Freundinnen der Tochter unsittlich angefasst

Von: Wolfgang Schumacher
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Der Angeklagte gestand, zwei Freundinnen seiner Tochter in sexueller Weise angefasst zu haben. Symbolfoto: dpa

Aachen/Simmerath. Zu Beginn des Strafprozesses vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und des Besitzes von Kinderpornographie hatte der Mechaniker Ralf W. (49) aus Simmerath noch alles abgestritten.

Nein, er habe nichts getan, hatte er dem Vorsitzenden Richter Roland Klösgen versichert. Doch am Donnerstag dann, am Tag der Urteilsverkündung, hatte er sich offenbar besonnen. Der ausgebildete Mechaniker gestand, zwischen 2007 und 2011 die beiden damals 13-jährigen Freundinnen seiner Tochter unsittlich angefasst zu haben. Dazu gestand er, auf seinem Laptop Dateien gespeichert zu haben, in denen Kinderpornographie zu sehen war.

Daraufhin verurteilte ihn die Kammer zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und zu Schmerzensgeldzahlungen an die beiden Opfer der sexuellen Übergriffe; einem Mädchen muss er 2000 Euro, an das zweite Opfer 3000 Euro zahlen.

Nicht sonderlich von Reue geprägt

Für Richter Klösgen war das Geständnis von W. nicht sonderlich von Einsicht und Reue geprägt. Im Prozess selber hatte der Angeklagte immer wieder angedeutet, die Mädchen seien undankbar gewesen, man habe sie schließlich mit in den Urlaub genommen.

Die Dateien auf dem Computer wiederum, so seine ursprüngliche Erklärung, seien ohne Aufforderung an ihn geschickt worden, er habe quasi nichts dafür gekonnt.

Eines der Mädchen hatte später Strafanzeige gestellt, bei der daraufhin erfolgten Hausdurchsuchung waren die pornographischen Dateien gefunden worden.

Richter Klösgen in der Urteilsbegründung: „Der Angeklagte hat am Anfang gelogen.“ Deswegen sei das Geständnis wohl eher als eine „prozesstaktische“ Einlassung zu betrachten. Allerdings lägen die sexuellen Übergriff im unteren Bereich der Skala.

Die Staatsanwältin hatte in ihrem Plädoyer elf Monate Haft gefordert, das ebenfalls auf Bewährung.

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