Förderverein Nationalpark Eifel: Jürgen Roters gibt Vorsitz ab

Von: Klaus Pesch
Letzte Aktualisierung:

Nordeifel. Der Lotse geht von Bord: Am Montag überraschte der Förderverein Nationalpark Eifel mit der Nachricht, dass der langjährige Vorsitzende Jürgen Roters, derzeitiger Oberbürgermeister von Köln und Ex-Regierungspräsident, aus seinem Amt ausscheidet.

Roters habe, so erläuterte der Verein, durch seine derzeitige Tätigkeit nun wirklich keine Zeit mehr für den Vorsitz.

Der Vorstand habe nun einen Bundestagsabgeordneten der Region dafür gewinnen können, für das vakant gewordene Amt zu kandidieren. Am Mittwoch soll um 19 Uhr im Gemünder Kurhaus der Nachfolger gewählt werden. Wie die „Rundschau” in Köln erfuhr, wird der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (41) von Bündnis 90/Die Grünen für den Vorsitz kandidieren. Gleichzeitig soll ein neuer Vorstand gewählt werden.

Jürgen Roters war im Frühjahr 2002 zum Vorsitzenden des sich damals gründenden Fördervereins Nationalpark gewählt worden. Der damalige stellvertretende Fördervereins-Vorsitzende Volker Hoffmann bezeichnete diese Wahl vor Jahren als einen Glücksgriff. Roters habe entscheidend dazu beigetragen, dass der Nationalpark in Rekordzeit habe realisiert werden können, weil es ihm gelungen sei, in der Region den erforderlichen Konsens herbeizuführen.

Als „sehr diplomatisch” ist Roters den Menschen in der Region in Erinnerung. Zur Zusammenarbeit mit Volker Hoffmann, der später im Zorn in Sachen Nationalpark das Handtuch warf, soll Jürgen Roters einmal gesagt haben, der „Vater des Nationalparks” sei eben sehr schwer zu dirigieren. Mit Herzblut hat Roters sich von Köln aus den Aufgaben des Nationalparks gewidmet. Wenn er am Wochenende Termine in der Eifel wahrnahm, war Ehefrau Angela immer mit von der Partie.

Als Regierungspräsident war Roters ohnehin immer direkt von den Entscheidungen der Landesregierung in Sachen Nationalpark betroffen. Roters hatte schon seit längerem davon gesprochen, dass er als Kölner Oberbürgermeister die Führung des Vereins abgeben müsse.

Der Dürener Oliver Krischer von Bündnis 90/Die Grünen, der in Hergarten aufgewachsen, am Städtischen Gymnasium Schleiden zur Schule gegangen ist und an der RWTH Aachen Biologie studiert hat, hat gute Karten für die Nachfolge von Roters. Zumal er von 2001 bis 2006 Vorsitzender der Biologischen Station im Kreis Düren und von 2002 bis 2008 bereits im Vorstand des Fördervereins vertreten war. Er kennt also die Arbeit des Vereins von der Pike auf. „Ich möchte mich dafür einsetzen, dass der Förderverein die Rolle einnimmt, die ihm zukommt”, sagte Krischer.

Nicht mehr die Bedeutung

Es sei schon länger klar gewesen, dass Roters den Vorsitz nicht länger übernehmen könne. Natürlich habe der Förderverein heute nicht mehr die Bedeutung, die er in den Anfangsjahren des Nationalparks besaß. Damals sei dies noch die einzige Einrichtung gewesen, die sich mit dem Aufbau des Parks beschäftigt habe. Heute hingegen gebe es das Nationalpark-Forstamt und diverse andere Strukturen. „Ich sehe den Förderverein als Anwalt für die Natur im Nationalpark”, erklärte Krischer. Ihm sei wichtig, dass er zu einer „Bürgerplattform” werde.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert