Nordeifel - Gedämpfte Freude der „MON“-Freunde

Gedämpfte Freude der „MON“-Freunde

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
5374957.jpg
Das MON-Kennzeichen ist dank der von Berthold Thoma gegründeten Initiative wieder da. Nur das allein, findet er, kann der Altstadt nicht helfen. In Monschau könnte die Städteregion seiner Meinung nach ein reiches Betätigungsfeld finden, um der ehemaligen Kreisstadt neue städtebauliche Impulse zu geben. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Als der Kalterherberger Heimatforscher und bekennende Verfechter der alten Kreisgrenzen vor 1972, Berthold Thoma, vor ziemlich genau zwei Jahren eine „Bewegung zur Wiedereinführung des MON-Kennzeichens ins Leben rief, waren es höchstens ein paar Nostalgiker, die sich mit dieser Initiative identifizieren konnten.

Sowohl bei der Stadtverwaltung als auch bei den Fraktionen in Monschau winkte man ab und zeigte kein Interesse an dem Thema. Man setze andere Prioritäten zum Wohle der Bürger, hieß es.

Inzwischen ist die Wiedereinführung des MON-Kennzeichens Realität. Der Städteregionstag hat dies am 11. April 2013 mit der Stimmen-Mehrheit von CDU und Grünen so beschlossen. Zu den aus Kreis Monschau-Zeiten noch offiziell 87 alten MON-Kennzeichen werden bald einige neue hinzu kommen. Ab 2. Mai ermöglicht das Straßenverkehrsamt eine Kennzeichen-Reservierung im Internet.

In der zurückliegenden Sitzung des Monschauer Stadtrates zeigten sich alle Fraktionen zufrieden mit dem Ausgang der Geschichte, wobei Städteregionsrats-Mitglied Alexander Lenders (CDU) die ablehnende Haltung der SPD missfallen hatte.

Allein die Monschauer Vertreterin Martina Rader habe für den Antrag gestimmt. Die Einlassung von Ratsvertreterin Monika Dosquet aus Höfen, dass es schließlich die Monschauer SPD gewesen sei, die die MON-Intiative ins Rollen gebracht habe, wurde von Bürgermeisterin Margareta Ritter korrigiert. Diesen Verdienst müsse man wohl Berthold Thoma und seiner Bürgerinitiative einräumen.

Diese späte Würdigung hört Thoma gerne, dennoch fällt eine Woche nach dem Beschluss die „Nachlese“ der Interessengemeinschaft zur Wiedereinführung des MON-Kennzeichens sehr differenziert aus. Die IG traf sich in dieser Woche, um Bilanz zu ziehen.

Trotz des jüngst erfolgten Beschlusses durch den Städteregionstag wurde es allgemein „als Enttäuschung“ empfunden, dass von mehreren Seiten die Wiedereinführung des MON-Kennzeichens als „reine Spinnerei einiger unverbesserlicher Nostalgiker“ abgetan worden war.

Berthold Thoma, der Sprecher der IG, zitiert noch einmal eine Studie von Professor Ralf Bochert von der Uni Heilbronn, wonach die Menschen sich unter ihren früheren Kfz-Kennzeichen besser integriert fühlten.

Dies hatte eine Befragung von über 11000 Menschen in 51 Städten ergeben. Thoma: „Wir sind davon ausgegangen, dass die Wiederbelebung unseres früheren Kennzeichens eine reine Formsache wäre“.

Mit so viel Widerspruch seitens der Städteregion Aachen habe man nicht gerechnet, insbesondere deshalb nicht, „weil das vor Jahren erfolgte Zusammenlegen der Straßenverkehrsämter von Stadt und Kreis Aachen, das uns allen höhere Versicherungsbeiträge in der Kfz-Versicherung eingebracht hat, ohne große Schwierigkeiten und Widersprüche umgesetzt wurde“. Zudem sei im Nachbarkreis Düren die Wiedereinführung des Alt-Kennzeichen problemlos über die Bühne gegangen.

Es habe die Interessengemeinschaft „sehr nachdenklich gestimmt, wenn eine solche Lappalie aus der Nordeifel in Aachen mit einer solchen Wucht abgelehnt wird“. Wie würden dann erst Angelegenheiten der Nordeifel behandelt, die Geld kosteten?, fragt sich die IG.

Seitens der noch recht jungen Städteregion Aachen sei argumentiert worden, dass man sich in die neue Struktur einfügen möge. Thoma: „Das würden wohl alle Eifeler gerne tun, wenn sie sich zur Städteregion Aachen hingezogen fühlen könnten.“

Aber wie solle das funktionieren, „wenn wir noch nicht einmal eine zeitgemäße Straßenverbindung zwischen der Eifel und Aachen haben. Die Streckenführung wird auch nicht dadurch verbessert, dass diese oft verstopfte Straße durch mehrere Blitzanlagen gesichert wird“. Ein solcher Zustand sorge für Unfrieden in der Region.

Wenn die Städteregion Aachen die Nordeifeler wirklich integrieren wolle, müsse man auch in den Wirtschaftsraum Aachen integriert werden.

Berthold Thoma nennt einen konkreten Vorschlag: In Monschau stünden künftig Schulen leer, in der Altstadt seien es bereits zahlreiche Objekte. Warum setzten sich die Städteregion und das Land nicht dafür ein, dass die Fakultäten für Bauingenieurwesen und Architektur der RWTH oder der Fachhochschule Aachen eine Zweigstelle für Stadtsanierung und Bauerhaltung in Monschau einrichteten?

Die Infrastruktur sei größtenteils vorhanden. Berthold Thoma ist überzeugt: „Das wäre auch ein Schritt seitens der Städteregion zur Dämpfung der Abwanderung junger Leute aus der Nordeifel und würde gewiss das Herz der Nordeifeler für die Städteregion Aachen öffnen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (28)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert