Folgen des Festes machen sich in den Geschäften bemerkbar

Von: Carmen Krämer
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Familie Kirfel aus Schmidt fre
Familie Kirfel aus Schmidt freut sich über das schöne Weihnachtsfest, das sie im Kreise der Familie verbringen durfte. Gemeinsam probieren nun Hannah und Nicolas ihre neuen Spielsachen aus. Fotos (2): Carmen Krämer Foto: Carmen Krämer

Nordeifel. Egal wohin man in den letzten Wochen blickte: Überall lächelten einem Weihnachtsmänner, Engelchen oder Elche entgegen. Auch derzeit funkeln und glitzern die Kugeln noch in den Geschäften und auch in manchem Wohnzimmer sieht es so aus, als stünde das Fest erst noch bevor.

Doch nicht mehr lange und der Weihnachtszauber ist endgültig vorbei. So manche Hausfrau ist froh, wenn der „riesige nadelnde Baum” im Wohnzimmer dem Alltag wieder weicht, andere mögen hingegen die „gemütliche Atmosphäre, die so eine geschmückte Tanne mit sich bringt” und warten noch bis Mitte Januar mit dem Abbau der Dekoration.

Wieder andere bleiben zumindest von diesem Stress verschont: „Wir hatten ein sehr schönes Weihnachtsfest. Leckeres Essen, gemütliches Zusammensein und ein paar Geschenke gab es auch. In diesem Jahr aber zum ersten Mal ganz ohne Baum, weil mein Vater meint, meine Geschwister und ich wären jetzt alt genug”, erklärt Richard Dederichs, Student aus Rohren.

Auch wenn Engelchen und Lichterketten langsam wieder im Karton verschwinden, zeigt das Weihnachtsfest mindestens während der nächsten zwei Wochen in den Geschäften immer noch Wirkung: „Bei uns wird gerade sehr viel Kleidung umgetauscht, meistens aber einfach gegen kleinere oder größere Größen”, erklärt Nicole Lennartz, die am ersten Tag nach Weihnachten hinter der Kasse beim Victor in Imgenbroich stand und die Waren entgegen nahm. Und auch in den Schmuckabteilungen häufen sich die Umtauschaktionen. Meist liegen die Gründe für den Umtausch auch hier nur darin, dass der Ring zu groß oder die Uhr zu eng ist und nicht, weil es nicht gefällt.

Weniger umgetauscht

Leseratten, die geschenkte Bücher zurückgeben mussten, weil sie sie bereits haben, zeigen sich meist nicht allzu traurig, weil doppelte Bücher ein eindeutiges Zeichen dafür sind, dass der Schenkende genau den Geschmack des anderen getroffen hat.

Ungeachtet der Tatsache, dass immer noch zahlreiche Geschenke im Einzelhandel gekauft würden, sei die Zahl der Umtauschaktionen in den letzten Jahren spürbar gesunken, beobachteten mehrere Verkäufer. Eine Erklärung für diesen Trend haben sie allerdings nicht. Auch berichteten mehrere Einzelhandelskaufleute, dass in den ersten Tagen nach Weihnachten noch erstaunlich viel gekauft würde, obschon eigentlich davon ausgegangen werden könne, dass alle Wünsche über Weihnachten erfüllt worden seien.

So wie bei den Geschwistern Hannah (7) und Nicolas (3) Kirfel,die mit ihrem Weihnachtsfest sehr zufrieden sind und bei denen auch nichts umgetauscht werden musste. „Ich habe mich am meisten über die Geschenke gefreut und über das leckere Essen. Es gab Rouladen, Sauerbraten, Salat und Kartoffelgratin”, erklärt Hannah. „Und ich mich über meine Autos und den kleinen Computer”, freut sich ihr kleiner Bruder. Auch die Augen der Enkel von Stefan Pauls aus Höfen strahlen immer noch bei dem Gedanken an das neue Hochbett und die Schlafcouch im Kinderzimmer, die sie garantiert nicht mehr hergeben werden.

Elektronische Geräte wie die in diesem Jahr sehr beliebten Tablet-PCs für die größeren „Kinder” werden ebenfalls nur selten umgetauscht. Letztgenanntes Geschenk sorgte nach Erzählungen einer Kundin bei Oma und Opa für erstaunte Gesichter, als das Enkelchen plötzlich mit demselben „modernen Apparat” Musik hören, mit den Freunden chatten oder Toilettenpapierabrollen spielen konnte.

Und auch der Blick auf die Waage trägt womöglich bei so manchem Gourmet nach den Feiertagen Schuld an einer fassungslosen Miene. Schließlich beginnt meist schon Mitte November die Saison der Weihnachtsfeiern mit ausgiebigen Fünf-Gänge-Menüs oder einladendem Büffet, bevor am ersten Dezember der Schokoladen- und Lebkuchenkonsum einsetzt.

Anstatt vorher zu fasten, wie es in anderen Religionen vor solchen Festlichkeiten Brauch ist, erreicht dann die Schlemmerei auf dem Weihnachtsfest ihren Höhepunkt. Raclette, Rouladen, Rotkohl - glücklich ist, wer einen Gutschein für das Fitnessstudio unter dem Baum gefunden hat und tröstlich ist, dass es vielen so geht.

Und auch wenn der biblische Hintergrund heutzutage häufig nur noch wenig Beachtung findet, so ist doch für die meisten Eifeler die christliche Feierlichkeit nur dann gelungen, wenn man friedlich mit Familie und Freunden zusammengesessen und ohne Stress ein paar gemütliche Stunden verbracht hat.

Das Schönste am Fest

Wann kommt schließlich in Zeiten von Stress und Zeitnot sonst die ganze Familie so friedlich zusammen und hat so viel Zeit, sich einfach nur zu unterhalten und das Beisammensein zu genießen? Das findet auch Familie Kirfel aus Schmidt: „Wir haben über die Tage unsere Verwandten besucht und unsere Verwandten uns. Das ist doch das Schönste am Fest.Uns ist es wichtig, mit der Familie zusammen zu sein und einfach zur Ruhe zu kommen. Mehr brauchen wir eigentlich nicht.”
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