Fuchs begleitet Wanderer durch das Venn

Von: Andreas Gabbert
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Eine skurrile Szene: Den junge
Eine skurrile Szene: Den jungen Fuchs stört die menschliche Gesellschaft offensichtlich nicht. Einigen Wanderern soll er auch schon begegnet sein. Anfassen sollte man ihn aber lieber nicht. Foto: A. Gabbert

Mützenich. Es sind Szenen, von denen wohl jeder Natur- und Tierfotograf träumt und die ein wenig an eines der bekanntesten Kapitel aus „Der kleine Prinz” von Antoine de Saint-Exupéry erinnern.

Schließlich spaziert man nicht alle Tage mit einem jungen Fuchs kilometerweit durch das Hohe Venn, beobachtet ihn bei der Maus- und Froschjagd, sieht zu, wie er ein wenig tollpatschig von Grasinsel zu Grasinsel durch die Moorlandschaft springt und schließlich mit einem Platsch im Wasser landet.

Langsam legt sich die Dämmerung über das Brackvenn bei Mützenich während zwei junge Männer auf einem der Stege sitzen und die Landschaft fotografieren. Die Beiden sind in ein Gespräch vertieft, so dass sie gar nicht merken, wie sich ihnen ein junger Fuchs nähert. Erst als das Tier wenige Meter neben ihnen steht, bemerken sie es.

Langsam und vorsichtig nimmt einer der Männer die Kamera vom Stativ, um den Fuchs abzulichten. Dem Fuchs ist es egal, ihn stört die menschliche Gesellschaft offensichtlich nicht weiter. Im Gegenteil Meister Reineke kommt bis auf einen halben Meter heran, um sich an einem der Männer vorsichtig tastend vorbei zu schleichen und seinen Weg über den Steg fortzusetzen.

Das ist auch für die Männer das Zeichen zum Aufbruch. Zu dritt ziehen sie nun über die Stege des Hohen Venns. Ab und an, unternimmt der Rotrock einen Ausflug nach links oder rechts, um kurze Zeit später wieder wenige Meter vor den Fotografen aufzutauchen.

„Dieses Verhalten ist kein Ausdruck von Tollwut”, beruhigt der Leiter der Rollenden Waldschule, Hermann Carl. Tollwütige Tiere seien blind vor Schmerz und würden mit offenem „Fang” (Schnauze) einfach gerade aus laufen und sich vor lauter Schmerz in allem verbeißen, was sich ihnen in den Weg stelle. „Sie laufen aber nicht gezielt Menschen hinterher, um zu beißen”, sagt Carl.

Bei diesem Fuchs handele es sich offensichtlich um einen jungen Fuchs, der wohl im März oder April geboren sei. Den Bildern nach zu urteilen, sei das Tier kerngesund und wohl genährt. „Die Jungtiere geben zurzeit die Bindung zu ihrer Familie weitgehend auf. Jeder sucht sich jetzt sein eigenes Revier”, erklärt Karl. Er vermutet das der Fuchs als Welpe von Menschen gefüttert wurde. „Die kommen ja auch immer mehr in die Orte, da finden sie oft einen gedeckten Tisch.” Vor zwei Jahren, während der Mainacht, hat Hermann Carl in Woffelsbach einen Fuchs bettelnd vor der Frittenbude sitzen gesehen.

Wildtiere zu füttern, hält Carl aber für gar keine gute Idee. „Bei einem Übermaß reguliert es die Natur über Krankheiten. Das Beute-Jäger-Verhältnis muss passen”, sagt er.

Auch wenn dieser Fuchs nicht sonderlich scheu ist, sollte man ihn auf keinen Fall anfassen. Die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren ist groß. Hüten sollte man sich auch vor Fuchskot. „Der kann bis zu 100 000 Bandwurmeier enthalten”, warnt der Experte.
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