Friedhofssatzung: „Bieten alle Möglichkeiten, unter die Erde zu kommen“

Von: hes
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An einer zentralen Gedenkstelle können die Angehörigen, wie schon jetzt in Mützenich, Blumen und Erinnerungsstücke niederlegen. Diese Art der Bestattung ist halbanonym, da zwar eine Plakette mit Namen und Daten des Verstorbenen angebracht werden kann, die genaue Örtlichkeit, wo die Asche aufgebracht wurde, jedoch nur bei der Friedhofsverwaltung verzeichnet ist. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Werner Krickel fasste es salopp zusammen: „Wir haben hier eine sehr bunte Satzung geschaffen und bieten alle Möglichkeiten, unter die Erde zu kommen.“ Der Grünen-Ratsvertreter beurteilte damit die neue Friedhofssatzung der Stadt Monschau, die der Rat unlängst nach langer Vorberatung beschlossen hat.

Dies geschah allerdings ohne die Stimmen der SPD, die sich daran stört, dass auch künftig nicht alle alternativen Bestattungsformen auf allen sieben städtischen Friedhöfen möglich sein werden, wie ihr Sprecher Gregor Mathar erklärte. Konkret bezieht sich die Kritik der Sozialdemokraten auf zwei neue Bestattungsformen: Das sogenannte Aschegrabfeld, wo eine Aschebestattung ohne Urne möglich ist, wird nur auf den Friedhöfen in Mützenich und Höfen angeboten.

Und Urnenreihengrabstätten mit liegender Gedenktafel sowie muslimische Grabstätten, die nach Mekka ausgerichtet werden müssen, wird es nach der neuen Satzung alleine auf dem Friedhof in Höfen geben.

Auf allen sieben Monschauer Friedhöfen sind dagegen drei alternative Bestattungsformen möglich: die Urnengemeinschaftsgrabanlage mit Grabliegekissen oder mit Platte sowie Baumgräber als halbanonyme Grabstätte. „Wir werden auf allen unseren, sehr schönen Friedhofsanlagen geeignete Bäume finden, wo wir solche Baumgräber anlegen können“, sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter unlängst im Rahmen ihrer Bürgerinformationsabende, die vergangene Woche mit den Veranstaltungen in Rohren und Mützenich endete.

Bei den Baumgräbern wird die Urne in einer Rasenfläche um einen von der Friedhofsverwaltung ausgewählten Baum beigesetzt. Die genaue Lage der Grabstelle ist dabei lediglich bei der Friedhofsverwaltung verzeichnet. Es wird aber eine zentrale Gedenkstelle hergerichtet, an der Blumen, Kränze und Erinnerungsstücke niedergelegt werden können.

An der zentralen Gedenkstelle wird ein einheitliches Schild mit den Daten der Verstorbenen angebracht. Die Verwaltung hat die Gebühr für Baumgräber auf 1020 Euro festgesetzt, die sich in Gebühr für die Bereitstellung der Grabstätte (620 Euro), Bestattungsgebühren (200), Pflegekosten (einmalig 160 Euro) und die Kosten für das Namensschild (40) aufschlüsseln.

Die weiteren alternativen Bestattungsformen liegen kostenmäßig etwas darüber. Die pflegefreie Urnengemeinschaftsgrabanlage, die auf allen städtischen Friedhöfen möglich ist, kostet mit Grabliegekissen 1370 Euro und mit Platte 1450 Euro. Die Urnenreihengrabstätte mit liegender Gedenktafel (nur in Höfen) kostet 1330 Euro, die Bestattung im Aschegrabfeld, die nur in Mützenich und Höfen angeboten wird, ist mit 430 Euro (plus 40 Euro für Namensschild) die mit Abstand preiswerteste Bestattungsform.

Diese Gebühren veranlassten Werner Krickel auch zu der Kritik, „dass wir eines unserer drei gesteckten Ziele bei der Neufassung der Friedhofssatzung nicht erreicht haben, nämlich die Kosten dauerhaft zu senken“. Die Bezahlbarkeit der Bestattung in den Griff zu bekommen, sei eine große Aufgabe in naher Zukunft, so der Grünen-Sprecher, denn: „Wenn die Friedhofsgebühren weiter jährlich steigen, wird das Sterben in Monschau eines Tages unerschwinglich.“

Gregor Mathar unterstrich dies: „Wir als Politik stehen in der Verantwortung, die Kosten für die Bestattung, gleich welcher Form, erträglich zu gestalten.“

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