Für 46-Jährige kommt jede Hilfe zu spät: Brand selbst gelegt

Von: hes
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Die Rettungskräfte konnten die 47 Jahre alte Hausbewohnerin nur noch tot aus dem Gebäude bergen. Foto: Heiner Schepp
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Die Rettungskräfte konnten die 47 Jahre alte Hausbewohnerin nur noch tot aus dem Gebäude bergen. Foto: Ralf Roeger
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Die Rettungskräfte konnten die 47 Jahre alte Hausbewohnerin nur noch tot aus dem Gebäude bergen. Foto: Ralf Roeger
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Die Rettungskräfte konnten die 47 Jahre alte Hausbewohnerin nur noch tot aus dem Gebäude bergen. Foto: Heiner Schepp
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Die Rettungskräfte konnten die 47 Jahre alte Hausbewohnerin nur noch tot aus dem Gebäude bergen. Foto: Ralf Roeger

Roetgen. Verzweifelte Tat in Rott: Beim Brand eines Einfamilienhauses am Birksiefenweg ist am Dienstagmorgen eine 46-jährige Frau ums Leben gekommen. Die Feuerwehr fand die Bewohnerin tot im Erdgeschoss. Laut Staatsanwaltschaft hatte die allein lebende Frau den Brand höchstwahrscheinlich selbst gelegt, um sich das Leben zu nehmen.

Es ist der Alptraum eines jeden Feuerwehrmanns: einen Menschen in einem brennenden Gebäude zu wissen und ihm nicht helfen zu können. In dieser Situation befanden sich am Dienstagmorgen die Einsatzhelfer der Feuerwehr, als sie am Einsatzort am Birksiefenweg in Rott, mitten im Wohngebiet am Waldrand des Struffelt-Naturschutzgebiets gelegen, eintrafen.

Schüler entdeckt das Feuer

Um 7.19 Uhr war der Notruf bei der Leitstelle eingegangen. Nach Angaben von Nachbarn hatte ein zwölfjähriger Schüler auf dem morgendlichen Weg zum Bus die Rauchentwicklung im Haus bemerkt und gedankenschnell Hilfe alarmiert.

Als die ersten Kräfte des Löschzuges Roetgen-Rott schon wenig später am Einsatzort ankamen, brannte das anderthalbgeschossige Gebäude schon in voller Ausdehnung. „Die Flammen schlugen bereits aus dem Dach“, beschrieb Gemeindewehrführer Joachim Wynands das Szenario, das sich den Helfern bot. Aufgrund der extremen Rauchentwicklung forderte der Einsatzleiter umgehend Atemschutzverstärkung an, so dass die Leitstelle zusätzlich Kräfte des Löschzuges Imgenbroich-Konzen und der Feuerwehr Lammersdorf sowie den Atemschutz-Gerätewagen der Städteregion Aachen nachorderte.

„Laut Notruf befand sich eine Person im brennenden Haus, so dass höchste Eile bei der Erkundung geboten war“, schilderte Wynands die dramatischen Minuten. Von allen Seiten versuchten die mittlerweile fast 50 Einsatzkräfte, darunter etwa 25 Atemschutzträger, in das brennenden Gebäude einzudringen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Das aber war ein Ding der Unmöglichkeit.

Joachim Wynands: „Beide Holzböden, sowohl zwischen Keller und Erdgeschoss, als auch zwischen Erd- und Dachgeschoss waren bereits so weit durchgebrannt, dass ein Betreten für die Brandbekämpfer lebensgefährlich gewesen wäre.“ Ein Trupp hatte versucht, durch die Terrassentür ins Haus zu gelangen, doch schon nach zwei Schritten ins Haus brach der Boden vor ihren Füßen weg, so der Einsatzleiter.

Deshalb musste sich die Feuerwehr von der Drehleiter aus ans Öffnen der Dachhaut machen, um die Flammen von oben zu bekämpfen, was dann auch recht schnell gelang. Erst als der Rauch sich verzogen hatte, gelangten die Einsatzkräfte in einen nicht einsturzgefährdeten Teil des Hauses, wo sie in einem nach Feuerwehrangaben weniger verrauchten Raum gegen 8.15 Uhr eine leblose Person auffanden. Der ebenfalls alarmierte Notarzt aus Simmerath konnte in Begleitung von Rettungssanitätern der Wache Roetgen den Raum betreten, konnte jedoch nur noch den Tod der Frau feststellen.

Eindeutige Hinweise

Die Leiche der Frau wurde noch am Vormittag zur Rechtsmedizin nach Köln gebracht, wo am Nachmittag die Obduktion durchgeführt wurde. Indes nahmen die Brandermittler und der Erkennungsdienst der Kriminalpolizei am Gebäude in Rott ihre Arbeit auf und fanden eindeutige Hinweise. „Bezüglich der Brandursache deutet alles darauf hin, dass es sich um einen Suizid handelt und die Bewohnerin des Hauses das Feuer selbst gelegt hat“, teilte Dr. Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen, am Nachmittag mit. Man habe „im Haus mehrere Gegenstände gefunden, die auf Brandstiftung hindeuten“, so Schützeberg. Nach Informationen unserer Zeitung handelte es sich um eine Verzweiflungstat.

Bei Ausbruch des Feuers habe die Frau noch gelebt, Todesursache sei schließlich eine Rauchvergiftung gewesen, sagte der Staatsanwalt.

 Die Feuerwehr war noch bis Mittag mit Nachlöscharbeiten beschäftigt und hielt das Gebäude auch danach im Auge, so Joachim Wynands, der den Einsatz erstmals vom neuen Einsatzleitwagen ELW1 aus koordinierte, der dem Löschzug erst vor einer Woche überstellt worden war. Auch Kreisbrandmeister Bernd Hollands war in die Einsatzleitung eingebunden.

Hinweis: Auf Grundlage erster Informationen hatten wir das Alter der Hausbewohnerin mit 47 Jahren angegeben. Tatsächlich war die Frau nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Nachmittag aber 46 Jahre at.

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