Kalterherberg - Geformt aus Lehm, irden und erdverbunden

Geformt aus Lehm, irden und erdverbunden

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Der spannende Augenblick: Lehmbauer und Handwerker entfernen die Verschalung der Sakramentsäule. Foto: Elmar Sommer

Kalterherberg. In der katholischen Kirche beginnt, wen wunderts, irgendwie alles bei Adam und Eva, bei der Sache mit dem Lehm, als Gottvater daraus den ersten Menschen formte. In diese Richtung entwickeln sich auch die spirituellen Gedanken von Kalterherbergs Pastor Karl Schnitzler, wenn er über den derzeitigen Umbau der St. Lambertus-Pfarrkirche sinniert.

Aus Erde geschaffen, irdisch und erdverbunden sein, und die Menschwerdung dieses Jesus Christus einbeziehend, laut Katholizismus der Sohn Gottes, aus der Erde geboren. Altar, Ambo und Sakramentsäule, die seit Anfang Januar aus Lehm enststehen, erinnern Schnitzler auch an dieses Ereignis, an die ärmliche Geburt des Heilands der Christenheit in einer Krippe.

Im Innenraum der Pfarrkirche tut sich seit Jahresbeginn nach zweijähriger intensiver Planung Bemerkenswertes. Der Hochaltar ist verschwunden, seinen Platz nimmt eine Sakramentsäule aus in der Natur vorhandenem Lehm ein, gestampft und demnächst fein bearbeitet. Am Mittwochnachmittag wurde die Verschalung entfernt. Pfarrer Schnitzler, Architekt Elmar Sommer, der Lehmbauer und die vielen freiwilligen Helfer aus der Pfarrgemeinden waren zufrieden mit dem Ergebnis.

Vor dem Chorraum, quasi mittendrin in der Kirche, entstehen aus demselben Material Ambo und Altar. Letzterer unter einem großen Ringleuchter von fast vier Metern Durchmesser, der künstliches wie auch Kerzenlicht spenden kann.

Die Platten für die drei liturgischen Orte liefert der alte Hochaltar, wie Architekt Sommer, für den profanen Teil der Umbauten zuständig, erläuterte.

Auf der Sakramentsäule im nunmehr fast leeren Chorraum wird das alte Tabernakel seinen Platz finden. Der Chorraum, so Sommer, soll künftig als Ort der Anbetung dienen. Darüber hinaus können dort auch kleinere Feiern wie etwa Schulgottesdienste stattfinden. Dazu wird eine U-förmige Sitzbank entlang der Außenwände angebracht. An Hochfesten der katholischen Kirche oder bei Gottesdiensten, zu denen viele Besucher erwartet werden, kann im Chorraum eine lose Bestuhlung aufgestellt werden. Die bislang über dem Seitenaltar platzierte Marienfigur wird an der rechten Wand des Chorraumes neu aufgestellt.

Betritt der Gläubige das Gotteshaus, dann, so der Plan des Architekten, soll er sehen, dass die Sakramentsäule Altar und Ambo überhöht. Diese drei wesentlichen Orte des liturgischen Geschehens befinden sich auf einer Linie, der achsialen Ordnung des Kirchenraums folgend.

Rechtzeitig zum Osterfest sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und in der Osternacht sollen die zwölf Kerzen auf dem großen Leuchter erstmals erstrahlen. So Gott will.
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