Nordeifel - Geheimnisumwobenen Orten der Eifel auf der Spur

Geheimnisumwobenen Orten der Eifel auf der Spur

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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„Auf die Socken machen“ lautete das Motto für Autor Hubert vom Venn und Kameramann Kurt Schreiber (re.). Dirk Neuß (Mi.) hat als Initiator von Mon-TV die DVD mit 17 außergewöhnlichen Ausflugstipps produziert. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. „Das wusste ich nicht“, lauteten häufig die hoch erstaunte Reaktionen von Ortskundigen, wenn sie von wundersamen, außergewöhnlichen oder kaum bekannten Orten oder Ereignissen in ihrem vertrauten Umfeld erfahren.

Damit solche Wissenslücken geschlossen werden, macht sich der Roetgener Eifelkabarettist Hubert vom Venn (63) gemeinsam mit seinem Kameramann Kurt Schreiber (66) aus Mützenich regelmäßig auf sie Socken, um für den lokalen Internetfernsehsender Mon-TV kleine Besonderheiten in der Eifel und im belgischen Grenzgebiet aufzuspüren, zu hinterfragen und dann als Auflugstipps zu präsentieren.

Alle 14 Tage ist das Duo seit rund einem Jahr irgendwo in der Eifel unterwegs, um kleine Geheimnisse zu lüften, und zwischenzeitlich haben sie soviel lokalhistorischen Stoff zusammengetragen, dass die Sammlung nun als DVD beim Rhein-Mosel-Verlag erschienen ist. Passenderweise „Auf die Socken machen“ heißt der Titel der DVD, auf der insgesamt 17 Orte in der Eifel vorgestellt werden, die abseits der hinreichend bekannten Sehenswürdigkeiten in der Eifel liegen. Bildwirksam mit einem original London Taxi brachen die Autoren nach Mützenich auf, um hier ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen. Hubert vom Venn: „Die Idee war, besondere Orte aufzusuchen, die selbst den Einheimischen unbekannt sind.“

In Mützenich am Roten Venn nahe der Grenze zu Belgien war der Drehort für die erste Folge für Mon-TV, und hier reifte auch der Entschluss, es nicht bei einer Eintagsfliege zu belassen, sondern die Ausflugstipps auf lange Sicht anzulegen. Doch was gibt es am Ortsrand von Mützenich unweit des Schmugglerdenkmals schon zu bestaunen? Zunächst einmal sieht man nichts außer Fichten und Pfeifengras, wenn Hubert vom Venn wortreich erläutert, dass es hier im Hohen Venn einmal einen Flugplatz gab, der aber inzwischen längst zugewachsen ist.

Hier ließ um das Jahr 1910 der aus Imgenbroich stammende Flugpionier und RWTH-Student Erich Offermann eine rund 250 Meter lange Rampe anschütten, um seine waghalsigen Segelflug-Experimente zu starten. Die günstigen Windverhältnisse auf rund 600 Meter Höhe ließen Offermann diesen Platz auswählen. Sogar mehrere Hangars wurden hier errichtet. Über den weiteren Lebenslauf des Flugpioniers wie auch über in den 1950er Jahren angestellte abenteuerliche Vermutungen zur Herkunft der Erhebung im Hohen Venn erzählt der Kurzfilm ebenfalls.

Aber der Zuschauer erfährt noch mehr: Wem ist die Explosionskatastrophe bei Prüm Ende der 1940er ein Begriff oder was hat es mit der Adenauer-Villa in der Vulkaneifel auf sich? Die heutige Ruine hat der Alt-Bundeskanzler übrigens nie betreten.

Die DVD „Auf die Socken machen“ bietet immer wieder Überraschungen und Einblicke in versteckte Geheimnisse der Eifel, die der Autor meistens mit heiteren Zwischentönen anreichert, wenn es beispielsweise um das Grab eines Mannes geht, der eine Frau war. Aber auch einige durchaus bekannte Orte und Ereignisse werden präsentiert, sei es das Krimihaus in Hillesheim oder das weltgrößte Omelett in Malmedy.

Im Zuge der Recherchen trafen vom Venn und Schreiber auf immer neue Orte, die man bislang oft nur vom Hörensagen kannte, so dass der Start der zweiten Staffel von „Auf die Socken machen“ unmittelbar bevorsteht. In dieser Staffel soll übrigens verraten werden, warum das Rathaus im ostbelgischen Bütgenbach so weit außerhalb des Ortszentrums steht.

Produzent Dirk Neuß (52) von Mon-TV freut sich über den bisherigen Erfolg des etwas anderen Reiseführers und betont, dass die Serie „Auf die Socken machen“ in ihrer Form der Darstellung nicht nach Perfektion strebe, sondern auch in Zukunft den Charakter einer handgemachten Reisereportage beibehalten solle.

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