Fotoausstellung: Schwarz-weiß Fotografien aus den 1930er Jahren

Von: mon
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Dr. Hajo Peters, Dr. Georg Kehren und Direktor Robert Plastrotmann während der Ausstellungseröffnung der Fotoausstellung „Monschauer Land - Gestern und Heute“ in dem wohl eigentümlichsten Ausstellungsort für ein Bild: In der Gefängniszelle des Amtsgerichtes in Monschau. Foto: V. Monterey

Monschau. „Das Bild in der Gefängniszelle ist wohl das Highlight“, so der Direktor des Amtsgerichts Robert Plastrotmann während seiner Ansprache zur Eröffnung der Fotoausstellung „Monschauer Land – Gestern und Heute“ von Professor Doktor Gustav Grimme im Monschauer Amtsgericht.

Der Veranstalter der Ausstellung ist die Europäische Akademie für Wissenschaft, Sport und Kultur. Bis zum 28. Februar sind im ersten Obergeschoss 21 digital aufbereitete und bearbeitete schwarz-weiß Fotografien aus den 1930er Jahren zu sehen, die der Lehrer, Kunsthistoriker, Maler und Fotograf auf seinen Wanderungen durch die Eifel einst aufgenommen hat.

„Zwar hat es einige Zeit gedauert, bis die Idee umgesetzt wurde“, so Plastrotmann vor über 70 Ausstellungsbesuchern, doch mit dem „unermüdlichen Engagement“ von Dr. Hajo Peters, unter anderem erster Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereins des Hauses Troistorff, Mitgliedern aus Stadt und Rat, dem Förderverein Monschau-Bütgenbach, Gebietsdirektor Manfred Jansen der Sparkasse Aachen, Mitgliedern des Amtsgerichtes, sowie der Hilfe von Michael Pohl bei der Digitalisierung der Glasplatten konnte das Erbe von Doktor Georg Kehren beziehungsweise seiner Ehefrau Maria verwirklicht werden.

Die 50 mal 70 Zentimeter großen Bilder sind nur eine kleine Auswahl aus einem Fundus, bestehend aus 1000 Glasplatten in „enormer Qualität“, die den Krieg überdauert haben. Sie zeigen zum Beispiel die Perlbachmühle bei Höfen, die Kirche in Kalterherberg, ein Eifelbauernhaus in Konzen, die alte Fährstraße, Monschau-Höfen oder das Wirtshaus Grünenthal bei Monschau.

Gegenübergestellt sind jeweils Farbfotografien aus der heutigen Zeit, nachdem man mühsam recherchiert hat, um welchen Ort es sich handelt. Einsam bleibt das Bild in der Zelle. Zu sehen sind nur ein Felsabhang, eine Arbeiterfamilie aus ärmlichen Verhältnissen und ein einsames Haus im Hintergrund, umso eindringlicher die Gesichter.

Im Gerichtssaal selbst sind die Fotografien noch mal in einer Diaschau zu sehen, jeweils mit einer Überblendung zur heutigen Ansicht, nachdem der ursprüngliche Standort des Fotografen rekonstruiert wurde.

Ebenso ist ein 52 Seiten starker Bildband mit einer Kurzfassung des Lebens von Gustav Grimme erschienen, der am 3. Juli 1878 zu Heiligenstadt (Eichsfeld) als zweitjüngster Sohn von Gymnasialdirektor Friedrich Wilhelm Grimme, dem „Dichter des Sauerlandes“ geboren wurde. Er promovierte in Münster/Westfalen im Fach Kunstgeschichte und trat dann, nach dem Staatsexamen in den höheren Schuldienst ein. Ab dem Jahre 1911 war er Studienrat an der Aachener Hindenburgschule (Couven-Gymnasium). Reisen in fast alle europäischen Länder, von denen er viele Fotografien und Zeichnungen mitbrachte, bestätigen seine Begeisterung für Kunst und Kulturen.

Großteil wurde zerstört

Mit seiner Ehefrau hatte er drei Kinder, die nicht selten als Staffage auf seinen Bildern zu sehen sind, und anhand dessen Größe man im Nachhinein nicht selten das Entstehungsjahr bestimmen konnte. Beim Einmarsch der Alliierten wurde ein Großteil der Sammlung von rund 10.000 Glasplatten (Diapositiven) in der Größe neun mal 13, Skizzenbüchern und Aquarellen zerstört. „Die restlichen 1000 standen jahrelang bei meinem Schwiegervater auf dem Regal“, berichtete Kehren. Ein Teil sogar bei der Schwiegertante im Keller, wo sie unter einem Kohlenhaufen „teilweise mächtig litten“.

Mit der Digitalisierung wurden Staub und Kratzer entfernt, die Bilder nachbearbeitet und in mühsamer Kleinstarbeit recherchiert um welchen Ort es sich jeweils handelt. „Das Ergebnis ist erfreulich“, so Doktor Hajo Peters, der zu der Ausstellung ein passendes Bild (Acryl auf Holz), welches durch seine Struktur und Räumlichkeit besticht, beigesteuert hat „und wohl die beste und schönste Ausstellung des Monschauer Landes.“

„Eine unwiederbringliche Erinnerung“, stellte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns fest. Lobenswert sei auch die Tatsache, dass der Direktor die Räumlichkeiten des Amtsgerichtes zur Verfügung gestellt hat und diese vielleicht als Dauerleihgabe im Amtsgericht verbleiben kann. Sowohl die Beteiligten als auch die vielen Besucher fanden die Ausstellung beeindruckend.

Das fanden auch Michaela Mertch und Heike Hergesell aus Aachen, die resümierten: „Diese Ausstellung bewahrt und ehrt“.

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