Flugplatz-Ausbau: Auf Merzbrück sollen niemals Düsenjets landen

Von: Jutta Geese
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Die Landebahn wird neu gebaut, der Tower bleibt: Der Flugplatz Aachen-Merzbrück soll für rund 4,6 Millionen Euro ausgebaut werden. Die Ziele: Sicherheit, Lärmreduzierung für die Anwohner und Entwicklung des Geschäftsflugverkehrs. Foto: Ralf Roeger

Würselen. Die wohl eindrucksvollste Anmerkung des Abends kam von Professor Frank Janser: "Wir haben den Flugplatz Aachen-Merzbrück extrem intensiv untersucht. Wir haben so unglaubliche Mengen an Messungen und Simulationen vorgenommen, dass selbst die Genehmigungsbehörden sagen: Es gibt Großflughäfen, die bei weitem nicht so intensiv untersucht worden sind."

Und das Ergebnis des Fluglärmgutachtens, das Janser und sein Team von der Fachhochschule (FH) Aachen erstellt haben, ist eindeutig: Fast alle Anwohner werden nach der Verlängerung und Verschwenkung der Start- und Landebahn weniger als jetzt durch Lärm belästigt werden.

Nur an vier Messpunkten wird es eine "mäßige Erhöhung" des Lärmpegels geben, vor allem verursacht durch den auf Merzbrück stationierten Rettungshubschrauber. Das betrifft vor allem Eschweiler-St. Jöris. Doch auch hier weisen die Messwerte laut Janser "signifikant hohe Abstände zu den gesetzlichen Grenzwerten" auf.

Die Frage der Lärmbelästigung

Dennoch: Kaum eine andere Frage treibt die Anwohner rund um den Flugplatz mehr um als das Thema Lärmbelästigung. Das wurde bei der Informationsveranstaltung zum laufenden Planfeststellungsverfahren für den Ausbau von Merzbrück am Dienstagabend in Würseln deutlich, die von unserem Redakteur Robert Esser moderiert wurde.

Viele der mehr als 150 Teilnehmer aus Eschweiler, Aachen und Würselen stellten den Fachleuten kritische Fragen. Ihre größte Sorge: Werden demnächst auch sogenannte Strahlflugzeuge auf Merzbrück starten und landen? Nein, versicherten sowohl Heinz Mellmann vom Büro Project Airport aus Stuttgart, das für die technische Planung des Flugplatzausbaus verantwortlich zeichnet, als auch Uwe Zink, Geschäftsführer der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH (FAM). Düsenjets wolle man "grundsätzlich nicht" zulassen, sagte Zink, das habe man in den Gesprächen mit der Genehmigungsbehörde ausgeschlossen. Mit 18 Meter Breite und 1160 Meter Länge, davon 947 Meter für Starts und Landungen nutzbar, sei die neue Start- und Landebahn für solche Flugzeuge auch nicht ausgelegt.

Doch die Bürger hakten immer wieder skeptisch nach. Schon aus wirtschaftlichen Gründen könne die FAM doch nicht auf Strahlflugzeuge verzichten. Und so eine Genehmigung zu ändern, sei doch nur ein Verwaltungsakt, so ein Teilnehmer. So einfach gehe das nicht, erklärte Zink.

Und Mellmann verwies darauf, dass das Verfassungsgericht NRW beispielsweise einen solchen Ausschluss für den Flugplatz Essen-Mülheim bestätigt habe, obwohl dort die Landebahn 30 Meter breit und 1500 Meter lang sei.

52.000 Starts und Landungen pro Jahr?

Ob die Verlängerung der jetzt 520 Meter langen Bahn denn dann überhaupt nötig sei, wollte ein Anwohner wissen. Dies sei aus drei Gründen erforderlich, erklärte Mellmann: zur Sicherheit, zur Lärmreduzierung und zur Entwicklung des Geschäftsflugverkehrs.

Von Letzterem, so Würselens Bürgermeister Arno Nelles, profitiere die gesamte Region, zumal das geplante Gewerbegebiet am Flugplatz neue Firmen anziehen werde. Prognostiziert werde, dass die Zahl der Starts und Landungen von derzeit 40.000 auf 52.000 im Jahr 2023 gesteigert werden könne. Und damit auch die Wirtschaftlichkeit des Flugplatzes, so Zink, der versicherte, der Ausbau werde nicht teurer als die veranschlagten 4,6 Millionen Euro plus Inflationsrate.

Aus ökologischer Sicht gibt es übrigens laut Gutachten des Aachener Landschaftsarchitekten Peter Aubry keine erheblichen Auswirkungen durch den Ausbau.
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