Für fünf Wochen als Lehrer in den afrikanischen Busch

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
Die Schule im kenianischen Oku
Die Schule im kenianischen Okunda ist vorhanden, aber es fehlt an Lehrern. Nur mit freiwilliger Hilfe lassen sich die von Walter Stehling ins Leben gerufenen Projekte vor Ort am Leben erhalten.

Paustenbach. Bei Walter Stehling dreht sich alles um Kenia - das halbe Leben nun schon. Der 54-jährige in Paustenbach lebende Lehrer ist seit über 25 Jahren eng und intensiv mit dem ostafrikanischen Land verbunden.

Stehling, der aus Mönchengladbach-Neuwerk stammt, kennt beide Seiten des Landes: den Traumstrand bei Mombasa und die absolute Armut abseits der Hotelburgen. Seitdem er Mitte der 1980er Jahre erstmals im Rahmen eines längeren Aufenthaltes das Land besuchte, lässt es ihn nicht wieder los. Er hat gesehen, dass die Menschen Hilfe benötigen und er hat einen konkreten Weg gefunden, diese Hilfe zu leisten. Es sind keine spektakulären Aktionen, die Walter Stehling auf die Beine stellt, es sind kleine aber effektive Maßnahmen und Projekte, die er seit Jahrzehnten fördert und betreut und deren Erfolg sich für ihn bei jedem seiner regelmäßigen Besuche klar ablesen lässt.

Bei seinem ehrgeizigen Projekt stößt Walter Stehling aber jetzt an seine Grenzen, denn ohne Unterstützung von außen sieht er seine Hilfe in Gefahr. Seinen Beruf als Hauptschullehrer übt er derzeit nicht aus, da er langfristig krankgeschrieben ist. Als Aushilfs-Busfahrer in der Eifel verdient er momentan sein Geld und jeden Euro, den er entbehren kann, legt er auf die hohe Kante für Kenia.

Am 17. Juli 2013 wird er seine nächste Reise nach Kenia antreten, die allein schon über 2000 Euro an Flugkosten verschlingt. Wenn die Maschine um 20.20 Uhr von Frankfurt aus in Richtung Nairobi abhebt, dann hofft Walter Stehling, dass zwei tatkräftige Helfer mit auf die Reise gehen werden. Für den fünfwöchigen Aufenthalt sucht er zwei Schüler der Klassen 12 oder 13, die bereit sind, beim Schulunterricht in Kenia als Lehrer einzuspringen.

Die Alexandra Secundary School in Okunda, einem 25.000 Einwohner-Ort an der kenianischen Küste, 30 Kilometer von Mombasa entfernt, beherbergt 400 Schüler und ist eines der Projekte, die von Walter Stehling nachhaltig gefördert werden. Doch der weiterführenden Schule mangelt es an Personal, und nun hofft der 54-Jährige, dass sich zwei junge Leute angesprochen und auf dieses bestimmt etwas abenteuerliche, aber auch spannende Angebot eingehen werden. Leider ist das Engagement nicht kostenlos: Die Teilnehmer müssten schon bereit sein, je 2100 Euro für den Flug selbst zu finanzieren. Die Unterbringung im All inklusive Fünf-Sterne-Hotel für fünf Wochen sowie als Anreiz noch die Teilnahme an einer Safari sind inbegriffen.

„Ich kann nicht die Welt retten”, sagt Walter Stehling, aber er möchte unter allen Umständen sein Engagement in Okunda fortsetzen. Neben dem Einsatz für die Schule hat Stehling auch einen Friseursalon und eine „Buschbar” für Touristen auf die Beine gestellt. Außerdem bietet er in Kooperation mit Einheimischen sehr zum Ärger der großen Veranstalter mehrtägige und kostengünstige Safari-Touren an. „Von diesen Projekten können mehrere Familien leben”, sieht er den konkreten Nutzen seiner Unterstützung. „Das ist für die dortigen Verhältnisse schon Luxus.”

Seine Unterstützung für Kenia, betont Stehling, sei eine „reine Privatangelegenheit”. Jeden Sommer verbringe er fünf Wochen dort und sorge dafür, dass sein Erspartes sinnvoll bei den genannten Projekten eingesetzt werde. 90 Prozent seines Privatkapitals verwende er für Kenia. Während er in den 90er Jahren große Unterstützung erfahren habe und er sogar freiwillige Helfer abweisen musste, werde es nun langsam eng, vor allem wenn er sieht, dass für die Safaris ein neuer Jeep (Kosten mindestens 25.000 Euro) angeschafft werden muss.

Nach seiner Pensionierung, das steht schon fest, wird Walter Stehling seinen Lebensabend in Kenia verbringen; ein Grundstück im Busch hat er bereits gekauft.

Aktuell aber setzt er seine Hoffnung darauf, dass sich für seine nächste Reise die oben genannten Mitstreiter finden. Wer sich vom Kenia-Projekt angesprochen fühlt, kann mit Walter Stehling (Telefon 02473/6767) Kontakt aufnehmen.
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