Frauen prägen den Neujahrsempfang der Städteregion

Von: Udo Kals
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Große Resonanz: Städteregion
Große Resonanz: Städteregionsrat Helmut Etschenberg begrüßte gestern zahlreiche Gäste zum Neujahrsempfang. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Vor einigen Wochen haben sich so einige Mitarbeiter im Haus der Städteregion mächtig die Augen gerieben. Denn was auf ihre Schreibtische geflattert war, hatte es vorher noch nie im Haus an der Zollernstraße gegeben.

War in Dienstanweisungen bislang ausschließlich vom männlichen Mitarbeiter und Vorgesetzten die Rede, stand nun überall die weibliche Form. Nur als Unterzeichner, erzählte am Sonntag Helmut Etschenberg zur allgemeinen Erheiterung beim Neujahrsempfang der Städteregion, habe er als Städteregionsrat und nicht -rätin unterzeichnet.

„Massiv geärgert” hatte ihn zuvor die hausinterne Forderung, neben der bisherigen männlichen Form solle doch künftig bitteschön auch immer die weibliche benannt werden. Seine Konsequenz: „Wir Männer sind selbstbewusst genug, dass nur die weibliche Form stehen kann”, meinte Etschenberg, nicht ohne erwähnen zu müssen, dass es nun ein gewisses Rumoren bei einigen Herrschaften gebe.

Mit dieser Anekdote gab Etschenberg einen saloppen Aufgalopp zu dem Empfang, bei dem - gänzlich anders als im Vorjahr - auf dem Podium elf Frauen aus Politik, Wirtschaft, Hochschule und Sport in mehreren Gesprächsrunden im Mittelpunkt standen. Auch wenn es ab und an Probleme mit dem männlichen Geschlecht gibt, wie Dressurreiterin Nadine Capellmann („Ich setze nur noch auf Stuten, die Hengste haben mich fast alle hängengelassen”) berichtete, ging es in den Talkrunden nur am Rande über die Rolle von Frauen in männerdominierten Berufen. Vielmehr betonten die Gesprächspartnerinnen von Moderatorin Barbara Mourad in der Montagehalle des Aachener Sondermaschinenbauers 3win die Chancen und Potenziale der (Städte-)Region. Ob Prof. Christiane Vaeßen (Prorektorin der FH Aachen), Ulrike Lubek (Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland), Staatssekretärin Marlies Bredehorst oder 3win-Geschäftsführerin Dagmar Wirtz - alle Frauen waren sich in ihrem Fazit einig: Der eingeschlagene Weg zur Städteregion sei trotz aller Probleme der richtige.

Jetzt gelte es, das innovative Potenzial der Region stärker zu nutzen, um den Standort vor allem mit dem Zugpferd Campus noch besser zu vermarkten. „Wir profitieren stark von den Hochschulen. Und wir versuchen, gute Studenten frühzeitig an uns zu binden”, meinte etwa Stefanie Peters, Geschäftsführerin von Neuman & Esser. Denn: „Fachkräfte aus München oder Hamburg zu uns zu holen, ist nicht so einfach.”
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