Fußball verbindet auch auf Langschoß

Von: ho
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Gert Klein (r.) setzte sich dafür ein, dass die Fußballbegeisterten auf Langschoß zwei Fußballtrainingstore erhielten. Mit den Kickern freute sich auch Leoni Lepers (3.v.l.) vom Arbeitskreis Langschoß mit der gerade aus Aleppo (Syrien) geflüchteten Familien Midiaissa. Foto: Hoffmann

Simmerath/Lammersdorf. „Wir legen nach wie vor sehr großen Wert auf die Integration der hier untergebrachten Leute“, betont Leoni Lepers vom Arbeitskreis Langschoß, der sich mit vielen ehrenamtlichen Helfern in allerlei Bereichen um die Belange der in der Simmerather Flüchtlingsunterkunft lebenden Menschen kümmert.

Auch freue man sich beim Arbeitskreis über die nach wie vor große Hilfsbereitschaft: „Wenn ich sehe, wie die Bevölkerung der Nordeifel Langschoß unterstützt, werde ich auch jetzt immer noch sprachlos“, erklärt Lepers mit leuchtenden Augen.

Anonymer Förderer

Diese strahlten nun mit der herbstlichen Sonne um die Wette, als für die Fußballbegeisterten auf Langschoß dort als Spende zwei fahrbare Trainingstore anrollten. Die Tore nebst den dazugehörigen Netzen hatte Gert Klein aus Rott im Gepäck, der dazu erklärte, dass es sich um eine Spende des Fördervereins SV Rott Zukunft 2010 handele. „Da war ein anonymer Förderer wirklich sehr großzügig“, meinte Klein zu dem nicht alltäglichen Geschenk. Für die Kicker auf Langschoß war dies eine Riesenüberraschung, wozu Klein anmerkte: „Die Jungs hatten schon leuchtende Augen und haben sich riesig gefreut.“

Die Ballkünstler aus aller Welt sind Gert Klein übrigens bestens bekannt. Bereits im Sommer hat er mit der internationalen Langschoß-Elf auf dem Rotter Sportplatz trainiert. Unter dem Leitgedanken, dass „Fußball Länder verbindet“ habe er dies gemacht „und damit die auch mal aus der Umgebung hier herauskommen und auf einem richtigen Sportplatz spielen konnten“. Nach dem Training habe es zudem auch stets noch einen kleinen Imbiss gegeben, beschreibt er bescheiden sein ehrenamtliches Engagement. Im kommenden Frühjahr will Klein dann wieder mit dem wöchentlichen Training in Rott fortfahren.

Wie Leoni Lepers hierzu ergänzt, habe man die Ausstattung der Fußballer gleichfalls durch Spenden ermöglichen können. „Wir haben beispielsweise Trikots aus Stolberg, Rurberg und Rott erhalten.“ Natürlich bestehe hier auch noch Bedarf. Spielbälle, Fußballschuhe, Trainingsjacken und -hosen könne man immer noch brauchen.

Rasenmäher gesucht

Um die Spielfläche auf Langschoß in Schuss zu halten, wäre es laut Lepers und Klein natürlich toll, wenn jemand einen Rasenmäher entbehren könnte. „Auf niedrigem Gras rollt der Ball bekanntlich besser“, meint Gerd Klein augenzwinkernd.

Auch ansonsten hat sich laut Leoni Lepers auf Langschoß einiges getan. „Wir haben hier vieles durchrenoviert, und nächste Woche kommt auch noch eine neue Küche.“ Mit Begeisterung erzählt sie, dass die Spendenbereitschaft für die auf Langschoß untergebrachten Menschen nach wie vor ungebrochen sei. „Es ist schön zu erleben, dass ich immer wieder darauf angesprochen werde, was der Arbeitskreis noch brauchen kann.“

Sehr gutes Betriebsklima

Positiv bewertet Leoni Lepers zudem, dass das Betriebsklima vor Ort sehr gut sei, „was schließlich nicht selbstverständlich ist, wenn verschiedene Nationalitäten zusammenkommen“. Zudem hätten die Flüchtlinge oft eine leidensreiche Odyssee hinter sich. „Hier gibt es Einzelschicksale“, so Lepers, „bei deren Schilderung läuft es einem schon eiskalt den Rücken runter.“ Lepers erzählt dazu bewegt von Flüchtlingen, die mit ansehen mussten, wie der Bruder erschossen oder die Schwester zerstückelt wurden. Andere, wie beispielsweise die gerade eingetroffene vierköpfige Familie Midiaissa aus dem syrischen Aleppo, seien dem Tod nur durch ihre Flucht entkommen.

„Hier ist vielfältige Hilfe nötig“, appelliert Lepers noch einmal an alle Hilfswilligen, um gleichzeitig noch einmal auf die „hervorragende Zusammenarbeit“ des Arbeitskreises mit der Gemeinde Simmerath zu verweisen.

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