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Gelungene Premiere der Lebenden Krippe

Von: Egl
Letzte Aktualisierung:
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Weihnachtsstimmung inklusive: Die Lebende Krippe aus Höfen wird im Rahmen des Monschauer Weihnachtsmarktes aufgeführt. Der Eintritt zu dem Krippenspiel ist frei. Foto: H. Egerland

Monschau. Das Publikum hat sich hinter dem Holzzaun aufgestellt, die lustig dahinplätschernde Weihnachtsmusik endet, dann wird es feierlich. Über die Lautsprecheranlage heißt eine Stimme die Menschen Willkommen beim Krippenspiel der Lebenden Krippe.

Das Gelände hinter der Felsenkeller Brauerei wird zum Spielort. Da gibt es Hirten und Engel, Maria und Josef und natürlich die Heiligen drei Könige. Und – nicht nur für Kinder ein ganz besonderer Reiz: Es spielen echte Tiere mit: Esel und Kälbchen sowie ein paar höchst aktive Schafe.

Kinder und Hirten fehlen

Die Lebende Krippe begleitet wieder an den Adventswochenenden den Monschauer Weihnachtsmarkt. „Ich mache den Josef nun schon seit 2004“, erklärt Heinz Stolz, aktiver Spieler und auch Spielleiter. Seit dem Spätsommer ist er der Erste Vorsitzende des Höfener Vereins. „Und doch – bei der Premiere empfinde ich immer wieder Lampenfieber.“ Was man ihm nicht anmerkt, denn kaum ist er in das Kostüm geschlüpft, verändern sich Gestik und Mimik und seine aufgeregte Freundlichkeit verwandelt sich in würdevolle Ruhe.

Geprobt wurde vor einer Woche noch ohne Kostüme. „Da lief es noch nicht ganz so rund“, gibt Ralph Geuer zu. Der ehemalige Schatzmeister ist ebenfalls auf der vergangenen Versammlung zum Zweiten Vorsitzenden gewählt worden. Seit 27 Jahren wirkt er nun schon im Verein mit: „Seit 1990 spiele ich aktiv mit“, berichtet er, „auch wenn ich erst vier Jahre später in den Verein eingetreten bin.“

In der aktuellen Vorstellung stellt er den ersten Hirten dar. Der legendäre „Dauerhirte“ Manfred Klinkhammer, der seit der ersten Vorführung den Hirten mimt, musste diesmal aus gesundheitlichen Gründen passen. „Deshalb bin ich für ihn Ersatz“, so Geuer, dem seine Tochter Stephanie als Hirtenmädchen assistiert. „Kinder und Hirten können wir immer gebrauchen“, springt Heinz Stolz bei. „Da suchen wir dringend neue Darsteller! Das Gute daran ist“, fügt er augenzwinkernd zu, „man muss keinen Text lernen.“

Der kommt von einer sonoren Erzählerstimme vom Band. Die Darsteller müssen „lediglich“ die richtigen Bewegungen zur entsprechenden Einspielung machen. Auch wenn das bei der Probe noch nicht ganz klappte, bei der Premiere lief alles sehr glatt. Dafür sorgte neben Stolz auch Eva-Maria Stein, die bei der Spielleitung half und auch noch die Maria mimte. Den strahlenden Engel, der die frohe Botschaft verkündet, spielte Jenny Witt. Die drei Heiligen Könige gaben Bernhard Stein, Johannes Venhaus und Bruno Lauscher.

Die Stars waren wieder die Tiere: sehr mobile Schafe, die perfekt im jeweils passenden Moment die richtigen Wege gingen, ein Esel, der sich am Ende der Vorstellung lauthals bemerkbar machte. Es sind die Profi-Tiere, die Klaus Müller aus Mützenich seit Jahren immer wieder zur Verfügung stellt.

Für den Verein ist das Projekt „Lebende Krippe“ eine Herzensangelegenheit. Nur zwei kleine Spendenboxen stehen am Ausgang, der Eintritt ist frei. Und auch der Verkauf von Glühwein und Waffeln soll die Kasse ein wenig aufbessern und dazu beitragen, dass solche Veranstaltungen weiterhin finanziell gestemmt werden können.

Bei Wind und Wetter

„Ein wirklicher Fortschritt ist, dass wir jetzt eigene Ordner stellen dürfen“, so Ralph Geuer. „In den vergangenen zwei Jahren mussten wir professionelle Ordner bezahlen, dafür gingen quasi die ganzen Spenden drauf.“

Aber selbst die reinen Ehrenamtler müssen dafür eine Ausbildung machen, die bezahlt werden muss. „Dazu gehören ein Feuerlöscher-Lehrgang sowie eine aktuelle Erste-Hilfe-Ausbildung.“

Die Zuschauer ahnen davon nichts. Sie genießen die Vorstellung und fühlen sich bereits tief in der Weihnachtszeit.

Als alles vorbei ist, fragt eine ältere Dame, ob die Darsteller sich denn noch einmal verbeugen kämen, damit sie applaudieren könne. Doch so etwas ist beim Krippenspiel nicht vorgesehen. So wie sie kamen, sind sie auch wieder entschwunden. In zwei Stunden werden sie wieder auf der Spielfläche sein, bei Wind und Wetter – und das an allen Adventswochenenden.

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