Franziskaner-Kloster öffnet sich mit Gästehaus für Besucher

Von: Sandra Kinkel
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Bruder Wolfgang will im Franziskaner-Kloster in Vossenack ein Gästehaus für Gruppen etablieren. Foto: S. Kinkel

Vossenack. „Wir müssen auch als Kloster neue Wege beschreiten, um in Zukunft bestehen zu können.” Klare Worte von Bruder Wolfgang, Franziskaner-Mönch in Vossenack. Der Mann lebt seit über 30 Jahren im Kloster.

Er hat als Erzieher im Internat gearbeitet, ist heute immer noch Kunstlehrer und Leiter von Kunstkeller und Gästehaus des Klosters. Und die beiden letzt genannten Einrichtungen sind genau die neuen Wege, die Bruder Wolfgang meint.

Seit kurzem gibt es im Franziskaner-Kloster in Vossenack ein Gästehaus, vorzugsweise für Gruppen. „Der Platz war da”, so Bruder Wolfgang. „Es gibt weniger Internatsschüler. Warum sollen wir also diese Räume nicht anderweitig nutzen?” Natürlich musste so eine Entscheidung ausführlich im Kreis der zehn Franziskanermönche, die noch in Vossenack leben und arbeiten, diskutiert werden.

„Natürlich bedeuten Gäste im Haus auch mehr Lärm als sonst. Aber letztlich waren alle Mitbrüder einverstanden.” So wie sie ja auch mit dem Kunstkeller einverstanden waren, der im September 2007 eröffnet worden ist. Seitdem finden regelmäßig Konzerte, Lesungen und Puppentheater statt. „Eben alles querbeet”, so Bruder Wolfgang, „was hier reinpasst.” Und das sind im Augenblick Eleen Dorner, Volker Schrills und Anne Swoboda mit einem Puppentheater für Erwachsene. Und die drei Künstler aus der Pfalz, NRW und Berlin haben sich gleich auch im Gästehaus des Franziskus-Internates einquartiert. „Wir fühlen uns hier sauwohl”, sagt Anne Swoboda. „Das ist hier wirklich Rundum-Betreuung. Wir können hier eine Woche nur proben und essen. Und es gibt ein Theater. Ich meine, wo hat man das sonst schon?”

Bruder Wolfgang freut sich über das Kompliment, besonders, weil er immer wieder betont, dass das Gästehaus des Franziskusinternates „kein Hotel” ist. „Hier gibt es keinen Schnickschnack”, sagt er. „Und kein Wellness.”

Die Zimmer sind einfach, aber möbliert. Duschen und Toiletten gibt es bislang nur auf dem Gang. „Das ist für ältere Menschen vielleicht ein Problem”, sagt er. „Zumal es solche Gemeinschaftsbäder sind, wie sie früher unsere Internatsschüler benutzt haben. Vielleicht können wir eines Tages umbauen, aber das kostet natürlich viel Geld.” Beköstigt werden die Gäste übrigens von der Internatsküche. Was sich Bruder Wolfgang gut vorstellen kann, sind Pfarrgemeinderäte oder Chöre, die einige Tage in dem Gästehaus verbringen. Auch Sportgruppen sind willkommen, die je nach Bedarf auch Schwimmbad und Turnhalle des Gymnasiums nutzen können. Selbstverständlich können die Gäste auch an den Gebetszeiten der Mönche teilnehmen.

„Wir möchten wegen unserer Schüler und der Internatskinder nicht so gerne Kindergruppen aufnehmen”, sagt Bruder Wolfgang. „Aber ich glaube schon, dass Bedarf für dieses Gästehaus besteht.” Es hat schon erste Gespräche mit der Kunstakademie Heimbach gegeben. „Da gab es durchaus Interesse, dass Kursteilnehmer bei uns wohnen.”
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