Nordeifel - Fußballkreis Aachen bietet Schiedsrichter-Lehrgang an

Fußballkreis Aachen bietet Schiedsrichter-Lehrgang an

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
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Schiedsrichter zu sein ist nicht immer ein dankbare Aufgabe, auf jeden Fall aber eine sportliche Herausforderung für jeden, der Spaß am Fußball hat. Jetzt können interessierte Sportfreunde sich wieder für einen Schiri-Kurs hier in der Eifel melden. Allerdings kommt der Kurs nur zustande, wenn sich genügend Interessenten finden.

Nordeifel. Nicht meckern, sondern pfeifen! Unter diesem Motto appelliert der Schiedsrichterausschuss des Fußballkreises Aachen seit Wochen vermehrt an die Vereine des ehemaligen Fußballkreises Monschau, geeignete Kandidaten für einen Schiedsrichter-ehrgang in der Nordeifel zu melden.

„Bislang haben sich noch nicht genügend Interessenten gefunden”, bedauert Helmut Hüdepohl, der Lehrwart des Kreisschiedsrichterausschusses (KSA) Aachen, ist aber optimistisch, dass der Eifeler Schiri-Kurs noch zustande kommt. Zehn Meldungen müssen dafür mindestens vorliegen.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um sich für den Schiedsrichter-Lehrgang anmelden zu können? Nun, der Bewerber oder die Bewerberin - gerade in jüngster Zeit haben sich ja auch immer mehr Mädchen und Frauen als Schiedsrichterin bewährt und teilweise den Aufstieg bis in die Bundesliga geschafft! - muss mindestens 13 Jahre alt sein, Mitglied in einem Verein, Interesse am Fußball haben und die Einsatzbereitschaft für jährlich mindestens 20 Spielleitungen (16 bei Jugendlichen) und die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen an acht bis zwölf Tagen pro Jahr mitbringen.

Die Ausbildung dauert etwa 12 bis 15 Unterrichtsstunden im Zeitraum von drei bis zwölf Ausbildungstagen innerhalb von einer Woche bis sechs Wochen, wobei die Termine nach Verfügbarkeit der Bewerber gelegt werden (siehe Box). Der Kursus gibt eine Einführung in die Grundzüge der Fußballregeln, die weitere Ausbildung erfolgt dann in den Weiterbildungen und in der Praxis.

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil, in beiden Prüfungen gilt es, Regelfragen zu beantworten.

Die Einsätze (Ansetzungen) erfolgen dann nach der Prüfung, je nach Alter im Junioren- und auch schon im Senioren-Bereich, beginnend in den Basisklassen. Hierbei erfolgt eine Betreuung durch erfahrene Kollegen („Paten”).

Bei Eignung können auch bereits junge Schiedsrichter gegebenenfalls auf Kreis- und Verbandsebene zwei Klassen in einem Jahr überspringen. Bis in die Bundesliga sollen mindestens sechs bis acht Jahre veranschlagt werden. Die Eignung für die höhere Spielklasse wird durch Schiedsrichter-Beobachter festgestellt.

Wer Schiedsrichter ist, hat nicht nur Pflichten, sondern auch einige Vorteile. So genießen geprüfte Schiedsrichter freien Eintritt bei allen Spielen auf DFB-Ebene, eingeschlossen die erste und zweite Bundesliga (also beispielsweise auch bei allen Spielen von alemannia Aachen, Borussia Mönchengladbach oder vom 1. FC Köln). Auch die Sportkleidung und Ausrüstung des Schiris muss dieser nicht selbst bezahlen, sondern wird vom Verein gestellt.

Auch eine kleine finanzielle Entschädigung gibt es fürs Pfeifen: Die Fahrtkosten zu den Spielleitungen werden ersetzt, daneben gibt es abhängig von der Spielklasse Aufwandsentschädigungen zwischen 11 Euro (D-Jugend) und 17,50 Euro (A-Jugend) bzw. durchschnittlich 22 Euro (Kreisliga A, B, C).

Die Bundesliga meldet hohe Zuschauerzahlen, das Spiel von 44 Fußballer-Beinen hat in allen Klassen nicht von seiner Attraktivität verloren. Wohin würden aber diese 44 Beine laufen, gäbe es auf dem Platz nicht den Schiedsrichter? Es ist zwar das Los seine Amtes, dass er von vielen als notwendiges übel betrachtet wird. In Wahrheit ist er aber ein wertvoller, ja unverzichtbarer Teil des großen Spiels.

Der Schiedsrichter führt nicht Regie im Sinne eines Filmregisseurs, aber er ist der Regisseur im Sinne der Regeln. Der Ausruf „Schiedsrichter ans Telefon” ist wohl fast so alt wie der Fußball. Doch diejenigen, die ihn leichtfertig rausbrüllen, sollten sich eher am Motto einer DFB-Aktion orientieren: „Nicht meckern, sondern pfeifen.”

Erfreulicherweise erlebten die Schiedsrichter zuletzt einen erstaunlichen Aufschwung. 9078 Kandidaten legten laut der letzten DFB-Statistik im vorangegangenen Jahr erfolgreich die Prüfung ab. Woche für Woche sind nunmehr 77276 Unparteiische im Einsatz.

Leitbilder für die Schiedsrichter, die jetzt nicht nur in schwarz, sondern auch in grün, rot, grau oder gelb antreten dürfen, sind die zehn deutschen Unparteiischen, die auf der Liste des Fußball-Weltverbandes (FIFA) stehen und bei internationalen Spielen eingesetzt werden. Kaum ein anderes Land hat eine solch hohe Quote. Ein Beweis für die Qualität der DFB-Referees.
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