Fußballcamp für Mädchen: Das Gefühl der Gemeinschaft

Von: Corinna-Jasmin Kopsch
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50 Mädchen aus fünf Aachener Grundschulen erlebten am Wochenende in Simmerath wieder das tolle Fußball-Camp. Foto: C. Kopsch

Simmerath/Aachen. Aufregung liegt in der Luft, wenn 50 Mädchen von unterschiedlichen Aachener Grundschulen zum Fußballcamp in Simmerath anreisen. Auf der Sportanlage in der Walter-Bachmann-Straße, die von Hansa Simmerath betrieben wird, und die der Gemeinde gehört, stehen große Zelte bereit, in denen die Mädchen drei Nächte lang schlafen werden.

Allzu viel geschlafen wird allerdings nicht – zu spannend ist es, was die Kinder hier erleben. Sie trainieren, spielen Fußball, machen Turniere, eine Nachtwanderung steht auf dem Plan, ein Zumba-Workshop, Gesellschaftsspiele werden gespielt, es wird getanzt und gelacht. Das Highlight: Der Besuch des DFB-Pokalfinales der Damenmannschaften VfL Wolfsburg und SC Sand im Rhein-Energie-Stadion in Köln.

Für einige der sieben bis zwölf Jahre alten Mädchen ist es das erste Mal, dass sie für einige Tage weg von Zuhause sind. Da kommt gelegentlich Heimweh auf. Doch es ist schnell jemand zur Stelle, der tröstet. Vier C-Trainerinnen begleiten das Camp, drei Sozialpädagoginnen und neun Coaches. Und das bunte Programm bietet Ablenkung. Nach Hause fahren wollte noch nie jemand, allen macht es großen Spaß.

Bereits zum vierten Mal findet das Camp statt, Simmerath unterstützt das Projekt mit der Bereitstellung der Örtlichkeiten. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns freut sich, dass es den Mädchen gefällt. Es entstünden so positive Assoziationen mit Simmerath und der Eifel sowie wichtige Erinnerungen für die Kinder, so Hermanns. Negative Erfahrungen habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben, deshalb stehe auch einer Fortführung des Projekts nichts entgegen.

Kinder aus vielen Ländern

Hilde Scheidt, Bürgermeistern der Stadt Aachen, begleitet das Projekt von Beginn an. Ihr liegt vor allem die Integration von Frauen und Mädchen am Herzen. Das Fußballcamp trage zur Integration bei, die Mädchen erlebten ein besonderes Gefühl der Gemeinschaft: „In einem solchen Camp ist Zusammenhalt besonders wichtig, da es sonst nicht funktioniert.“

Die Kinder, die aus verschiedenen Ländern stammen, lernen die Wichtigkeit eines Teams kennen. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz betont, dass der Sport ein wichtiger Aspekt bei der Integration sei. Man lerne dabei ein soziales Gefüge kennen. „Da geht einem das Herz auf, wenn man die Mädchen beobachtet, wie sie zusammen mit dem Ball spielen“, so Wirtz.

Der Sport im Allgemeinen sei sozusagen „die größte Bürgerinitiative“, da 25 Prozent der Menschen Sportler seien, davon wiederum spielten 30 Prozent Fußball. Und der Sport, das gemeinsame Erleben, der Zusammenhalt verbinde Menschen. Die Freizeiteinbindung habe auch eine präventive Wirkung, so Wirtz.

Lara Brammertz, Streetworkerin und zum vierten Mal Leiterin des Camps, berichtet, dass die Generationen hier voneinander lernen. Die Coaches, von denen in diesem Jahr einige zum ersten Mal dabei sind, die selbst in der Vergangenheit Teilnehmerinnen des Camps waren, unterstützen die Trainerinnen und Sozialpädagoginnen beim Training und anderen Tätigkeiten. 14 Jahre alt sind die Jüngsten von ihnen. Mit Motivation und Leidenschaft seien sie dabei, so Brammertz. Für viele ist es eine Chance, selbst in der Zukunft Trainerinnen zu werden. Jessica, 20 Jahre alt, freut sich vor allem darüber, ehrenamtlich etwas Gutes tun zu können.

Am Abend des zweiten Tages werden die Siegerinnen eines Turniers gekürt. Alle, die teilgenommen haben, bekommen eine Medaille. Und alle freuen sich mit den Gewinnern. Das sei überall spürbar: Die Mädchen sind mit Kampfgeist, aber auch mit großer Fairness dabei, betont Brammertz. Samira und Anabell, beide zehn Jahre alt, erzählen, wie viel Spaß ihnen das Camp macht. Nicht nur das Fußballspielen finden sie toll, auch die Übernachtung in den Zelten ist etwas Besonderes.

Am meisten freuen sie sich aber auf den Ausflug nach Köln zum Pokalfinale der Damen. Allzu schnell ist das Ende des Camps dann da, wenn es Sonntagabend wieder nach Hause geht.

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