Nordeifel - Fringshaus B258: Gesprächsbedarf angemeldet

Fringshaus B258: Gesprächsbedarf angemeldet

Von: P. St.
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Sönnte die Umgestaltung des Knotenpunktes Fringshaus aussehen. Doch mit einer Kreisvekehrslösung kann man sich vor allem in Simmerath überhaupt nicht anfreunden.
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Auch die Bedeutung des Busverkehrs an Fringshaus soll im Zuge der Umplanung geprüft werden. Foto: P. Stollenwerk
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So könnte die Umgestaltung des Knotenpunktes Fringshaus aussehen. Doch mit einer Kreisverkehrslösung kann man sich vor allem in Simmerath überhaupt nicht anfreunden.

Nordeifel. Über die Umgestaltung des Knotenpunktes Fringshaus mit dem Ziel, hier die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Mit den vorliegenden Plänen, die die Anlegung eines Kreisverkehrs vorsehen, kann sich die Gemeinde Simmerath überhaupt nicht anfreunden.

Auch nachdem Bernd Egenter vom Landesbetrieb Straßenbau NRW die Pläne im Detail den Mitgliedern des Verkehrsausschuss vorgestellt hatte, blieb die Skepsis an der Funktions- und Leistungsfähigkeit eines Kreisverkehr an diesem hochfrequentierten Knotenpunkt zwischen B258 und B399 bestehen. Während der Landesbetrieb bei der Präsentation in Monschau auf weitgehende Zustimmung traf, sieht man in Simmerath zu viele Risiken in einem Kreisverkehr – im schlimmsten Fall sogar eine Verschlechterung der jetzigen Situation.

Am Ende der lebhaften Debatte ging der Mitarbeiter des Landesbetriebs auf einen Vorschlag von Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns ein, mit dem Eigentümer der Ländereien in Fringshaus noch einmal das Gespräch zu suchen, denn als größtes Hindernis bei der Umsetzung einer tragfähigen Lösung hat sich inzwischen das Problem des Grunderwerbs auf belgischem Gebiet herausgestellt. Simmerath hofft nun mit dem Eigentümer in einen konstruktiven Dialog treten zu können.

Rückstaus in beiden Richtungen?

Rund 15.000 Fahrzeuge fahren täglich von Roetgen über die B258 Richtung Eifel, in Gegenrichtung sind es etwa 10.000 Fahrzeuge, die auf der B258 Richtung Roetgen unterwegs sind. Weitere 7000 Autos kommen von der B399 aus dem Simmerather Gemeindegebiet, die sich an Fringshaus in den fließenden Verkehr einfädeln müssen.

Dieses Einfädeln ist aus Simmerather Sicht auch der springende Punkt. Dass der aus Richtung Lammersdorf in Fringshaus ankommende Verkehr sich zügig in Richtung Aachen fortbewegen kann, ist aus Simmerather Sicht das Hauptanliegen. Die ursprüngliche Planung des Landesbetriebs hatte auch diesem Wunsch entsprochen und eine langgezogene Einfädelungsspur in Richtung Roetgen vorgesehen.

Dann aber stellten sich mehrere Probleme in den Weg. Man hätte belgisches Staatsgebiet in Anspruch nehmen müssen sowie die Grenze der Wasserschutzzone für die Dreilägerbachtalsperre überschritten. Auch die Bushaltestellen hätten aufwendig verlegt werden müssen. Letztendlich scheiterte die Idee an Platzproblemen, so dass als Alternative ein Kreisverkehrsplatz aufgetischt wurde, der auch das Geschäft Fringshaus geordnet anbinden würde. Egenter: „Wir hängen fest beim Grunderwerb.“

Bei der Planpräsentation in Simmerath konnte Bernd Egenter nicht die Simmerather Bedenken teilen, dass der aus Richtung Lammersdorf ankommende Verkehr durch den Kreisverkehr massiv ausgebremst werde. Der Kreisverkehr insgesamt erziele eine Bremswirkung.

Das betreffe auch den aus Richtung Monschau ankommenden Verkehr, der durch die zahlreichen Linksabbieger von Roetgen in Richtung Lammersdorf ebenfalls zum Anhalten gezwungen werde.

Für die CDU-Fraktion sprach Heribert Linscheidt von einer „nicht optimalen Lösung“. Allein die Bypass-Lösung (also die Einfädelungsspur aus Richtung Lammersdorf) bringe die gewünschte Entlastung, ansonsten seien Rückstaus zu befürchten. Den ÖPNV sah Linscheidt an dieser Stelle unverhältnismäßig hoch bewertet, da unter dem Strich nur wenige Fahrgäste die Haltestellen nutzten.

Marc Topp (SPD) kritisierte die Pläne noch schärfer: „Ein Kreisverkehr macht überhaupt keinen Sinn!“ Nicht nur dem Verkehr aus Richtung Lammersdorf drohten Rückstaus, das gleiche Problem sehe er auch für Fahrzeuge aus Richtung Monschau. Topp: „Wenn diese Pläne so umgesetzt werden, dann kommt es zu einer Verschlechterung gegenüber der jetzigen Regelung.“ Dann gebe man das Geld besser an anderer Stelle aus. Auch Sascha Schlepütz (CDU) sah noch weiteren Beratungsbedarf. Zu befürchtende Rückstaubildungen aus beiden Richtungen würden die Situation verschlechtern. Außerdem sei zu prüfen, ob die Wasserschutzzone wirklich so streng abgegrenzt sei, dass man diese nicht um zehn Meter überschreiten könne.

Busverkehr überdenken

Bernd Egenter meinte zum Thema Busverkehr, dass bislang keine Kommune die Haltestellen in Zweifel gezogen habe. Daher habe der Landesbetrieb sie in seinen Planungen auch komplett berücksichtigt, da der ÖPNV allein in der Verantwortung der Kommunen liege.

„In diesem Punkt sind allerdings Veränderungen in Sicht“, verwies Bürgermeister Hermanns auf die anstehenden Gespräche über die künftige Gestaltung des ÖPNV. Ein wesentliches Ziel dabei sei es, die Umsteigemöglichkeiten in Roetgen zu verbessern.

Auch für den Landesbetrieb gilt es, beide Planungen noch einmal abzuwägen. Bernd Egenter : „Vom Sicherheitsaspekt her ist ein Kreisverkehr die beste Lösung, für den Verkehr aus Richtung Lammersdorf wäre ein Bypass besser.“

Ob die Planung nun noch einmal neu aufgelegt werden kann, werden unter anderem die Gespräche mit Fringshaus zeigen.

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