Fotografenlegende: Mit Weltstars auf Du und Du

Von: avl
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Monschau. „Mein lang gehegter Wunsch, die Arbeiten des großes Fotografen Anton Corbijn hier im KuK auszustellen, ist in Erfüllung gegangen”, freute sich Dr. Nina Mika-Helfmeier. Mit diesem Wunsch schien sie einmal mehr den Nerv des Publikums getroffen zu haben.

Einen derartigen Andrang hat das Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen im Monschauer KuK bislang noch nicht erlebt. Jeder Ausstellungsraum war hoffnungslos überlaufen. Etwa 30 Portraits, vorwiegend in Monochrom, die im Zeitraum von 1980 bis 2002 entstanden, sind noch bis Montag, 3. Oktober in Monschau zu sehen. Die Künstlerlegende selbst, wird am Dienstag, 30. August dem KuK und Interessierten seinen Besuch abstatten.

Individuum der Musikbranche

Seit ungefähr 35 Jahren fotografiert der Niederländer Anton Corbijn berühmte Leute: Schriftsteller, Schauspieler und vor allem Musiker. Menschen, die ihm persönlich am Herzen liegen. Er fotografiert den Ruhm - das Individuum in der Musikbranche. Dabei liegt ihm besonders das Individuelle des Ruhms am Herzen und nicht die Industrie des Ruhms. Anton Corbijn möchte aus dem Menschen etwas anderes herausholen, als andere Fotografen.

Er möchte ein Bild schaffen, das so noch nicht existiert. Meist entstehe so eine Mischung des Porträtierten und ihm selbst.

Corbijn selbst beschreibt seine Arbeit mit den Stars wie Davis Bowie, Miles Davis, Keith Richards, Mick Jagger, Robert de Niro, Herbert Grönemeyer oder Ian Curtis (um nur einige wenige zu nennen) so: „Das ist der Vorteil, wenn man mit berühmten Leuten arbeitet: Man muss sie nicht vorstellen. Es gibt eine öffentliche Wahrnehmung, die man entweder konterkarieren oder auf die Spitze treiben kann. Sonst hat ein Foto doch keine Funktion: Wozu ein Bild machen, das die Leute bereits kennen.”

Erhellende Erklärungen zu Corbijns Arbeiten formulierte auch Paul Morley: „Die Fotografie von Anton Corbijn entfaltet und fixiert das Erstaunen über das Erscheinen, während wir am Abgrund des Verschwindens leben” und Benjamin Paul: „Die Fotografie Corbijns simuliert das Wunder der Existenz.”

Nach der Begrüßung durch die Projektleiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier, überbrachte Corbijns Galeristin, Anita Beckers, persönliche Grüße des Künstlers, der sich auf seinen nahenden Besuch in Monschau freut.

Eine Einführung in den eigenwilligen Kosmos des Ausnahme-Fotografen, unternahm Dr. Thomas Niemeyer (Museum MARTa Herford). „Anton Corbijn gelingt es, eine echte Authentizität einzufangen und zu konservieren. Seine Portraits sind auf eine geradezu entwaffnende Weise einfach und strahlen eine besondere Ästhetik aus. Sie zeigen die vorhandene Umgebung und nutzen stets das vorhandene Licht und die aufwendigste fototechnische Manipulation, die bei der Weiterverarbeitung zum Einsatz kommt, ist eine gelegentliche Tönung.”

Brisanz des Einfachen

Der Autor Francis Hodgson findet im jüngsten Katalog zu Corbijns Fotografie eine wunderbare Formulierung der Brisanz des Einfachen: „Es sei wie im Blues: formelhaft und abgedroschen, wenn das Gefühl nicht stimmt, aber wenn alles passt, kann man gar nicht authentischer sein. Gerade mit so wenigen Mitteln.”

Auch die Bühne im Kellergeschoss des Kuks wurde vom Publikum hart umkämpft, als Peter Sonntag und Band die Musik der Band Joy Division frisch und mitreißend interpretierte.

Angelockt vom knackigen Sound und Rhythmen, bei denen man einfach mit muss, bildete sich auch vor und neben dem Kuk eine interessierte Zuhörerschaft.
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