Gefahren im Linienbus: Zum Schulbeginn mit der Busschule unterwegs

Von: jpm
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Bei der ersten Vollbremsung fliegt er wieder, der Udo: Warum man lieber nicht in der Mitte der letzten Bankreihe eines Busses Platz nehmen sollte, erklärte Polizist Bernd Goffart gestern den Kindern des St.-Michael-Gymnasiums anhand seiner mitgebrachten Puppe. Foto: Jan Mönch

Monschau. Hübsch ist Udo nun nicht gerade. Das könnte daran liegen, dass nicht immer vorsichtig mit ihm umgesprungen wird. Und daran, dass er im Bus gern auf der Rückbank Platz nimmt, genau auf dem mittleren Sitz. Also da, wo meist die besonders coolen Schüler sitzen. „Auf diesem Platz aber”, hat Klaus Hamacher vom Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein (RVE) erklärt, „da sollte eigentlich am besten überhaupt niemand sitzen. Auch Udo nicht.

Und nun demonstriert der Busfahrer den Schülern vom St.-Michael-Gymnasium Monschau, warum nicht: Nach einer Rechtskurve lässt er seinen Gelenkbus eine Vollbremsung vollführen. Udo fliegt in hohem Bogen mehrere Meter durch den Gang - und bleibt als traurig verdrehtes Knäuel liegen.

Udo kennt das schon. Die Puppe wird jedes Schuljahr zum Einsatz gebracht, wenn Polizei und RVE die Monschauer Schulen abklappern, um den Schülern zu erklären, welche Gefahren eine alltägliche Busfahrt mit sich bringen kann - jedenfalls dann, wenn man die Gefahren nicht kennt oder unterschätzt. „Statt Udo könnte man natürlich auch einen Sack hinten auf den Sitz setzen”, sagt Bernd Goffart von der Polizei Monschau. „Aber die Puppe demonstriert trotzdem besser, was passiert.”

Der Gelenkbus fährt in Monschau stets zu Schuljahresbeginn von Schule zu Schule. Nachdem am Donnerstag das Gymnasium St. Michael dran war, machen Hamacher, Goffart sowie RVE-Betriebsleiter Holger David am Freitag Halt an der städtischen Realschule. Dienstag folgt die Grundschule Imgenbroich, Mittwoch an der Bischöflichen St.-Ursula-Realschule für Mädchen. Für die anderen Grundschulen stehen die Termine noch nicht fest.

Jedem Erstklässler und jedem Fünftklässler - also den Schülern, die sich an an neue Routen oder überhaupt ans Busfahren gewöhnen müssen - soll so unter die Arme gegriffen werden.

Eine weitere Gefahrenquelle: Die „Ziehharmonika”, die Vorder- und Hinterteil der immer häufiger eingesetzten Gelenkbusse verbindet. Ernsthaft verletzen kann man sich an denen zwar nicht, wohl aber böse die Finger einquetschen. Ob er denn eine Strafe zahlen müsse, wenn sich doch jemand an den Lamellen weh tut, will einer der Schüler von Klaus Hamacher wissen. „Nö, das ist dann eigene Dummheit”, antwortet der Busfahrer mit gespielter Strenge - und da hat er Recht, zumindest jetzt, wo er die Schüler aufgeklärt hat.

Holger David übernimmt in der Busschule den theoretischen Part. Und während Hamacher und Goffart draußen Udo durch den Bus fliegen lassen, erklärt er, wann welcher Bus wohin fährt, wo es Anschlüsse in welches Dorf gibt und an welchen Haltestellen besondere Vorsicht geboten ist. Als Betriebsleiter weiß man so etwas natürlich aus dem Effeff, als Neuling am Gymnasium ist es schon schwerer, einen Überblick zu bekommen, gerade im ländlichen Raum.

Und noch ein Punkt liegt dem RVE am Herzen: Die Kinder vom Vandalismus in den Bussen abzuhalten. Das klappt offenbar sogar ganz gut. „Die Beschädigungen in unseren Bussen haben nachgelassen, seit wir mit der Busschule unterwegs sind. Auch Nothämmer werden nicht mehr so oft geklaut”, sagt Holger David.

Wenn die Kinder ein mal verstanden haben, dass so ein Utensil durchaus Sinn und Zweck hat, lassen sie es offenbar auch an Ort und Stelle. Und vielleicht macht es auch ganz einfach Eindruck, wenn ihnen das ein Polizeibeamter in voller Montur erklärt.
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