Gästeschwund bei Beatbällen fordert auch „Eifelklänge“

Von: M. S.
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Herzlich willkommen im Club der Probenfleißigsten: Vorsitzender Jochen Jansen (rechts) gratuliert den im vergangenen Jahr übungsaktivsten Instrumentalisten der „Eifelklänge“. Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. Dem multifunktionalen Eicherscheider Veranstaltungszentrum „Tenne“, bis dato ein über Nordeifelgrenzen hinaus bekanntes, repräsentatives Vorzeigeobjekt und wirtschaftliches Erfolgsmodell, „brechen deutlich spürbar die Einnahmen weg. Das liegt vor allem an den radikal sinkenden Besucherzahlen der Beatbälle. Kamen dazu früher bis zu 1500 Besucher, so verringerte sich deren Zahl auf nunmehr je 250 bis 300“.

Mit dieser Nachricht überraschte ein Vorstandsmitglied des Musikvereins „Eifelklänge“ die Zuhörer. Im Rahmen der Hauptversammlung begrüßte Vorsitzender Jochen Jansen Freitagabend im Pfarrheim rund 30 Mitglieder und Gäste.

Aktuell 68 Aktive

Thomas Förster führte unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ aus, die Kunde vom Publikumsschwund bei den Beatbällen habe er während einer Sitzung der Tennen–Trägergesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) erhalten. Sie ist ein Zusammenschluss aus dem Quartett der beiden Eicherscheider Musikvereine, des SV Germania und der Feuerwehr-Löschgruppe.

Der Besucherrückgang bei den Beatbällen soll durch andere Veranstaltungen und neue Ideen kompensiert werden, wie das Vorstandsmitglied aus der GbR-Versammlung berichtete. Dabei seien die Vereine aufgerufen, sich auch weiterhin durch Einsatz eigener Arbeitskräfte für einen reibungslosen Tennen-Betrieb zu engagieren, etwa durch Abstellen von Servicepersonal im Gastronomie-Bereich, Arbeiten an den Außenanlagen der Festhalle oder handwerkliche Dienste wie kleinere Reparaturen am Gebäude. Abgesehen von den Beatbällen ist die Tenne im übrigen nach wie vor bestens gebucht und frequentiert und von daher keinesfalls in ihrer Existenz bedroht.

Nach diesen Informationen entspann sich unter den Gästen eine lebhafte Diskussion. Tenor: „Ich appelliere an alle Vereine, die Tennen-Events durch ihre Mitglieder recht zahlreich zu frequentieren“ (Hubert Förster). Einhellig war man der Auffassung: „Wir Eicherscheider müssen zur Tenne stehen, mit ihr geht es uns, anders als anderswo, so richtig gut. Sie bringt den Dorfvereinen große Vorteile. Andere Orte beneiden uns um diese Einrichtung und Einnahmequelle, sie gehört doch der Bevölkerung“.

Das sah auch Otto Jungblut so. Der Eicherscheider Ratsherr der Gemeinde Simmerath überreichte den „Eifelklängen“, mit Beifall quittiert, eine CD mit instrumentalen Stücken des Eescher Blasorchesters: „Ob in der Tenne, ob in der Kirche wie erst kürzlich zum Luciafest – die Bläserformation ist immer für die Angehörigen der Pfarre Sankt Lucia zu den christlichen Jahreshöhepunkten zur Stelle, dafür herzlichen Dank!“

Die Ehrung der probenfleißigsten Aktiven war ebenfalls ein wichtiger Punkt. Zweiter Vorsitzender Niklas Jansen ehrte in Abwesenheit Monika Förster (62 von insgesamt 69 Übungsabenden), gefolgt von Jochen Jansen, Niklas Jansen, Thomas Förster und Birgit Dreesbach. In den Registern waren die Tubisten unschlagbar (76 Prozent Einsätze).

Das Jahr 2013 war etwas ganz Besonderes! Nicht nur, dass der Musikverein Eifelklänge sein 160–jähriges Bestehen feiern durfte, ein durchweg gelungenes Festwochenende mit Ausrichtung des Musikfestes der Städteregion Aachen war zweifelsohne der Höhepunkt im Vereinsleben 2013.

Aus dem Rechenschaftsbericht des Geschäftsführers Frank Jansen ging hervor, „dass wir uns über mangelnde Arbeit nicht beklagen konnten, und ebenso wenig hatten unsere vielen Helfer und Partner Anlass zur Muße.“ Als „musikalischen Höhepunkt des Jahres“ bezeichnete der Geschäftsführer „das Frühjahrskonzert, das wir gemeinsam mit dem Trommler –und Pfeiferkorps in der restlos gefüllten Tenne präsentierten“.

Der Musikverein zähle 68 aktive Musiker, von denen hätten stolze 45 zum Frühjahrskonzert ihr Können auf der Bühne unter Beweis gestellt. Für das laufende Jahr stellte Frank Jansen „viele neue Herausforderungen“ in Aussicht. Im Mai möchten die Eescher Blasmusikanten zum Landesmusikfest im westfälischen Soest aufspielen („Eifrige Probenarbeit steht uns bevor“), zudem freue sich das Ensemble „auf das Verbandsfest unserer Freunde vom Trommler– und Pfeiferkorps in der Tenne, bei dem wir uns mit musikalischer Leistung und Tatkraft revanchieren möchten“.

Starke Jugendabteilung

Jennifer Kell trug den Eifelklänge–Jugendbericht vor. Sie registrierte zu Beginn des Jahres 2013 insgesamt 16 Schüler in Ausbildung. Insgesamt seien fünf Jugendliche ins „große“ Orchester aufgenommen worden.

Vier neue Mitglieder, so Jugendsprecherin Kell, seien in Verbindung eines Workshops gewonnen worden. In dessen Verlauf stellten Musikpädagogen Instrumente und Techniken vor und weckten so Interesse unter den jugendlichen Teilnehmer/innen. Momentan, so Jennifer Kell, lernten fünf Schülerinnen das Register Querflöte, sechs Schüler Schlagzeug, je einer Tenorhorn wie Posaune, drei weitere werden Saxofonisten und einer Trompeter.

In wenigen Wochen, blickte Kell voraus, werde durch den Volksmusikerbund NRW die Abnahme der E– und D1– Prüfungen erfolgen: „Wir alle wünschen unseren Kandidaten dazu viel Erfolg!“

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