Flüchtlingszahl: Eine Prognose ist kaum möglich

Von: P. St.
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In der Flüchtlingsunterkunft Langschoß ist derzeit rund die Hälfte der Asylbewerber in der Gemeinde Simmerath untergebracht. Foto. P. Stollenwerk

Simmerath. Gerade einmal 0,8 Prozent der Simmerather Bevölkerung sind Flüchtlinge, aber die aktuell im Gemeindegebiet lebenden 120 Personen sind dennoch ein beträchtlicher Kostenfaktor für den kommunalen Haushalt.

Dies wurde auch deutlich bei der Vorstellung des Sozialberichtes 2014 der Gemeinde Simmerath im Rahmen der Sitzung des Schul- und Sozialausschusses durch Sozialamtsleiterin Monika Johnen.

Die so genannten „Nettoaufwendungen“ im Jahr 2014 betrugen 590.000 Euro. Zum Ende des Jahres 2014 bezogen 107 Personen Leistungen nach den Vorgaben im Asylbewerberleistungsgesetzes. Insgesamt waren es sogar 756.000 Euro Kosten, aber ein Teil wurde vom Land übernommen.

Dennoch ist aus der Sicht des Simmerather Bürgermeisters Karl-Heinz Hermanns die finanzielle Misere der meisten Kommunen in Nordrhein-Westfalen unmittelbar in Zusammenhang mit den gestiegenen Soziallasten zu sehen. Bund und Land seien hier gefordert, endlich ihrer Verantwortung für die Stärkung des kommunalen Finanzausgleiches nachzukommen, hatte Hermanns einmal mehr im Zusammenhang mit den derzeit laufenden Etatberatungen in Simmerath gefordert.

Auch wenn das Land anerkennenswerterweise seine Unterstützung erhöht habe, verbleibe für Simmerath im laufenden Jahr 2015 die noch immer beachtliche Summe von 501.000 Euro.

Der Sozialbericht 2014 listet detailliert die einzelnen Kostenstellen auf. Zur Sicherstellung des Lebensunterhaltes wurden im vorigen Jahr 385.000 Euro aufgewendet. Weiterhin fielen 16.000 Euro für eine pflegebedürftige Person an, die bis zu ihrem Tod ein halbes Jahr lang in einem Seniorenheim untergebracht wurde.

Auch die ärztliche Versorgung der Flüchtlinge, von Zahnarztbesuchen bis hin zu stationären Klinikaufenthalten, ist ein beträchtlicher Kostenfaktor, der 2014 mit 121.000 Euro zu Buche schlug.

Die Bewirtschaftung der Flüchtlingsunterkunft Langschoß wurde mit knapp 100.000 Euro angesetzt, wobei die Heizkosten (46.000 Euro) und die Stromkosten (27.000 Euro) die größten Posten sind. Außerdem investierte die Gemeinde weitere 19.000 Euro in die Instandhaltung der Unterkunft. Das gemeindeeigene Fahrzeug, das ausschließlich für Fahrten der Asylbewerber genutzt wird, verursachte 4600 Euro Unterhaltungskosten.

Eine nicht zu unterschätzende finanzielle Größe sind auch die Personalkosten (Verwaltung, Hausmeister, Bauhof), die im vergangenen Jahr mit 100.000 Euro angesetzt wurden. Schließlich wurden noch knapp 4000 Euro an Asylbewerber ausgezahlt, die kleinere Arbeiten verrichteten.

Der Großteil der Flüchtlinge (etwa 50 Personen) ist derzeit in der Unterkunft Langschoß im Lammersdorfer Wald untergebracht. Aufgrund der erhöhten Zuweisungen waren Ende des vergangenen Jahres aber rund 50 Personen in Wohnungen verschiedener Orte untergebracht, die durch das Sozialamt angemietet wurden. Die kath. Pfarrgemeinde Steckenborn stellte das ehemalige Pfarrhaus für die Unterbringung von vier Flüchtlingen mietfrei zur Verfügung.

Eine seriöse Prognose über die weitere Entwicklung der Flüchtlingszahlen ist laut Monika Johnen derzeit nicht möglich.

Im Sozialbericht wird auch die hohe Bedeutung eines seit dem Jahr 2013 tätigen Arbeitskreises hervorgehoben, der aus rund 25 Personen besteht und insbesondere die in Langschoß untergebrachten Flüchtlinge ehrenamtlich betreut, sei es bei Arztbesuchen oder beim Übersetzen von behördlichen Schreiben. Außerdem hätten die Mitarbeiter des Arbeitskreises stets ein offenes Ohr für die persönliche Situation der Betroffenen.

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