Fulminanter Start in ein neues Kunstjahr

Von: avl
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Francis Feidler (links), Hans-Josef Hilsenbeck (3.v.l.), Nina Mika-Helfmeier (2.v.r.) und Bettina Herlitzius (rechts) mit den drei Montjoie-Stipendiaten Marie von Heyl (2.v.l.), Jean-Pierre Bredo (Mitte) und Giselle Cleres (3.v.r.). Foto: van Londen

Monschau. Mit gleich drei starken Künstlern startet das Monschauer Kunst- und Kulturzentrum (KuK) in seine diesjährige Ausstellungsreihe. Auf der ausgesprochen gut besuchten Vernissage beeindruckten die drei aktuellen Montjoie-Stipendiaten Marie von Heyl, Jean-Pierre Bredo und Giselle Cleres mit ihren außergewöhnlichen Positionen.

Zu den vielen interessierten Besuchern gehörte auch die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Bettina Herlitzius. Hans-Josef Hilsenbeck, stellvertretender Städteregionsrat, und Francis Feidler, künstlerischer Leiter des IKOP Eupen, attestierten dem KuK und dem KuK-Stipendium einen großartigen Erfolg, der über die Region und das benachbarte Ausland hinaus strahlt. Der besondere Dank galt der Ideengeberin und künstlerischen Leiterin des KuK, Dr. Nina Mika-Helfmeier.

„crossing my fingers”.

Die in Stuttgart geborene und heute in Berlin lebende Marie von Heyl, präsentierte u.a. die Serie ihrer jüngsten Tuschezeichnungen: die aus dem Jahre 2009 stammende Serie „crossing my fingers”. Die dargestellten Figuren agieren in den surreal anmutenden Szenen völlig losgelöst von eindeutigen räumlichen Markierungen. Die einzelnen Figuren, Zeichnungen, Motive und Elemente ihrer Zeichenserien schöpfen sich jeweils aus einem großen Vorrat an Abbildungen aus Kunst-, Wissenschafts- und Religionsgeschichte. Während der Zeit ihres Stipendiums in Monschau ließ sie sich durch die Flächenarchitektur die Schiefermauern inspirieren.

Aus wissenschaftlich, geologischen Ablagerungsskizzen mit Schichtgesteinen übernimmt sie einige Motive, löst sie von ihrem eigentlichen Gebrauchswert und kombiniert sie mit eigenen Motiven und Figuren. Marie von Heyl nennt sie selbst: „Farbige, frei im Raum schwebende Welten.”

„Oft will die Kunst Antworten anbieten. In Belgien gibt es Künstler, die mit ihrer Kunst lediglich Fragen stellen wollen”, erklärte Francis Feidler bei der Vorstellung des zweiten Stipendiaten Jean-Pierre Bredo. Auf dem ersten Blick präsentiert sich die Kunst des Jean-Pierre Bredo dreifarbig. Schwarz, Gelb, Rot - die Nationalfarben Belgiens. Seit zehn Jahren beschäftigt sich Bredo, Absolvent der Académie Royale des BeauxArts in Brüssel, mit dem hochbrisanten Problem der Gegensätze, unter dem sein Herkunftsland leidet: Die belgische Union, früher einmal ein europäisches Modell für multinationale Gemeinschaft, wird immer wieder in Frage gestellt.

Mit einem Augenzwinkern beschreibt, hinterfragt, provoziert er diese sensible Situation. Konflikte zu verschärfen, ist seine Sache nicht. Er möchte animieren, anregen, ohne dabei zu polarisieren.

Mit einem Ohrenschmaus empfahl sich Giselle Cleres, die dritte KuK-Stipendiatin. Mit einigen Kostproben als Jazzmusikerin mit Format, entführte sie die Besucher mit ihrem eindringlichen wie unverwechselbaren Gesang. Dabei begleitete sie sich am Keyboard und mit Gitarre.

Erstmals wurde eine Jazz-Sängerin berücksichtigt, die als Künstlerin aus der Region ein Sonderstipendium erhielt. Eigentlich verfasst sie ihre Song-Texte in der Jazz-Sprache Englisch. Während ihrer Zeit in Monschau arbeitet sie allerdings auch an deutschen Stücken. Samstag, 27. Februar, sollten sich Freunde des Jazz dringend vormerken. Um 18 Uhr stellt sie im Rahmen eines Konzertes ihr außergewöhnliches Gesangstalent unter Beweis. Einlass ist bereits um 17.30 Uhr.

Bereits um 16 Uhr beginnt eine Ausstellung von Jean-Nicolas Ponsart. Gezeigt werden seine Lithographien aus dem 19 Jahrhundert.
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