Nordeifel - Gäste kommen gerne, bleiben aber nicht lange

Gäste kommen gerne, bleiben aber nicht lange

Von: dm
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Viele Gäste kommen tagsüber gerne in die Eifel (wie hier am Rursee), aber von langer Dauer ist Aufenthalt oft nicht, wie das Landesamt für Statistik in seiner jüngsten Veröffentlichung belegt. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Besonders lange bleiben die Urlauber nicht - in Monschau nicht einmal drei Tage, in Simmerath gerade mal drei Tage, in Roetgen reisen die Gäste schon nach knapp zwei Tagen ab.

In der Gemeinde Roetgen ist die mittlere Verweildauer sogar drastisch eingebrochen: von 3,6 Tagen im Jahr 2007 auf 1,9 Tage im vergangenen Jahr. Bei den ausländischen Gästen ist der Rückgang noch deutlicher: von 5,4 Tagen im Jahr 2007 auf nur noch 1,6 Tagen im vergangenen Jahr.

Da können die touristischen Betriebe in der Nordeifel nur vom Erfolg in der Gemeinde Nettersheim träumen: Die mittlere Verweildauer erreichte im Jahr 2008 bei zusammen 130.042 Gästeübernachtungen im Schnitt 7,2 Tage. Die ausländischen Gäste sind im Durchschnitt sogar 12,5 Tage geblieben.

Erfreulich immerhin: Bei den Gästeankünften verbuchen die Beherbergungs-Betriebe in Monschau und Simmerath ein gutes Plus: in Simmerath sind es fünf Prozent, in Monschau vier Prozent. In Zahlen: Die Betriebe in Monschau notierten insgesamt 73.837 Gästeankünfte, das sind 2819 mehr als im Jahr zuvor. Für die Betriebe in der Gemeinde Simmerath werden deutlich weniger Gästeankünfte als in Monschau gezählt, im Jahr 2008 waren es 56.229, das sind mehr als 17.000 weniger als im Bereich der Stadt Monschau. Immerhin konnte die Ankunft der Gäste um fünf Prozent verbessert werden, konkret um 2699.

Für den Bereich der Gemeinde Roetgen werden 9409 Gästeankünfte gezählt, das sind zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Drastisch ist der Einbruch bei den Gästeübernachtungen in Roetgen: 47,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor: konkret wurden 18.113 Übernachtungen gebucht.

Das NRW-Landesamt für Statistik hat nun die Tourismus-Bilanz 2008 vorgelegt und dabei insgesamt einen Besucherrekord verzeichnet: Mehr als 17,6 Millionen Gäste haben die NRW-Beherbergungsbetriebe besucht, damit stieg die Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent. Über die höchsten Zuwachsraten konnten dabei die städtisch geprägten Gebiete wie „Düsseldorf und Kreis Mettmann”, das „Bergische Städtedreieck” und die Region „Niederrhein” freuen.

Für die Bereiche Monschau und Simmerath wurden insgesamt 130.066 Gäste-Ankünfte gezählt, das sind 5500 Ankünfte mehr als im Jahr zuvor. Großen Anteil an diesem Plus haben die Gäste aus dem Ausland, insgesamt wurden für Monschau und Simmerath 41.337 ausländische Gäste zählt, das sind fast 4000 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahlen für Monschau: 28.108 Gäste aus dem Ausland, das bedeutet ein Plus von 11,5 Prozent; 13.035 Gäste aus dem Ausland waren es in der Gemeinde Simmerath, das entspricht einen Zuwachs von 9,1 Prozent.

Das Landesamt erfasst allerdings nur Betriebe mit mindestens neun Betten. In der Stadt Monschau gab es im Jahr 2008 insgesamt 38 Betriebe (mit mindestens neun Betten), die zusammen 1227 Betten im Angebot hatten. In der Gemeinde Simmerath waren es 30 Betriebe (vier mehr als im Jahr zuvor) mit zusammen 1330 Betten.

Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe: 35,1 Prozent in der Stadt Monschau und 36,9 Prozent in der Gemeinde Simmerath. Die sechs Betriebe (mit 107 Betten) im Bereich der Gemeinde Roetgen waren zu 42,3 Prozent ausgelastet.

Mit 73.837 Gästeankünften (176.421 Übernachtungen, plus 1,1 gegenüber 2007) liegt die Stadt Monschau im Bereich der NRW-Eifel weit an der Spitze. Spitzenreiter bei den Gästeübernachtungen ist mit einer Gesamtzahl von 181.005 Übernachtungen (minus 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr) aber die Gemeinde Simmerath. Ein paar Daten zum Vergleich: für Heimbach wurden 16.940 Gästeankünfte gezählt, für die Gemeinde Hürtgenwald 21.132, für Blankenheim 35.881 und für Kall 15.449.

Zu den Zielen im Nordeifeler Tourismus, so wird immer wieder betont, gehört es, die Zahl der Gäste und vor allem auch die Verweildauer zu verbessern. Dafür gibt es vor allem zwei Hoffnungen: Dass der Nationalpark Eifel mit seinen Landschaften und der Natur immer mehr Gäste anlockt, zum anderen: Dass wegen der Finanzkrise und der allgemeinen Verunsicherung immer mehr Leute Urlaub im eigenen Land machen.
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