Frühjahrskonzert in der Tenne weckt Urlaubsgefühle

Von: M. S.
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Blumen für meisterhafte Darbietungen: Mit Frühlingssträußen sagten TPK-Vorsitzender Herbert Schröder (links) und „Eifelklänge“-Leiter Jochen Jansen (rechts) den Dirigenten Verena Hüpgens und Harry Schaeps Dank für deren trefflich gelungene Konzertinszenierung. Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. Was haben Ätherwellen und Meereswellen gemein? Auf diese Frage antworteten der Eichercheider Musikverein „Eifelklänge“ und das Golddorf-Trommler- und Pfeiferkorps (TPK) fulminant mit Pauken und Trompeten. Zum zwölften Mal luden beide Orchester Samstagabend zum Frühjahrskonzert, und bei ihrem Finalauftritt brachten die Partner nach Noten an die hundert Mitwirkende auf die Bühnenbretter der ausgebuchten Tenne.

„Eifelklänge“-Vorsitzender Jochen Jansen hieß die Besucher der Soiree willkommen, unter ihnen auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck sowie zahlreiche Ehrenmitglieder.

Seit elf Jahren ist der Niederländer Harry Schaeps künstlerischer Leiter der „Eifelklänge“ - und kreativ wie am ersten Tag. So gelang ihm - mal instrumental getragen wie zum Walzertakt im Tanzkaffee, mal geradezu spielerisch - der Nachweis, dass Meereswellen wie akustische Klangfülle kulturelle Brücken zu bauen vermögen. Denn im ersten Programmteil widmeten sich Dirigent Schaeps und sein Ensemble originell dem Thema Wasser, Quell allen irdischen Lebens. Fast 50 in neun Registern versierte Spielleute gaben Rhythmus und Ton an.

Der Wunsch des Vorsitzenden, „miteinander unterhaltsame Stunden zu verbringen“, ging in Erfüllung. Schon zur Eröffnung der Programmfolge, als die Titelmelodie der „Brücke am Fluss Kwai“ die Gäste zum Mitpfeifen und Spontanapplaus ermunterte, kam Reisefieber und Sehnsucht nach fernen Gestaden auf. Es ging an die Waterkant, Shanty-Chöre drangen frisch ins Ohr, Seelord-Romantik zog in die Tenne.

Dann ging es per Boot über sanfte Donauwellen, die Walzer-Königsfamilie Strauss ließ grüßen. Jack Whites Schlagerproduktion „When the Rain begins…“ leitete schließlich zu Werken des unvergessenen Polkakönigs Ernst Mosch („Wir sind Kinder von der Eger“) über.

Den Schlusspunkt setzte eine aus Besucherreihen stürmisch geforderte Zugabe; selbstredend zum beschwingten Komplex Wasser. Harry Schaeps hatte den Appell der kölschen Band „Bläck Fööss“ vom gesunden Wasser der Rheinmetropole neu arrangiert und brachte die rheinische Mundart-Komposition nun unter herzlichen „Bravo“-Rufen und stehenden Ovationen zu Gehör.

Im zweiten Teil eines höchst vergnüglichen Abends bat das Trommler- und Pfeiferkorps, unter Regie von Verena Hüpgens, die Zuhörer zu einer Reise durch die musische Welt der Klassik, des Films und Musicals. Dazu gehörten natürlich auch aktuelle Hits und unsterbliche Evergreens. Da durfte im Repertoire auch der unverwüstliche „Fliegermarsch“ nicht fehlen, aus voller Kehle von den mehr als 200 Zuhörern im Saal mitgesungen.

Schiere Urlaubsgefühle lösten die Musiker des TPK in den Zuhörerrängen aus. Unter Hüpgens Leitung setzte ihre Formation Binkins „Russischem Solddaten“ mittels elektromagnetischer Wellen ein Denkmal. Volksmythos Robin Hood gab sich die Ehre. John Miles‘ „Music“ wurde einfühlsam interpretiert und Gershwins „Strike up the Band“ bot schmackhafte Musicalkost.

Eine fulminante Vorstellung boten elf Solisten. Sie arrangierten ein Trommelsolo á la „Rhapsody in Blue“, das Schlag auf Schlag in ein Lichtspektakel mit Rhythmus und synchronem Sound samt schillernden Effekten mündete.

Nach Peter Maffays „Nessaja“ und Reverenz an Simba, den König der Löwen, war die erfrischende „Wassermusik auf Eescher Art“ noch lange nicht verklungen. Die Wünsche der Zuhörer nach Zugaben beider Klangkörper wollten kein Ende nehmen. Und die Interpreten erfüllten die dringende Bitte um Konzertverlängerung gern. Die „alten Kameraden“ zogen in die Tenne, Südtiroler Bergsteiger tauschten ihre Alpenwelt, dem Motto des Abends gemäß, mit dem nassen Element. Da vermochte nur der obligate „Fliegermarsch“ mit farbenprächtigem Bühnenbild die imposante Szenerie noch zu toppen.

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