Galerie „Einmalich“: Fruchtsäure und Fotos zum Geburtstag

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In ihrer Jubiläums-Ausstellung „Zwei“ präsentiert Johanna Malich Werke des Fotografen Geert Balvers und des Bildhauers Matthias Kohn. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Dass sich am Wochenende zur Vernissage der Ausstellung „Zwei“ besonders viele Besucher in der Roetgener Galerie „Einmalich“ drängten, hatte einen besonderen Grund. Vor genau zehn Jahren, am 3. November 2002, öffnete Johanna Malich zum ersten Mal ihr Haus in der Greppstraße für die Präsentation zeitgenössischer Kunst.

„Zwei“ – das sind die Künstler Geert Balvers und Matthias Kohn. Der Fotograf Geert Balvers hat die alte Technik der Polaroid-Fotografie für sich wiederentdeckt und fängt mit seiner Kamera unwiederholbare Augenblicke ein. Mit einer Fruchtsäureätztechnik verleiht der Bildhauer Matthias Kohn den Oberflächen seiner Skulpturen außergewöhnliche Strukturen.

Beuys kennengelernt

Anlässlich des Jubiläums blickte Johanna Malich zurück auf die Anfänge. „Schon als kleines Mädchen faszinierten mich Kunstkalenderblätter“, erinnert sie sich, dass sie schon früh eine besondere Beziehung zur Kunst entwickelte. An der Werkkunstschule Düsseldorf studierte sie Industriedesign. Später folgte ein Lehramtsstudium und heute unterrichtet sie im Fachbereich Gestaltung am Berufskolleg.

Die Zeit in Düsseldorf, in der sie u. a. Joseph Beuys kennenlernte, war prägend für Johanna Malich. Hier entstanden viele Kontakte, die sie bis heute pflegt und die es ihr ermöglichen, immer wieder außergewöhnliche Künstler für eine Ausstellung in der Eifel zu gewinnen.

Das Konzept, Kunst in einem eher privaten Rahmen in gastfreundlicher und lockerer Atmosphäre zu präsentieren, hat sie in Belgien erlebt und als Möglichkeit für sich gesehen, ihrer Leidenschaft einen angemessenen Raum in ihrem Leben zu geben. Das Wortspiel ”einmalich” ist nicht nur Reminiszenz an ihren Namen, sondern auch Programm, denn sie sucht – und findet – stets das Einmalige und Besondere.

Vor 36 Jahren war Johanna Malich mit ihrem Mann, dem Künstler Rainer Malich, in die Eifel gekommen. Die ehemalige Weberei in der Greppstraße bot Raum für die wachsende Familie mit den Töchtern Rosa und Sophie und vielfältige künstlerische Aktivitäten von Ausstellungen bis zu Kindermalkursen. „2002, nachdem die Töchter aus dem Haus waren, habe ich für mich neue Wege gesucht“, denkt Johanna Malich zurück. Sie wagte sich an die Verwirklichung ihres Traums und öffnet seitdem dreimal im Jahr ihr Haus für die Kunst. Nach zehn Jahren blickt sie nun ebenso zufrieden zurück wie mit Zuversicht in das zweite Jahrzehnt.

„Kunst braucht einen Rahmen, der ihr gerecht wird“, betont Johanna Malich und dazu gehört nach ihrem Verständnis, dass es die Möglichkeit geben soll, sich wie ein willkommener Gast einfach hinzusetzen und zu genießen. „Das bringt auch Gespräche in Gang“, freut sie sich immer wieder über die lebhafte Auseinandersetzung ihrer Besucher mit den ausgestellten Objekten. Von der positiven Resonanz zeugen die vielen Kommentare in ihrem dicken Gästebuch.

Zu den oft aus der Region stammenden oder wohnenden Künstlern, die bei Johanna Malich ausstellten, gehörten unter anderem Kai Savelsberg, Heribert Steinbach, Michael Schulze, Romain Van Wissem, Carola Willbrand und Dan Hepperle. Zweimal war Isha Fofani zu Gast. „Mama Afrika geht nach Hause“ war der beziehungsreiche Titel der zweiten Ausstellung, denn heute ist die Künstlerin, die lange in Aachen lebte, als Kulturbeauftragte in ihrem Heimatland Gambia tätig. Zu den Publikumsmagneten gehörten die Skulpturen des Bildhauers Peter Buchholz.

„Gastfreundliche“ Präsentation

Bei den Vernissagen unterstreichen musikalische Begleitung und ein kleiner Imbiss, passend ausgewählt zum Thema der jeweiligen Ausstellung, das Konzept der „gastfreundlichen“ Präsentation. „Die Vernissage bringt immer den größten Publikumszuspruch, aber andere Besucher nutzen auch bewusst die weiteren Öffnungszeiten, um sich ganz in Ruhe mit den ausgestellten Werken zu beschäftigen“, weiß Johanna Malich.

Die aktuelle Ausstellung „Zwei“ ist noch geöffnet am Sonntag, 2. Dezember und 9. Dezember, von 14 bis 18 Uhr.

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