Frauen in Bäckerei belästigt: Gebrüll schreckt Täter ab

Von: se
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Imgenbroich. Eigentlich wollte Sandra K. (Name von der Redaktion geändert) Anfang der vergangenen Woche vor der Arbeit nur kurz beim Bäcker vorbeischauen, um ihren Einkauf zu erledigen.

Was an diesem Morgen in der Imgenbroicher Filiale allerdings vorfiel, beschäftigt die 38-Jährige auch über eine Woche später noch.

Während Sandra K. geduldig darauf wartete bedient zu werden, wurde sie Zeugin, wie ein Gast eine Kundin und die beiden Verkäuferinnen belästigte. Während die Kundin ihre Bestellung aufgab, sprach besagter Gast immer wieder dazwischen und kam der Kundin bis auf wenige Zentimeter nah. „Man hat gemerkt, dass es der Frau unangenehm war. Sie hatte ihre Köpfe nach unten gesenkt und schauten auf den Boden. Schon als ich reinkam, herrschte eine komische Atmosphäre“, erinnert sich die 38-Jährige.

Sie beobachtete die Situation weiter und überlegte, ob sie dazwischen gehen sollte. Der Partner der Kundin war ebenfalls dort und wartete am Ausgang. „Wenn sie in Begleitung ist, wird sie meine Hilfe wohl nicht brauchen, habe ich gedacht.“

Nachdem die Kundin ihre Ware erhalten hatte, verließ sie mit ihrem Partner die Bäckerei. „Vielleicht hatte ihr Mann auch Angst etwas zu sagen“, meint Sandra K. rückblickend, hat dafür jedoch nur wenig Verständnis: „Wenn mir ein fremder Mann so nah gekommen wäre, dann wäre mein Freund auf jeden Fall dazwischen gegangen.“

Das war jedoch nicht alles, was an diesem Morgen geschah. Als Sandra K. an der Reihe war, sprach der Kunde auch sie an. „Er kam auf mich zu und machte mir Komplimente. Ich bin zur Seite gegangen, um zu zeigen, dass ich an einem Gespräch nicht interessiert bin.“

Das half nicht. Der „lästige“ Gast, der im übrigen akzentfrei Deutsch sprach, kam bis auf wenige Zentimeter heran, machte sie darauf aufmerksam, dass sie etwas im Haar habe und näherte sich mit seiner Hand ihrem Gesicht. „Ich habe ihn angebrüllt, dass er mich in Ruhe lassen soll. Dann hat er große Augen gemacht, mich beschimpft und sich auf seinen Platz gesetzt“, sagt die 38-Jährige.

Was der Herr, den die gebürtige Polin als „großen Mann zwischen 40 und 50 Jahren mit dunklen Locken“ beschreibt, von ihr wollte, fragt sie sich noch immer. „Ich bin nicht sicher, ob er mich beklauen, bedrängen oder mir Angst machen wollte.“ Nichts davon habe er jedoch geschafft. „Ich lasse mir das nicht gefallen und hoffe, dass alle Frauen Mut haben, um sich zu wehren. Oft reicht es, wenn man etwas lauter wird“, ist sie sich sicher.

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