Ganze Straßenzüge von Leerstand bedroht

Von: P. St.
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Problemfall Eschbachstraße: Die ehemals bedeutsame Geschäftsstraße in der Altstadt Monschau hat heute mit Leerständen zu kämpfen. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Die vielen Leerstände in der Altstadt Monschau sind nicht erst seit gestern ein Problem. Der historische Stadtkern ist als Wohnraum für viele Menschen nicht mehr attraktiv. In der fatalen Kombination mit der demografischen Entwicklung sinkt die Bevölkerungszahl seit Jahrzehnten.

„Die Leerstände werden bald ganze Straßenzüge wie die Eschbachstraße oder die Kirchstraße erfassen“, sieht auch Altstadt-Ortsvorsteher Georg Kaulen diese Entwicklung mit Sorgen. „Die Situation ist schon erschreckend“, muss auch er feststellen, doch eine perfekte Lösung kann auch Georg Kaulen nicht herbeizaubern.

Eine Folge des Leerstandes in der Altstadt ist die sichtbar zunehmende Anzahl von Ferienwohnungen. Diese Entwicklung kam auch in der zurückliegenden Sitzung des Monschauer Stadtrates zur Sprache, wo FDP-Ratsherr Wolfgang Weber Näheres über die aktuelle Entwicklung auf dem Monschauer Wohnungsmarkt wissen wollte. Weber, selbst Besitzer mehrerer Ferienwohnungen in der Altstadt, sah im steigenden Angebot von neuen Ferienwohnungen „negative Folgen“ für die Stadt Monschau.

Der Altstadt-Ratsvertreter hatte seine Gedanken in einer umfangreichen Anfrage an die Stadtverwaltung im Herbst vorigen Jahres zum Ausdruck gebracht und sich erkundigt, wie hoch der Bestand an Häusern insgesamt ist, wie viele davon leerstehen, wie viele als Zweitwohnsitz oder Ferienwohnung genutzt würden und wie viele Häuser sich in ausländischem Besitz befänden. Auch wollte Weber wissen, wie viele Häuser in Eigentumswohnungen umgewandelt worden seien und wie viele Betten in Hotels und Ferienwohnungen zur Verfügung stünden.

Eine Antwort hat Wolfgang Weber bisher nicht erhalten, da laut Bürgermeisterin Margareta Ritter die Verwaltung nicht über die erforderlichen Daten verfüge, um die Fragen in ihrer Komplexität zu beantworten.

Aber auch ohne Antworten ist für Wolfgang Weber das Problem offensichtlich. Die als Ferienwohnungen genutzten Häuser stünden beispielsweise für junge Familien nicht mehr zur Verfügung. Außerdem würden die Altstadtbewohner, so ein weiterer Gedanke Webers, durch diese Entwicklung zusätzlich belastetet, weil die Kosten für den Erhalt der Infrastruktur von immer weniger Bürgern getragen werden müsse.

„Das Problem kann man nicht totschweigen“, sagt Wolfgang Weber. Vor 15 Jahren seien laut Angaben in einem Unterkunfts-Prospekt knapp 10 Ferienwohnungen angeboten worden, heute schätzt er deren auf 50.

Die Zahl von 50 Ferienwohnungen hält auch Georg Kaulen für realistisch, wenngleich er in der Anfrage des Ratskollegen auch durchaus Eigeninteresse im Hinblick auf eine wachsende Konkurrenzsituation erkennt.

„Mir wäre es auch lieber, wenn Monschauer Bürger in die leerstehenden Häuser einziehen würden, aber diese Bürger stehen leider nicht Verfügung“, sieht der Ortsvorsteher die Realität, aber Ferienwohnungen seien ihm allemal lieber als Leerstände. Der Bedarf an zusätzlichen Ferienwohnungen sei auf jeden Fall gegeben; insbesondere bei Veranstaltungen in der Altstadt sei die Nachfrage sehr groß. Die hohe Zahl der Ferienwohnungen kann sich Kaulen leicht erklären: Viele Zimmervermieter hätten inzwischen ihr Angebot aufgewertet und würden jetzt komplette Ferienwohnungen statt „Zimmer frei“ anbieten.

„Besser Ferienwohnungen als vollkommener Leerstand“, sagt auch Margareta Ritter. Offenbar gebe es für ein erweitertes Angebot an Ferienwohnungen in der Altstadt einen Markt. Letztlich solle man froh sein, „dass es noch Kaufinteressenten für Häuser in der Altstadt Monschau gibt.“ Außerdem sei es ja jedem Besitzer von Ferienwohnungen unbenommen, Dauermieter zu gewinnen.

Dass durch die Zunahme von Leerständen „das bürgerschaftliche Umfeld“ leide, sei nicht von der Hand zu weisen, aber in diesem Punkt gebe es ja bereits einige Aktivitäten, die dieser Entwicklung entgegenwirkten.

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