Geier über dem See beobachtet

Von: Günter Krings
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Ein Gänsegeier wurde im vergangenen Jahr auch über dem Obersee und über Erkensruhr gesichtet: Es gibt Hinweise, dass diese Vögel auf der Suche nach Nahrung bis nach Westeuropa segeln. Foto: stock/imagebroker

Nordeifel. Im Jahr 2015 wurden in den Gemeinden Roetgen, Simmerath und Monschau insgesamt mindestens 135 verschiedene Vogelarten entdeckt und notiert. Gänsegeier sind große Greifvögel, die eigentlich in Südeuropa und Afrika leben.

Aber in den vergangenen Jahren gibt es vermehrt Hinweise, dass diese Vögel auf der Suche nach Nahrung hin und wieder nach Westeuropa segeln. So wurde dieser Greifvogel im vergangenen Jahr auch in unserer Region beobachtet: Am 7. Juni überflog einer dieser majestätischen Vögel den Obersee zwischen Einruhr und Rurberg, am 29. Juni überflog einer Erkensruhr. Unklar blieb die Herkunft dieses Greifvogels. Gelegentlich gelingt es, in Zoos und Parks gehaltene Vögel der Gefangenschaft zu entfliehen.

Ideale Bedingungen

Insbesondere Wasservögel finden bei uns ideale Bedingungen zu leben und sich fortzupflanzen. Die mittlerweile Bekanntesten dieser Vogelarten in unserer Region sind die Nil- und Kanadagänse an unseren Talsperren. Auf der Perlbachtalsperre wurde am 23. und 24. Oktober ein Weibchen der Brautente entdeckt, deren eigentliche Heimat Nordamerika ist.

Anders sieht es beim Karmingimpel aus. Die Heimat dieses Finkenvogels ist Osteuropa: Polen, Russland, Ukraine und so weiter. Dieser Vogel zeigt aber in den letzten Jahrzehnten, dass er sich immer weiter nach Westen ausbreitet. Einer von dieser Vogelart wurde nun im vergangenen Jahr in unserer Heimat entdeckt: Ein Männchen sang am 12. Juni in der Nähe der Kläranlage Kalterherberg – eine ganz außergewöhnliche Vogelbeobachtung.

In den Rurniederungen zwischen Düren und Linnich ist regelmäßig der Gesang des Pirols zu hören, die Höhenlagen der Eifel behagen ihm nicht. Auf dem Durchzug allerdings wurde am 12. Mai ein singender Pirol bei Kalterherberg vernommen. Sehr seltene Gäste aus Osteuropa oder sogar aus Sibirien hielten sich im Februar in Roetgen auf, nämlich drei Seidenschwänze, die Schneeballbeeren als Nahrung aufnahmen.

Fast alle Vögel sind in irgendeiner Weise Zugvögel. Manche aus Nordeuropa verbringen bei mildem Wetter den ganzen Winter in unserer Region. Dazu gehört auch der Bergpieper, der von Januar bis April und im Dezember auf Wiesen einer Pferdekoppel in Hoscheit zu beobachten war.

Ähnlich verhielten sich Rotdrosseln, die sich in den Wintermonaten an verschiedenen Stellen der Heckenlandschaft aufhielten.

Bekassinen wurden mehrmals im Naturschutzgebiet Lenzbach bei Paustenbach gesichtet. Am 1. März schwammen sechs Gänsesäger auf dem Obersee bei Pleushütte. Der Kolkrabe wird mittlerweile ganzjährig im Beobachtungsgebiet registriert, aber es fehlt immer noch der Nachweis einer Brut in der Nordeifel.

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