Simmerath - Funke Hoffnung für die Bäderabteilung

Funke Hoffnung für die Bäderabteilung

Von: Ernst Schneiders und Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:

Simmerath. Für die Betroffenen war es wie ein Schock, für das Umfeld völlig unverständlich, dass die Malteser, nur noch weniger als ein halbes Jahr Träger des St. Brigida-Krankenhauses in Simmerath, wenige Tage vor Weihnachten den fünf Mitarbeitern der Bäderabteilung die Kündigungen unter den Christbaum legten.

Nicht wenige ehemalige und potenzielle Patienten haben das gegenüber dieser Zeitung als „geschmacklos” bezeichnet. Aus ungläubigem Staunen sind in der Bevölkerung mittlerweile geharnischte Proteste und eindringliche Appelle geworden. Die sind natürlich auch längst im Haus der Städteregion in Aachen angekommen, die zum 1. Juni als neuer Träger bereit steht und anstrebt, die wirtschaftliche Verantwortung für das Haus bereits ab 1. April zu übernehmen.

Helmut Etschenberg, Städteregionsrat und einer der Architekten des bevorstehenden Trägerwechsels, hat den betroffenen Mitarbeitern des Krankenhauses noch vor Weihnachten auf deren Brandbrief geantwortet, „um den Menschen noch vor dem Fest eine positive Orientierung zu geben”.

Die Kündigungen zurückzunehmen oder auszusetzen, dazu „ist die Städteregion nicht in der Position”, schränkte Etschenberg am Mittwoch auf Anfrage ein, „aber wir werden, wenn es in Kürze um das neue Konzept für das Krankenhaus geht, auch mit den Mitarbeitern der Bäderabteilung das persönliche Gespräch suchen, um uns deren Vorschläge anzuhören, wie es dort weitergehen soll.”

Den Noch-Träger, die Malteser zur Rücknahme der Kündigungen zu drängen, hält Helmut Etschenberg nicht für ein probates Mittel, ist aber dennoch etwas pikiert, dass wenige Tage vor Versendung der Kündigungen Malteser-Geschäftsführer Prinz zu Löwenstein bei einem Termin „mit keinem Wort von anstehenden Personalentscheidungen gesprochen” habe. Der Verwaltungschef: „Wenn das Thema angesprochen worden wäre, hätten wir an Ort und Stelle klar Position bezogen. So aber habe ich erst durch den Brief der betroffenen Mitarbeiter von den Kündigungen erfahren.”

Diese Vorgehensweise reiht sich nach Worten des Städteregionsrates ein in die Liste der Erfahrungen, „die wir in der Vergangenheit mit den Maltesern gemacht haben”. Etschenberg erinnerte an den Sommer 2009, als ein dringend eingefordertes Gespräch mit dem Träger positiv zu Ende ging, wenige Tage später aber bekannt wurde, dass Geschäftsführer Wolfgang Brauers gefeuert worden war. Auch dazu sei bei dem Gespräch keine Silbe gesagt worden.

„Trotz aller Sorgen um Haus und Personal glaube ich, dass der Trägerwechsel eine befreiende Wirkung hat”, ist der Städteregionsrat überzeugt, „zum einen, weil der bisherige Träger jetzt geht, zum anderen, weil Rahmenbedingungen auf der Grundlage von Vorstellungen erarbeitet werden, die ich gegenüber dem Ministerium als Mindestvoraussetzungen genannt habe.”

Da ist zum einen die Immobilie, die für einen symbolischen Wert von einem Euro den Eigentümer wechselt, zum zweiten, „dass wir bei Null anfangen”. Das heißt, sobald die Malteser gehen, nehmen sie ihre roten Zahlen mit und hinterlassen der Städteregion eine schwarze Null auf dem Konto.

Unterdessen läuft der Betrieb in der Bäderabteilung weiter: Die Mitarbeiter erhalten jede Menge Zustimmung von den Patienten, und in den Behandlungskabinen bestimmt die Zukunft der Abteilung das Gespräch. Viele Patienten, die die Nähe der Einrichtung und deren großen Nutzen für die therapeutische Behandlung zu schätzen wissen, können sich nicht vorstellen, dass in der Abteilung im Keller des Krankenhauses einmal die Lichter ausgehen sollen.

Wer sich möglicherweise noch an der Trägerschaft des Simmerather Krankenhauses beteiligt, lässt sich vielleicht schon Anfang kommender Woche bei einen gemeinsamen Gespräch aller Krankenhausträger aus der Region klären. Etschenberg: „Eine unendliche Geschichte geht jetzt zu Ende. Wir fangen bei Null an und wir suchen nach anständigen Lösungen. Es wird keine halben Sachen geben!”
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