Gedenktafel soll auch an die 56 zivilen Toten des Kriegs erinnern

Von: fm
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Die Vorstandsmitglieder Lothar Mertens, Norbert Jansen und Therese Hermes zeigen an, wo demnächst die angedachte Gedenktafel ihren Platz an der Leichenhalle finden soll. Foto: Franz Mertens

Kalterherberg. Weihnachten 1944 starben bei der Bombardierung von Malmedy viele Zivilisten. Dazu zählten auch 20 Kalterherberger. Im September ´44 waren die amerikanischen Truppen in Kalterherberg einmarschiert. Das Dorf lag jetzt im Kampfgebiet. Kurze Zeit später evakuierten die Amerikaner die deutsche Zivilbevölkerung nach Malmedy.

Für viele der Evakuierten begann damit eine lange Odyssee durch viele Orte in Belgien und den Niederlanden, ehe sie nach Wochen und Monaten die Heimat wiedersahen.

Im vergangenen Jahr jährten sich die Ereignisse von Malmedy zum siebzigsten Mal. Am 11. Dezember 2014 fand deshalb ein bewegender Gedenkgottesdienst statt, über den wir berichtet haben. Für die in beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten aus Kalterherberg gibt es in der Pfarrkirche und auf dem Friedhof eine bleibende Stätte der Erinnerung. Für die zivilen Toten des Dorfes gibt es aber keinen Ort, wo ihrer mit Namen und dem Todesort gedacht wird. Der Gedenkgottesdienst im vergangenen Jahr machte dies deutlich.

Der Heimatverein hat diesen Gedanken aufgegriffen und möchte einen Ort der Erinnerung an die zivilen Opfer des letzten Krieges an zentraler Stelle im Dorf schaffen. Nach den Vorstellungen des Vereins soll eine Gedenktafel an der Südseite der Friedhofskapelle an alle bekannten Ziviltoten erinnern. Nach Archivunterlagen aus der früheren Gemeinde Kalterherberg hat es insgesamt 56 zivile Opfer im letzten Krieg gegeben. Neben der Bombardierung von Malmedy hat es noch zahlreiche andere Ziviltote gegeben. Eine Gedenktafel in den Maßen von 1,30 Meter mal 50 Zentimeter in Bronze mit allen 56 Namen kostet nach vorliegendem Kostenvorschlag etwa 4000 Euro.

Diese Summe kann der Heimatverein alleine nicht stemmen. Der Verein ist bereit, etwa ein Drittel der Kosten zu übernehmen. Die Deckungslücke hofft er, durch Spenden der Dorfbevölkerung und der ortsansässigen Firmen zu schließen. Angesichts der klammen öffentlichen Haushalte ist aus öffentlichen Geldern keine finanzielle Unterstützung für dieses Projekt zu erwarten. Ob sich aus anderen gemeinnützigen Quellen Gelder erschließen lassen, bleibt abzuwarten. Wenn der Heimatverein dieses Projekt wie geplant umsetzen will, wird er auf Spenden aus dem Ort angewiesen sein.

Wer dazu bereit ist, kann seine Spende auf das Konto 1070122070 bei der Sparkasse Aachen, BLZ 39050000, einzahlen oder überweisen unter dem Stichwort „Gedenktafel“. Spendenquittungen für das Finanzamt können auf Wunsch ausgestellt werden. Die Verantwortlichen beim Heimatverein sind weiter zuversichtlich, dass ihr Projekt an den Finanzen nicht scheitern wird.

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