Konzen - Förderverein „Bruder Theo Call“: Zum Jubiläum ein Abenteuer in Afrika

Förderverein „Bruder Theo Call“: Zum Jubiläum ein Abenteuer in Afrika

Von: Aline Jansen
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Besuch der Baustelle: Bei der Reise im letzten Jahr nach Tansania zu Bruder Theo Call (r.), sah sich Martin Krings (l.) die Fortschritte in Iterambogo an. Foto: Elke Krings
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Bald starten sie in ihr afrikanisches Abenteuer: Rainer Stärk, Bert Korsten, Maria Kaulen, Martin Krings, Elke Krings, Heinz Schreiber, Gerd Thomas, Bernd Mainz, Margit Samili und Michael Förster (v. l.). Foto: A. Jansen

Konzen. Vor 50 Jahren hat Bruder Theo Call, Weißer Vater der Afrika Missionare, Konzen verlassen, um Menschen in Tansania zu helfen. Dieses Jubiläum soll natürlich gebührend gefeiert werden – mit Menschen aus der alten und aus der neuen Heimat.

Deshalb machen sich Anfang Dezember Elke und Martin Krings vom Förderverein „Bruder Theo Call – Weißer Vater der Afrika Missionare“ wieder einmal auf den Weg nach Tansania. Begleitet werden sie dabei von acht interessierten Vereinsmitgliedern.

Langsam wird es spannend für sie und Vorfreude, aber auch ein klein wenig Nervosität machen sich breit. „In den letzten Wochen kamen viele Anrufe aus der Gruppe. Langsam wird es ernst und dabei kommen noch ganz viele Fragen auf“, erzählt Elke Krings, die das schon von früheren Reisen kennt. Welche Kleidung sollte man mitnehmen? Können Geschenke eingepackt werden? Wie viel Gepäck ist erlaubt? Um diese Unsicherheiten zu klären und schon mal einen groben Plan zum Ablauf aufzustellen, gab es jetzt ein Treffen im Hause Krings.

Margit Salimi, Rainer Stärk, Heinz Schreiber, Gerd Thomas und Maria Kaulen sind zum ersten Mal dabei und „schon ganz gespannt, wie es da unten sein wird.“ Einige Einblicke konnten ihnen ihre Mitreisenden Bernd Mainz, Michael Förster und Bert Korsten geben, die Theo Call 2010 schon einmal mit dem Ehepaar Krings besucht haben. „Man kommt nicht als der zurück, als der man hingefahren ist. Wenn man sieht, wie wenig die Menschen dort zum Leben haben und wie glücklich sie damit sind – das verändert einen“, sagte Förster.

Los geht es am 3. Dezember, aber eine solche Reise muss gut geplant werden, und so laufen die Vorbereitungen schon seit über einem halben Jahr. Die Flüge hat Elke Krings für die Gruppe gebucht, doch um einige Dinge muss sich jeder selbst kümmern: Ein mindestens sechs Monate gültiger Reisepass ist nötig, um in Tansania überhaupt einreisen zu können. Außerdem sollte man sich gegen bestimmte Krankheiten schützen. Drei Impfungen gegen Hepatitis A und B, verteilt über ein halbes Jahr, müssen gemacht werden.

Auch Malaria ist in Afrika keine Seltenheit. Zur Vorbeugung helfen zum Beispiel Tabletten, die nicht nur während des Aufenthalts, sondern auch schon vorher und nachher eingenommen werden. Eine Schluckimpfung gegen Cholera ist optional. „Es muss sich jeder dessen bewusst sein, dass das kein Erholungsurlaub, sondern ein Abenteuer wird“, macht Martin Krings den Mitreisenden deutlich.

Anstrengend wird es für die Zehn auf jeden Fall werden, denn sie haben ein straffes Programm: Am 3. Dezember treffen sie sich um 2.30 Uhr in der Nacht beim Ehepaar Krings, um gemeinsam mit einem Taxi zum Düsseldorfer Flughafen zu fahren. Von dort aus fliegen sie um 6.10 Uhr nach Amsterdam und nach einem kurzen Umstieg weiter nach Dar es Salam ganz im Osten von Tansania am Indischen Ozean, wo sie abends um 22.45 Uhr landen.

Dann steht die erste große Hürde bevor: Man muss eine Einreisegebühr von 50 Dollar pro Person zahlen und sich durch einen Wust von englischen Anträgen für ein Visum kämpfen. „Man sieht seine Koffer dabei die ganze Zeit, aber wenn man sie endlich hat, fängt Afrika erst richtig an“, berichtet Martin Krings über seine Erfahrungen am afrikanischen Flughafen.

Wenn man dann das erste Mal nach draußen käme, wäre die Luft zuerst wie ein Schlag vor den Kopf, weil die Luftfeuchtigkeit so hoch sei. Nach einer kurzen Taxifahrt wird die Gruppe das Atiman-House erreichen. In dem ganz einfachen Priesterhaus der Weißen Väter wird sie übernachten, bevor es mittags mit dem Flugzeug weiter geht nach Kigoma im äußersten Westen.

Dort wird Bruder Theo die Gäste mit einigen seiner Leute abholen, und nach einer knapp dreistündigen Autofahrt über holprige Straßen werden sie, wenn alles glatt läuft, am späten Montagnachmittag die Missionsstation in Kabanga erreichen. Dann ist das Klima auch wieder angenehmer, da der Ort viel höher über dem Meeresspiegel liegt als Dar es Salam. Am Dienstag geht das „Besichtigungsprogramm“ rund um die Missionarsstation los: Krankenhaus, Schwesternheim, Werkstätten und das Heim für Albinos, die aufgrund ihrer weißen Hautfarbe in Afrika regelrecht gejagt werden, werden dann angeschaut.

Mittwochs fährt die Gruppe dann mit dem Auto ins etwa 70 Kilometer entfernte Iterambogo, wo gerade ein Großprojekt läuft. Dort bauen Bruder Theo und seine Arbeiter eine Turbine an einem Priesterseminar, um es mit Strom zu versorgen. Hier wird am Donnerstag auch das große Ordensjubiläum, zu dem sogar der Bischof kommen wird, gefeiert – mit Messe, Reden, Festessen und Andacht.

Momentan lebt Bruder Theo zeitweise in Iterambogo, weil es viel zu umständlich wäre, jeden Tag von Kabanga dorthin zu fahren. Er muss aber auf der Baustelle anwesend sein, um die Arbeiter anzuleiten. Seine eigentliche Heimat in Afrika ist und bleibt jedoch Kabanga. Dort hat er sehr viel um die Missionsstation herum aufgebaut und die Infrastruktur maßgeblich verbessert.

Dementsprechend bekannt und beliebt ist der 79-jährige Missionar im Dorf. Aus diesem Grund rechnet Martin Krings damit, dass rund 600 Menschen einen Tagesmarsch auf sich nehmen und sich zu Fuß auf den Weg nach Iterambogo machen werden, um Bruder Theo zu ehren und bei den Feierlichkeiten dabei zu sein.

Am Freitag neigt sich das Abenteuer der deutschen Besucher schon dem Ende zu und sie fliegen wieder zurück nach Dar es Salam. Eigentlich wollte die Gruppe noch einen Tag länger bei Bruder Theo verweilen, doch die nicht täglich gehenden Flüge vom kleinen Flughafen in Kigoma machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Deshalb ist die Gruppe schon Freitagmittag wieder in der Großstadt und wird dort noch eine Nacht in einem Hotel verbringen, bevor es Samstagabend über Amsterdam zurück nach Düsseldorf und in die Eifel geht.

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