Monschau - Fotografische Zeitreise: Die Dörfer im Wandel der Zeit

Fotografische Zeitreise: Die Dörfer im Wandel der Zeit

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
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Die Dörfer Imgenbroich, Konzen und Mützenich im Wandel der Zeit: Zu einer Zeitreise mit alten und neuen Fotos lädt das Stadtarchiv Monschau ein.

Monschau. Viel Zeit sollte man mitbringen für die aktuelle Ausstellung des Stadtarchivs Monschau unter dem Titel „Von Häusern und Menschen“, die seit dem Wochenende in den Räumen des Stadtarchivs am Holzmarkt zu sehen ist.

Hier werden historische Fotoaufnahmen aus drei Dörfern des Monschauer Landes, vorwiegend aus den Jahren 1943 und 1944, aber auch ältere, den heutigen Ansichten im direkten Vergleich gegenüber gestellt. Da gibt es viel zu entdecken und viel zu besprechen.

Die Zeitreise lädt ein zu einem Rundgang durch Imgenbroich, Konzen und Mützenich. Die Sonderausstellung, die das Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein des Monschauer Landes sowie den Heimatvereinen der drei Orte zusammengestellt hat, soll den Wandel der Ortschaften dokumentieren. Teilweise hat die historische Bausubstanz die Zeit überdauert, aber teilweise wurden die Häuser im Krieg zerstört, saniert oder an gleicher Stelle neu errichtet. „Die Gegenüberstellung wird unterschiedliche Gefühle auslösen“, sagte Stadtarchivar Dr. Bernd Läufer bei der Ausstellungseröffnung, wobei die Ausstellungsmacher Wert darauf gelegt hätten, mit der Präsentation „keinerlei Wertung“ zu verbinden. „Sie versteht sich als Dokumentation, die die Veränderungen lediglich aufzeigt.“

Dass diese Ausstellung überhaupt möglich wurde, ist dem fotografischen Schaffen von Walter Scheibler (1880 bis 1965) zu verdanken, der als Unternehmer, Kommunalpolitiker und Heimatkundler bekannt geworden ist. Aber auch eine große Fotoleidenschaft begleitete ihn sein Leben lang. Walter Scheiblers Fotosammlung enthält rund 800 Bilder aus 50 Dörfern und kleineren Anwesen des Monschauer Landes. Die Sammlung war Bestandteil der ehemaligen Kreisbildstelle Monschau, ehe sich die Aufnahmen seit 2012 als Leihgabe im Stadtarchiv Monschau befinden.

Nur vordergründig aber ist die Romantik, die die über 70 Jahre alten Dorfansichten zeigten. Bernd Läufer relativierte die Vorstellung vom idyllischen bäuerlichen Landleben, denn man müsse bedenken, dass die Menschen damals in den einfach gebauten Fachwerkhäusern oft unter großen Schwierigkeiten und Entbehrungen gelebt hätten.

Zu den ausgestellten Aufnahmen gehören detaillierte Bildbeschreibungen, die auch auf die Menschen eingehen, die im Laufe der Zeit in den Häusern lebten. Jeder der drei Orte ist aus Platzgründen nur mit 13 Bildbeispielen vertreten; in einer Lichtbilderschau kann man aber alle verfügbaren Aufnahmen betrachten.

Zweiter Teil im kommenden Jahr

Auf die Bedeutung von Walter Scheibler als Fotograf ging Dr. Toni Offermann vom Geschichtsverein des Monschauer Landes anschließend in einem sehr differenzierten Vortrag ein. Scheibler fotografierte bereits seit 1899, und die landschaftlichen Besonderheiten der Nordeifel erkannte er schon früh, brachte er doch allein in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg 31 der Nachwelt bekannte Ansichtskarten in Umlauf. Auch eine aus dem Jahr 1909 stammende Lichtbildersammlung, die er dem Eifelverein präsentierte, rief Begeisterung und Erstaunen hervor. Da er ab 1919 stärker in das Tuchmacherunternehmen der Familie eingebunden war, hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits den Höhepunkt seines fotografischen Schaffens erreicht, ehe dann in den Kriegsjahren die erwähnte umfangreiche Sammlung hinzukam.

Auf Bitten der Kreisverwaltung wurde er im Auftrag der Forschungsstelle Deutscher Bauernhof aktiv, um die bäuerliche Bauweise vor dem Hintergrund der drohenden Kriegszerstörung für die Nachwelt festzuhalten. Zwar bestätigte Offermann dem Fotografen, dass er seine Aufnahmen von karger Natur und bäuerlicher Bauweise „ohne jegliches Pathos“ gefertigt und sich ganz auf die dokumentarische Darstellung konzentriert habe, aber es gebe auch in späteren Unterlagen Hinweise darauf, dass sich Scheibler nicht ganz von nationalsozialistischen Einflüssen habe freisprechen können.

Die Ausstellung im Stadtarchiv gibt zudem noch an einigen Beispielen Einblicke in die Bauweise in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Torfgewinnung in Mützenich.

Zu Beginn hatte Hermann Mertens als Vertreter der Stadt Monschau die „sehr interessante“ Ausstellung gelobt und bereits seine Vorfreude auf den zweiten Teil der Ausstellung im kommenden Jahr zum Ausdruck gebracht, bei der dann Höfen, Kalterherberg und Rohren im Mittelpunkt stehen werden.

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