Fröhliche Tänze auf dem Monitor

Von: Barbara Berger
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Musik, Bewegung und Spaß erlebten die 60 Kinder und ihr Publikum beim Tanztheater in Foto: Berger

Roetgen. Alles ist Rhythmus, Bewegung und Melodie und für ungefähr eine Stunde scheint die Welt nur noch aus einem Mix aus fließendem Dahingleiten, wilden Sprüngen, leichtfüßigen Drehungen und viel, viel Musik zu bestehen. An diesem Abend zeigen die 60 Schüler von Tanzpädagogin Simone Bastian nämlich ihren einmaligen „Tanz auf dem Monitor”.

Computer als Rahmenhandlung

Ja, ganz recht, kein Vulkan ist es, auf dem getanzt wird, sondern ein elektronisches Gebrauchsgerät bildet die Rahmenhandlung für das farbenfreudige Spektakel, bei dem die Kinder im Mittelpunkt des Geschehens stehen.

Wie in einem Computerspiel, einem sehr bunten, soll sich der Zuschauer an diesem Abend in der Aula der Grundschule Roetgen fühlen. Um genau zu sein, sind es direkt sogar mehrere einzelne Spiele, die auf dem Tanzcomputer „geladen” werden. Sie tragen Namen wie beispielsweise „Die Honigsammler” oder „Die Räuberpost”.

Bei ersterem stellen die Kinder entsprechend kostümiert tänzerisch dar, wie sie als fleißige Bienen ihren wertvollen Blütenstaub sammeln würden. Mit sanften, schaukelnden Bewegungen ahmen sie den Tanz der Insekten nach, ganz so, wie sie sich vorstellen, dass es eine Biene vor einer verführerisch duftenden Blume tun würde.

„Genau das ist auch das Entscheidende”, erklärt Instrukteurin Simone Bastian, denn „die Kinder sollen sich ganz natürlich in den Tanz hineinfinden”. Um das zu erreichen versucht sie, an die Lebenswirklichkeit der Kinder, an ihre Erfahrungen und ihr Wissen auf spielerische Weise anzuknüpfen.

Gerade für die Jüngeren unter den Schülern, die auftretende Gruppe besteht aus Kindern im Alter zwischen 3 und 12 Jahren, sei diese Methode notwendig, um ihnen entsprechende Bewegungsabläufe eines Tanzes zu verdeutlichen.

Letztlich bleibt aber auch an diesem Abend Vieles Improvisation, und das ist auch durchaus so gewollt. Schließlich unterrichtet Simone Bastian Ausdruckstanz, also kreatives Tanzen, bei dem die Emotionen und das richtige Körpergefühl im Vordergrund stehen und nicht das Abzählen der Schritte.

„Beim Standardtanzen sieht das natürlich ganz anders aus, da geht es viel steifer und geplanter zu”, aber bei ihr sollten die Kinder wieder lernen, sich auf ihren Körper zu konzentrieren und ihre Sinne zu benutzen.

Daher ist das Tanztraining auch immer ganzheitlich angelegt: Gerade bei den Kleinen liest die Pädagogin Geschichten vor, aus denen die Schüler ihren Tanz heraus entwickeln. Natürlich leite sie ihre Schüler an, so Bastian, aber eigene Tanzschritte zu entwickeln sei ebenfalls wichtig, um die Bewegungsvielfalt des eigenen Körpers kennenzulernen.

So füllen die Schüler auf der Bühne, die inzwischen beim Spiel „Malwerkstatt” angekommen sind, ihre Worte mit Leben. In den aus einer Farbpalette eines Malers zu entspringen scheinenden Kostümen tanzen sie, wie sie sich eine musikgewordene Malwerkstatt vorstellen. Mal fassen sich die Kinder an den Händen und drehen sich gemeinsam im Kreis, dann wieder wirbelt jeder für sich durch den Raum.

Wirklich abgesprochen ist eigentlich nichts, auch wenn der bunte Reigen manchmal wie streng choreographiert aussieht. Darüber freut sich Bastian, denn so soll es sein: „Diese Art den eigenen Körper zu erleben, belebt die Fantasie der Kinder”, außerdem werde auf diese Weise das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt.

Es ist Zeit für ein neues Spiel. Eine Maus erscheint auf dem „Monitor”, den Eltern, Freunde und Verwandte, die heute zuschauen, sehen. In den Händen trägt sie eine große Sanduhr: Das Spiel muss erst noch „hochgeladen” werden. Schließlich ist es soweit. Das große Finale steht an. Als Titel für den Abschlusstanz muss der simple Titel „Dance” reichen, aber er fasst ja auch all das zusammen, worum es an diesem Abend ging: Musik, Bewegung und Spaß.

Den scheinen alle Kinder gehabt zu haben, so wie ihre Eltern. Das ist leicht aus dem langanhaltenden Applaus für die jungen Tänzer zu schließen. Für heute ist damit der „Tanz auf dem Monitor” beendet und der „Computer” kann in Ruhe „herunterfahren”.
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