Fortstwirtschaftsplan: Der Wald bleibt ein gutes Geschäft

Von: hes
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8165 Festmeter Holzernte sieht
8165 Festmeter Holzernte sieht der Forstwirtschaftsplan 2012 vor. 5100 festmeter davon sollen durch eigene Forstwirte geerntet werden, 2915 durch Unternehmer und 150 Festmeter in Selbstwerbung. Foto: Stollenwerk

Monschau. Fast 1,5 Millionen Euro hat der Monschauer Stadtwald in den vergangenen Jahren in die ansonsten so marode Kasse des Kämmerers gespült. Und das wird sich auch im kommenden Haushaltsjahr fortsetzen.

Denn nach dem nun vorgelegten und im Rat verabschiedeten Forstwirtschaftsplan 2012 wird auch das kommende Waldjahr mit einem satten Gewinn von rund 175.000 Euro abschließen. Hauptgrund für die anhaltend wirtschaftlich positive Situation ist die „überaus positive Entwicklung der Holzpreise”, wie Kämmerer Franz-Karl Boden im Umweltausschuss berichtete. Demnach wird 2012 der Forstplan im achten Jahr in Folge mit einem sechsstelligen Überschuss abschließen, nachdem er von 2002 bis 2004 im kleineren Plusbereich ausgekommen war.

Der erwartete Überschuss im kommenden Jahr ist umso höher zu bewerten, als der Hiebsatz erneut gegenüber dem laufenden Jahr vermindert werden wird, es also weniger Holzeinschlag in den Stadtwäldern geben wird.

Weniger Ernte, gleicher Ertrag

Trotz der geringer angesetzten Holzernte (8165 Festmeter sind geplant) rechnen der Kämmerer und die Forstverwaltung mit Forstoberinspektor Felix Meyer und Forstwirtschaftsmeister Klaus-Dieter Schmitz hier mit der exakt gleichen Einnahmenhöhe wie 2011, nämlich 480.000 Euro. „Und wenn die Holz- und Papierpreise weiter anziehen, könnte dieser Gewinn sogar noch höher liegen”, frohlockte der Kämmerer.

20.000 Euro für Wegebau

Bis auf den Euro genau wurde auch der Ansatz für die Jagdpachteinnahmen aus Eigenjagdbezirken aus dem Vorjahr übernommen, 90.149 Euro stehen hier zu Buche. 58.000 Euro werden auf der Habenseite als „Erträge aus internen Leistungsbeziehungen” erwartet, dabei handelt es sich um zu erstattende Personal- oder Materialkosten zugunsten anderer Bereiche, beispielsweise bei Gefahrenfällungen, Bau von Erholungseinrichtungen oder dem Einsatz von Forstmitarbeitern im Nationalparktor.

Auf der Ausgabenseite sind naturgemäß die Personalkosten der größte Batzen. Mit knapp 330.000 Euro liegen diese nur geringfügig über dem Ansatz von 2011, was der allgemeinen Tariferhöhung geschuldet ist. Fünfstellige Posten unter den Aufwendungen sind Beiträge für die Berufsgenossenschaft (18.164 Euro), der Wegebau (20.000), die Anlegung neuer Forstkulturen (16.000), Anteile an der Jagdpacht (12.750) sowie Versicherungen (10.000).

„Der Forst bringt der Stadt nicht nur Geld, sondern sorgt auch für Arbeit”, freute sich Gregor Mathar (SPD) im Umweltausschuss über den doppelt positiven Effekt des Stadtwaldes. Mathar lobte die Douglasie, die immer mehr Einzug im Stadtwald hält, als „gute Wirtschaftspflanze”, wusste aber auch, „dass sie im Nationalpark nicht so gerne gesehen ist”. In die gleiche Kerbe schlug auch Dr. Ralf Güttes (Linke): Das Kommen der Douglasie sei ja aus ökonomischer Sicht zu verstehen, „aufgrund der Nähe zum Nationalpark sollten wir aber besser auf einheimisches Gehölz setzen”, riet der Biologe.

Diskussion um die Douglasie

Felix Meyer wusste, dass der nicht ganz so gute Ruf der Douglastanne durch die Befürchtung komme, sie sei „invasiv”, vermehre sich also unkontrollierbar. „Dem ist nicht so”, so Meyer; dort wo Rot- und Rehwild äse, gebe es auch keine Naturverjüngung der Douglasie, konnte der Forstoberinspektor beruhigen. Und sein Forstkollege Schmitz bezifferte die Flächen mit Douglasien auf „maximal zehn Hektar”. Das aus Nordamerika kommende Nadelgehölz nehme damit nur einen geringen Anteil des Stadtwaldes ein.

Der Forstplan für 2012 wurde in Umweltausschuss und Stadtrat einstimmig verabschiedet.
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