Förderschule Eicherscheid: Nochmals „neu nachdenken“

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:

Eicherscheid. Die Schließung der Förderschule Eicherscheid ist beschlossen. Im April 2015 hatte sich die Förderschulverbandsversammlung einstimmig dafür ausgesprochen, dass mit Ablauf des Schuljahres 2018 der Schulbetrieb an der Bachstraße eingestellt wird.

Die Verbandsversammlung, die sich aus politischen und behördlichen Vertretern der Kommunen Hürtgenwald, Monschau, Roetgen und Simmerath zusammensetzt, beugte sich damit den Auswirkungen des 9. NRW-Schulrechtsänderungsgesetzes, das eine Mindestgröße für die Eigenständigkeit von Förderschulen vorschreibt. Diese Größe hätte die Förderschule in Eicherscheid auch perspektivisch nie mehr erreichen können.

Trotz dieser eindeutigen Sachlage ist für den CDU-Landtagsabgeordneten Axel Wirtz noch nicht das letzte Wort über das Schicksal der Förderschule gesprochen. Der für den Südkreis Aachen gewählte Abgeordnete fordert zwei Jahre nach der Beschlussfassung und zwei Monate vor der Landtagswahl, die Diskussion um einen möglichen Fortbestand neu aufzunehmen, „denn leider haben einzelne Behörden und Schulämter zum Teil Schulschließungen übereilt umgesetzt“.

Die CDU-Fraktion fordere daher, zunächst ein Moratorium für Förderschulen zu verhängen. Dies bedeute, „dass keine weitere Förderschule geschlossen werden darf, um nicht weitere Fakten zu schaffen“. In Fällen wie Eicherscheid müsse noch einmal „neu nachgedacht werden“. Aus Sicht der CDU-Landtagsfraktion müsse es „in bestimmten Fällen Ausnahmen von den festgelegten Mindestgrößen der Schulen“ geben, weil gerade im ländlichen Bereich den Schwächeren lange Anfahrtswege zu den Schulen nicht zugemutet werden sollten.

Axel Wirtz sagt, dass es landesweit „erhebliche Kritik am Inklusionsgesetz der rot-grünen Landesregierung“ gebe. Der Inklusionsgedanke sei grundsätzlich gut, „aber hier wird wieder einmal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“.

Die CDU-Landtagsfraktion werde diese Fragen im Falle der Übernahme der Regierungsverantwortung nach dem 14. Mai mit den Fachleuten und Betroffenen erörtern. Wirtz will sich „mit Nachdruck dafür einsetzen, dass unter diesem Gesichtspunkt der Standort Eicherscheid erhalten bleiben kann“, denn Schulen seien nicht nur Lernorte, sondern auch wichtige Bestandteile der kommunalen Infrastruktur.

Den Vorstoß des Stolberger Abgeordneten begrüßt auch Karl-Heinz Hermanns, Vorsteher des Förderschulzweckverbandes. Da die Schulschließung ja erst für 2018 vorgesehen sei, bestehe noch eine „leichte Hoffnung“. Der Ball liege aber bei der Landesregierung. Hermanns: „Warum sollten für ländliche Bereiche nicht Ausnahmeregelungen möglich sein, um den schwächsten Schülern lange Schulwege zu ersparen?“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert