Fringshaus: Parken wird kostenpflichtig

Von: Robert Baumann
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Seit vielen Jahren wird der Parkplatz Fringshaus an der Bundesstraße 258 von Berufspendlern zur Weiterfahrt nach Aachen genutzt - kostenlos. Ab nächster Woche soll damit Schluss sein. Der Eigentümer fordert eine monatliche Gebühr in Höhe von 30 Euro. Foto: Robert Baumann

Nordeifel. Es ist noch früh an diesem Morgen. Sechs Uhr zeigt die Armbanduhr. Noch nicht einmal die Sonne blinzelt durch die Bäume.

Kalte Luft steht über dem Parkplatz Fringshaus an der Bundesstraße 258. Die ersten Berufspendler haben sich da bereits versammelt. Pünktlich um sechs - wie immer. „Wir sind immer die Ersten”, sagt ein Pendler aus Konzen, der täglich zu seiner Arbeitsstelle in Aachen an der Krefelder Straße pendelt. Seit 2006 nutzt der 27-Jährige den Parkplatz, aktuell teilt er sich ein Auto mit zwei Konzenern und einem Simmerather.

Bislang war der als Pendlertreffpunkt beliebte Parkplatz kostenfrei nutzbar. Das soll sich jetzt ändern. Der Parkplatz befindet sich in Privatbesitz und gehört zur Gaststätte Fringshaus auf der belgischen Seite der Grenze. Dessen Besitzer will jetzt eine Gebühr für die Nutzung der Parkfläche erheben und machte die Pendler am frühen Morgen mit Informationsschreiben auf diese Änderung aufmerksam. 30 Euro sollen monatlich für das Abstellen der Autos entrichtet werden, dabei soll die Parkgebühr halbjährig im Voraus bezahlt werden - zum Ärger vieler Pendler.

„Die Unterhaltskosten für diesen Parkplatz sind sehr hoch. Er wird viele Stunden sauber gemacht und gepflegt. Gerade im Winter muss er vom vielen Schnee befreit werden”, erklärt Doris Mullaert-Lentz vom Restaurant Fringshaus. „Wir haben großes Verständnis für die Pendler, aber es kann nicht sein, dass wir alles selbst finanzieren müssen. In der Stadt Aachen werden die hohen Parkkosten als selbstverständlich hingenommen. Und hier soll alles gratis sein?” Zu gut Drei-Viertel sei der Parkplatz jeden Tag mit Autos vollgeparkt. Profit schlägt die Gaststätte daraus nicht. „Von den Pendlern kommt hier niemand ein Bier trinken. Und auch mal ein Dank-Schreiben zu Weihnachten für die kostenlose Nutzung hat es nie gegeben”, bedauert Mullaert-Lentz.

Der 27-jährige Berufspendler aus Konzen hat sogar Verständnis für die Parkplatzbesitzer. „Es ist das gute Recht des Eigentümers Miete zu verlangen und ich mache ihm keinen Vorwurf”, betont er. Seine Kritik richtet sich vielmehr an die drei Eifelgemeinden Monschau, Simmerath und Roetgen. „Man diskutiert über Windkraftanlagen und ein millionenschweres Speicherkraftwerk am Rursee. Dabei wird vergessen, dass man auch mit kleinen Dingen dem Klimawandel entgegen wirken kann.” Mit der Bildung von Fahrgemeinschaften könne man neben der Kostenersparnis auch den Co2-Ausstoß verringern. Leider beständen aber keine geeigneten Treffpunkte zur Gründung von Fahrgemeinschaften. „Die Gemeinden sollten sich Gedanken über die Einrichtung eines sinnvoll gelegenen, öffentlichen Pendlerparkplatzes machen. Der könnte in Roetgen liegen oder die Gemeinden kaufen den Privatparkplatz Fringshaus”, schlägt er vor.

Suche nach Alternativen

In der nächsten Woche können die Berufspendler im Restaurant Fringshaus die Parktickets abholen. Dann erhält der Autofahrer einen Ausweis, der mit dem eigenen Kfz-Kennzeichen versehen wird. Ein großes Schild an der Einfahrt des Parkplatzes kündigt die kostenpflichtige Nutzung bereits an: „Kundenparkplatz Fringshaus. Privateigentum. Dauerparken nur gegen Gebühr.”

Der 27-jährige Konzener und seine drei Mitpendler werden sich kein Parkticket kaufen. „Zu teuer”, sagt er. Gegen 16 Uhr stehen die Vier in der prallen Sonne wieder auf dem Parkplatz Fringshaus. Feierabend! Schon für die kommende Woche werden sie sich allerdings einen alternativen Treffpunkt überlegen müssen. „Wir werden schon eine andere Regelung finden”, sagt der Berufspendler mit Zuversicht. „Vielleicht am alten Bahnhof in Konzen.”

Dann wieder um sechs Uhr morgens - wie immer, auch wenn der ehemalige Vennbahnhof für den 27-Jährigen und seine Mitpendler mit Sicherheit nicht das optimalste Abstellgleis für ihre Autos ist.
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