„Gartenhaus“ soll unter Denkmalschutz gestellt werden

Von: ag
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Das ehemalige Gartenhaus der Tuchmacherfamilie Scheibler aus dem 18. Jahrhundert: das Gebäude Auf den Planken in Monschau soll jetzt unter Denkmalschutz gestellt werden. Foto: A. Gabbert

Monschau. Etwas versteckt liegt das Haus hinter der Markthalle. Für die Besucher der Altstadt ist das Gebäude kaum wahrnehmbar, da es auf der Ost- und Südseite durch eine Werkhalle umbaut ist. Jetzt soll das Haus Auf den Planken 3 in der Monschauer Altstadt in die Liste der Denkmäler eingetragen werden.

Das hat der Planungsausschuss der Stadt Monschau am Dienstag beschlossen.

Das besondere an diesem „Gartenhaus“ ist, dass es einst zu den Gärten der Tuchmacherfamilie Scheibler gehörte. Ursprünglich bestand das 5,25 Meter breite und 10,75 Meter lange Fachwerkgebäude nur aus einem einzigen großen Raum. Der Denkmalwert wird damit begründet, dass es bedeutend für die Geschichte des Menschen sei, weil es zeige, wie die Bürger im Zeitalter des Spätbarocks ihre Gärten nicht nur zum Gemüse- und Obstanbau, sondern auch zur Erbauung und zum Vergnügen nutzten.

Am Objekt wird schon gebaut

Bedeutend für die Geschichte der Städte und Siedlungen sei es, weil das Gartenhaus ein ganz wesentlicher Bestandteil der ehemaligen Scheibler‘schen Gärten ist, die ihrerseits nur im Zusammenhang mit der Ära der Tuchfabrikation in Monschau betrachtet werden können. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann der Aufstieg der Tuchfabrikanten Scheibler in Monschau, die nachfolgend mit ihren Wohn- und Industriebauten sowie den Park- und Gartenanlagen das Bild der Stadt wesentlich prägten.

Heinrich Jansen (CDU) sagte im Planungsausschuss, man dürfe jetzt nichts versäumen, „zumal an dem Objekt schon gebaut wird“.

Gregor Mathar (SPD) tat sich etwas schwerer. „Es wird gemunkelt, dass es bald nicht mehr die Form eines Gartenhauses haben wird“, sagte Mathar. Man müsse hinterfragen, „was es werden soll“. Diese Frage sei aber im nichtöffentlichen Teil der Sitzung besser aufgehoben.

Werner Krickel (Grüne) konnte die Argumentation der SPD nicht nachvollziehen. Es handele sich um ein Kleinod des Denkmalschutzes, dem das Rheinische Amt für Denkmalpflege bescheinigt habe, dass es „etwas Besonderes sei, was man sonst nirgendwo hat“. „Es handelt sich hier nicht um ein kleines Gartenhaus für 700 Euro aus dem Baumarkt“, sagte Krickel. Die laufenden Baumaßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege. Der Denkmalschutz sei das „sinnvollste und beste Element, um zu verhindern, dass der Bauherr größere Veränderungen vornimmt“.

Einmalige Chance

Micha Kreitz (CDU) sprach von einem einmaligen Gebäude aus dem barocken Stadtbild und einer einmaligen Chance, es nun im Einvernehmen mit dem Bauherrn unter Denkmalschutz zu stellen. „In der Barockgeschichte steckt großes Kapital“, betonte Kreitz.

Wenn das Vorhaben in Abstimmung mit dem Eigentümer und dem Amt für Denkmalpflege erfolge, wolle man sich nicht verweigern, erklärte Mathar. Dafür stimmen wollte die SPD aber auch nicht. Die Mitglieder des Planungsausschusses stimmten bei zwei Enthaltungen der SPD dafür, das Haus unter Denkmalschutz zu stellen.

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