Ganz früh am Morgen hat der singende Hirte die besten Ideen

Von: Peter Stollenwerk
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Wieder im Dauereinsatz: Reiner Jakobs, der singende Hirte in der Höfener Landschaftskrippe.

Höfen. Ente, Fasan und Eichhörnchen haben vorübergehend ihren Platz in den Kirchenbänken gefunden, die Gottesmutter Maria wartet auf die frohe Botschaft, und in der Zimmermanns-Werkstatt muss noch eine ordnende Hand eingreifen. Nur der Milan hat bereits seinen festen Platz gefunden.

Er schwebt mit ausgebreiteten Schwingen über dem Altar, und ein leichter Luftzug hält ihn ständig Bewegung. Beim ersten Anblick glaubt man, dass der große Raubvogel seinen Runde durch das Kirchenschiff zieht. Die Höfener Pfarrkirche Michael wird für zwei Monate wieder ihr Gesicht verändern. Reiner Jakobs, inzwischen weithin bekannt als „singender Hirte”, ist mit Beginn der Adventszeit wieder im Einsatz.

20 Meter breite Landschaftskrippe

Zum 20. Mal hat der 69-Jährige mit einem verlässlichen Helferteam wieder seine riesige Landschaftskrippe auf rund 20 Meter Breite errichtet. Das immer wieder beeindruckende Kunstwerk aus Naturmaterialien ist für viele Menschen ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit, und gemessen an der Resonanz des Vorjahres dürften wieder rund 10.000 Menschen aus aller Welt nach Höfen kommen, um die Landschaftskrippe zu bestaunen, aber auch um den singenden Hirten wieder in Aktion zu sehen.

Der Hirte: Teil des Gesamtkunstwerks

Ab kommendem Samstag wird Reiner Jakobs fast bescheiden im Hintergrund wieder seinen Platz in der Krippe einnehmen, und es gilt, ihn erst einmal hinter einer alten Wurzelstock zu entdecken. Mit Felljacke und Schäferhut ist er ein Teil des Gesamt-Kunstwerkes. Gitarre, Planflöte und Mundharmonika liegen in griffbereit in der Nähe. 59 Tage, bis Ende Januar 2011 wird Reiner Jakobs in der Krippe verbringen, täglich acht Stunden am Stück, auch an Weihnachten und Neujahr.

472 Stunden wird er in der Kirche verbringen, aber erfahrungsgemäß werden es noch einige mehr. Schon am gestrigen Donnerstag traf der erste Bus mit Gästen aus Duisburg ein, die die Landschaftskrippe unbedingt sehen wollten, auch wenn rund um den Altar noch eine Art Großbaustelle herrschte. Aber den neuen Stern in Gold, hoch über der Krippe, den Reiner Jakobs „modernisiert” hat, wie auch viele andere Details, konnte die Besucher bereits bestaunen.

Seit 15 Tagen ist das Aufbauteam bei der Arbeit, jetzt geht es an die Feinarbeit. Reiner Jakobs: „Wir müssen aufpassen, dass jeder Vogel am richtigen Nest sitzt, weil es Leute gibt, die sich das alles genau anschauen.” Rund 250 präparierte Tiere, die man in heimischen Wäldern findet, machen aus Krippe auch ein kleines Naturkundemuseum.

Immer noch motiviert

Ein Plan, wie die Krippe aufgebaut wird, brauchte Reiner Jakobs nicht. „Die besten Ideen hab ich am frühen Morgen”, erzählt der singende Hirte, der in diesen Tagen spätestens um fünf Uhr früh in der Kirche ist, und sich von der Stille des beginnenden Tages inspirieren lässt. „Immer noch motiviert” sei er, wenn es an Bau der Krippe gehe. Dies mag auch daran liegen, dass er seit inzwischen zwei Jahrzehnten auf diese enorme Unterstützung der Besucher vertrauen kann, denn auch in diesem Jahr fließt der gesamte Erlös aus der Spendenbox an der Krippe direkt dem Förderverein „Hilfe für krebskranke Kinder” im Klinikum Aachen zu. Der Leiter der Station, Prof. Dr. Rolf Mertens, konnte im letzten Jahr die beträchtliche Summe von 34500 Euro entgegennehmen, die in die Ausstattung der Station und damit in die Heilung der kleinen Patienten investiert wird.

Beim Aufbau der Landschaftskrippe ist nicht nur Phantasie sondern auch jede Menge handwerkliches Geschick gefragt. Hierbei sind Engelbert Roder, Franz Roder, Rudi Rader, Erich Jakobs und Klaus Schülter verlässliche Kräfte. Auch diesmal gelang es wieder problemlos, die acht Meter hohe Edeltanne zu platzieren, die diesmal übrigens aus dem Garten von Reiner Jakobs selbst stammt.

Zu den Sehenswürdigkeiten in der Landschaftskrippe gehört auch die originalgetreu nachgebaute Eifeler Werkstatt. Hier wird fürs erste der hl. Josef als Zimmermann seinen Platz bekommen, dem Reiner Jakobs einen Hobel in die Hand drückt.

Wenn das letzte Schaf seine Stelle zum Grasen gefunden hat, der letzte Buchfink am richtigen Nest sitzt, und sich das Wasserrad leise dreht, dann kann es losgehen. „Wenn ich um 10 Uhr die Kirche aufschließe, stehen meistens schon ersten Leute da”, sagt Reiner Jakobs, der wieder ein großes Repertoire an Liedern bereit hält. „Am liebsten höre die Besucher âStille NachtÔ auf der Panflöte”, weiß er. Und es gibt wohl niemanden, dem bei diesen Klängen in dieser Umgebung nicht warm ums Herz wird.

Täglich von 10 bis 18 Uhr in der Krippe

Ab Samstag, 4. Dezember, ist Reiner Jakobs, der singende Hirte, in der Landschaftskrippe der Pfarrkirche St. Michael Höfen, wieder präsent. Bis zum 30. Januar 2011, wird er täglich von 10 bis 18 Uhr vor Ort sein und mit Gesang, Panflöte, Gitarre und Mundharmonika die Besucher unterhalten. Der Erlös ist für die Kinderkrebsstation im Klinikum Aachen.

Telefonische Anmeldung für Gruppen im Pfarramt Höfen unter 02472/2355 oder bei Reiner Jakobs, Tel. 02472/1373.

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