Für den Pfarrer ist die frohe Botschaft das Wichtigste

Von: Andreas Gabbert
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Pfarrer Michael Stoffels vor der Krippe in der Kirche in Strauch: An den Weihnachtstagen wartet ein umfangreiches Programm auf den 52-Jährigen. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Pfarrer Michael Stoffels hat an den Weihnachtsfeiertagen viel zu tun. Gleich sechs Messen stehen allein Heiligabend auf seinem Programm. Dann verlässt er gegen 14.15 Uhr das Pfarrhaus an der Monschauer Straße in Strauch, um in Simmerath um 15 Uhr die Kinder- und Familienchristmette zu halten.

Weiter geht es um 16.15 Uhr mit der Kinder- und Familienchristmette in Steckenborn. Danach folgen die Christmetten in Strauch (17.30 Uhr), in Eicherscheid (18.45 Uhr), in Rurberg (20 Uhr) und in Simmerath (22 Uhr).

Manchmal sprechen ihn die Leute auf dieses Pensum an und fragen, ob das alles nicht ein bisschen viel für ihn sei. Das Gegenteil sei der Fall, sagt Stoffels. „Ich finde es schön und freue mich darauf. Das ist keine Belastung für mich.“ Es sei toll, mit den Menschen in den Gemeinden Weihnachten zu feiern. Von den Kindern angefangen bis hin zu den Senioren würden sich viele einbringen, etwa beim Schmücken der Kirchen, beim Aufbau der Krippen sowie in der Mitgestaltung der Gottesdienste.

„Das zeigt auch, wie wichtig den Menschen dieses Fest ist. Da bin ich gerne dabei und in der Kirche. Die Kirche ist für mich der richtige Ort, um Weihnachten zu feiern“, sagt der Pfarrer. Manche kämen zwar nur Weihnachten in die Kirche, dann seien sie aber wenigstens an diesem Tag da. „Gott lädt ja schließlich alle ein und sortiert nicht aus“, sagt Stoffels.

Am Herzen liegt ihm die Feier am 1. Weihnachtsfeiertag um 16 Uhr in der Senioren-Residenz in Simmerath. „Die können nicht mehr kommen, also gehe ich dahin, um ihnen zu zeigen, dass jeder dazu gehört“, erklärt Stoffels.

So etwas wie ein jährliches Standardprogramm gibt es in den Messen von Pfarrer Stoffels nicht. Die Bibelstellen sind natürlich immer die gleichen, und die kennt der Pfarrer auswendig, aber die Eindrücke aus dem Alltag sind immer andere. „Wir feiern Weihnachten immer anders, weil wir es immer in der Gegenwart feiern. Die Sorgen und Probleme, aber auch die Freude und Hoffnungen bestimmen das Leben der Menschen und prägen auch das Weihnachtsfest“, sagt der Pfarrer. „Die Lebenssituation der Menschen verändert sich, und was die Menschen beschäftigt, muss uns auch in der Kirche beschäftigen, denn dafür ist Jesus geboren – um bei uns zu sein, um uns seine Nähe in jeder Situation spüren zu lassen.“

Erinnerungen an die Kindheit

Wenn die Kinder in der Weihnachtszeit mit leuchtenden Augen staunend vor der Krippe stehen, werden bei Stoffels Erinnerungen an die eigene Kindheit wach. „Als Kind standen das Geheimnisvolle, das Staunen und Freuen auch über kleine Dinge im Vordergrund. Vor der Bescherung wurden Gedichte aufgesagt und Lieder gesungen, und es gab heimliche Blicke auf den Gabentisch“, erinnert sich Stoffels. Das Familiäre ist dem 52-Jährigen, der mit seiner 89-jährigen Mutter zusammen lebt, auch heute noch sehr wichtig. An den Weihnachtsfeiertagen kommen seine neun Geschwister und die drei Patenkinder zu Besuch. Wenn die Geschwister noch da sind, wenn Stoffels Heiligabend gegen 23.30 Uhr nach Hause kommt, wird gemeinsam noch ein Glas Wein getrunken. Ansonsten geht es gleich ins Bett, denn am nächsten Tag geht es um 8.45 Uhr in Dedenborn mit der ersten Messe an diesem Tag weiter. Es folgen fünf weitere, bis der Pfarrer gegen 20 Uhr wieder zu Hause ist. Am zweiten Tag hat Stoffels dann nachmittags und abends Zeit, um mit seiner Familie zu feiern, dann stehen keine Gottesdienste mehr an. „Den Nachmittag und den Abend halte ich mir frei“, sagt Stoffels.

Das Allerwichtigste ist für ihn aber die Botschaft des Weihnachtsfestes: „Christ der Retter ist da. Die Menschen sind gerettet und nicht verloren, auch wenn das im Alltag manchmal so scheint. Das gilt für den Einzelnen, aber auch für das große Weltgeschehen.“

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