Für ein selbstständigs Leben im eigenen Wohnraum

Von: Corinna-Jasmin Kopsch
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Diese Musikgruppe aus Höfen spielte zur Unterhaltung der Teilnehmer des „Tag des Wohnens“. Foto: Corinna-Jasmin Kopsch

Monschau. Wie finde ich Mitbewohner, mit denen ich eine WG gründen kann? Welche Unterstützung kann ich bekommen? Welche Busverbindungen gibt es zu meinem Wohnort? Diesen und anderen Fragen widmete man sich beim „Tag des Wohnens“ – einer Infoveranstaltung für Menschen mit Behinderung im Monschauer Aukloster.

Zahlreiche Betroffene, Angehörige und Fachleute hatten sich zusammengefunden, um an dem Eröffnungsgespräch mit Veranstalterin Andrea Hein (KoKoBe Eifel) und Bürgermeisterin Margareta Ritter teilzunehmen. Bereits dort zeigten sich einige Fragen und Probleme, mit denen sich Menschen mit Behinderung auseinandersetzen müssen, wenn es darum geht, nicht mehr bei den Eltern zu wohnen oder eine eigene Wohnung zu finden.

Thema war unter anderem der Netliner der Aseag, mit dem man in Gebiete gefahren wird, welche von den regulären Bussen nicht angefahren werden. Margareta Ritter verkündete in diesem Zusammenhang: „Die beiden Netliner sind häufig ausgebucht. Daher wird ab Ende des Jahres zusätzlich ein dritter Netliner eingesetzt werden.“

Problem Straßenverkehr

Auch die Sicherheit im Straßenverkehr wurde thematisiert: „Wenn meine Mutter mich vom in der Behindertenwerkstatt in Imgenbroich abholt, muss ich manchmal die Straße überqueren. Da viele Autofahrer keine Rücksicht nehmen, ist das oft gefährlich“, sorgte sich eine Teilnehmerin.

Ritter zeigte sich dieses Problems bewusst, und riet dazu, dass die Mutter jedes Mal direkt vor die Werkstatt fahren solle. Weitere Fragen zu Ansprechpartnern bei der Wohnungssuche oder zu betreutem Wohnen beantworteten Ritter und Hein gemeinsam. Andrea Hein zeigte sich anschließend an das Gespräch überrascht, aber begeistert, „dass es ganz anders gelaufen ist, als wir uns vorher überlegt hatten“.

Anschließend gab es Kaffee und Kuchen für alle Besucher, außerdem standen Spiele bereit sowie Schautafeln, auf denen Themen wie „persönliches Budget“ und „Inklusion“ erörtert wurden. Für Unterhaltung sorgten eine Musikgruppe und eine Tanzgruppe. Außerdem wurden Filme und Fotos gezeigt. An verschiedenen Ständen konnte man sich über die Arbeit der verschiedenen Vereine in der Region informieren: KoKoBe Eifel, Bewo Nordeifel, das St.-Josefs-Haus, das Caritas-Wohnheim sowie das Betreute Wohnen der Caritas waren zu Gast und beantworteten den Besuchern Fragen.

Andrea Hein freute sich besonders über die Mitarbeiter des Peer-Counseling-Projekts: „Dort beraten Menschen mit Behinderung andere Betroffene.“ Diese könnten aus eigener Erfahrung heraus besonders gut auf eventuelle Schwierigkeiten eingehen.

Die Veranstaltung sollte zudem dazu beitragen, dass sich auch Eltern und Angehörige austauschen können, und dass „die Institutionen ein Gesicht bekommen“, so Hein. Die Hemmschwelle, bei einem der Vereine anzufragen, sei oftmals geringer, wenn man bereits einige der Mitarbeiter kennengelernt habe. Hein hob noch einmal hervor: „Es ist wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

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