter Säck (li.) hat das Gemälde „Döries Rükert von Helgoland“ an den Bürgermeister der Nordseeinsel, Jörg Singer, übergeben. das Ölgemälde wird dort in einer lokalen Kunstsammlung zu sehen sein. oto: Manfred Schmitz
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Erkennungsmerkmal: Die lange Anna ist eine der bekanntesten Felsen der Nordseeinsel Helgoland. Foto: imago/Blickwinkel

Nordeifel/Insel Helgoland. Aus einem Seebär wird nie eine Landratte. Und deshalb kehrte ein regelrechtes Bild von einem laut Signatur „Original Fischer namens Döries Rükert von Helgoland“ nach großer Fahrt und vielen Jahren in der Nordeifel nun in seinen Heimathafen auf der einzigen deutschen Hochseeinsel zurück.

Seine Lotsen: Günter und Marianne Säck. Bis zu ihrer Pensionierung lebten und arbeiteten die beiden heute 70-Jährigen ein rundes Vierteljahrhundert im Monschauer Land. Zu Hause in Bickerath, war Günter Säck dienstlich bei der Bundesstelle für Fernmeldestatistik in Höfen beschäftigt, im Volksmund nur „de Funk“ genannt. Marianne Säck war Pharmazeutisch-Kaufmännische Angestellte (PKA) in der Simmerather Rathaus-Apotheke.

Werk aus dem Jahr 1934

Im Helgoländer Rathaus überreichte das Paar vor wenigen Tagen das Originalporträt mit Motiv des Fahrensmannes Döries als Dauer-Leihgabe an den Bürgermeister der schleswig-holsteinischen Inselgemeinde, Jörg Singer. Das Bild in Öl auf Leinen und im Format 40 mal 60 Zentimeter ist ein Werk des verstorbenen norddeutschen Kunstmalers und Kultur-Preisträgers Heinrich Netzel.

Er war Mitglied der international angesehenen Worpsweder Künstlerkolonie, als ihm der damals 92-jährige „Fischer von Helgoland“, so betitelte Netzel seine Arbeit, 1934 auf dem geschichtsträchtigen roten Nordseefelsen Modell saß.

Netztel hielt den markanten Fischer fest, wie man sich einen typischen Seemann vorstellt. Mit wachen Augen im wettergegerbten Gesicht, den Südwester in die Stirn gezogen, die nie verglimmende Pfeife im Mund, mit Kinnbart und Ohrring.

Das wertvolle Bild, erklärte Bürgermeister Singer in einem Dankeswort, werde auf dem einstigen „Hilligland“ des friesischen Naturvolkes einen Ehrenplatz einnehmen, „wir werden es in die Exponate unseres Museums ´Iip Lunn´ integrieren.“

Günter Säcks Antwort auf die Frage, wie er zu dem kostbaren Stück kam: „Ich erbte die Ateliers-Studie von meinem Vater Franz, der erhielt es wiederum von meinem Großonkel, ebenfalls Franz mit Vornamen.“ Eine starke Affinität zu maritim-schicksalhaften Sujets vermag Günter Säck nicht zu leugnen, sie wurde ihm offenkundig in die Wiege gelegt: „Ich wurde in Otterndorf an der Elbemündung geboren und verbrachte meine Jugend im Ruhrgebiet. Nach Einsatz bei der Marine und kaufmännischer Ausbildung zog ich, berufsbedingt, mit Familie in die Eifel. Mein Vater überlebte den Zweiten Weltkrieg als U-Boot-Kommandant. Zur Insel Helgoland habe ich ein besonderes Verhältnis, besuchte das markante urdeutsche Wahrzeichen des Öfteren, auch mit meiner aus Kassel stammenden Frau Marianne und den Söhnen Achim und Timo.“

Die Säcks lebten gern in der Nordeifel, wie sie überzeugend versichern: „Dort haben wir viele Freunde, zu denen wir rege Kontakte pflegen, nicht zuletzt aufgrund intensiver Vereinsaktivitäten. Nach Eintritt ins Rentenalter zogen wir nach Aachen des vielfältigen Kulturangebotes wegen. Wir sind halt Stadtmenschen. Aber unsere guten Beziehungen zur alten Heimat Nordeifel erhalten wir aufrecht. Darin blieb ein Stück von uns zurück“

Und warum trennten sie sich vom „alten Helgoländer“? „Er gehöre einfach zum maritimen Umfeld und soll deshalb zurückkehren, wo er dank Heinrich Netzels Kreativität, Pinsel und Palette auf den vom rauen Meer umtosten Klippen vor mehr als 80 Jahren das Licht der Welt erblickte. Für Günter und Marianne Säck aber steht fest: „Wir werden unseren Fischer schon bald besuchen!“

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