Flüchtlingsunterkunft: Verwaltung arbeitet in drei Schichten

Von: P. St.
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Aktuell 146 Flüchtlinge sind im ehemaligen Hauptschulgebäude auf der Haag in Monschau untergebracht. Der Kontakt in die Heimat bestimmt häufig den Alltag. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Seit 14 Tagen sind sie jetzt in Monschau, aber in der Öffentlichkeit sieht man nur wenige von ihnen: Die rund 150 Flüchtlinge, die im ehemaligen Hauptschulgebäude auf der Haag untergebracht sind, bevorzugen die Pausenhalle als zentralen Aufenthaltsraum.

Vielen Menschen aus den südlichen Regionen, die teilweise noch mit Flip-Flops an den Füßen über Flure und durch ehemalige Klassenräume schlendern, dürfte der frische Eifelherbst trotz Dauer-Sonnenschein ein wenig kühl daherkommen. Die Atmosphäre in dem großzügig geplanten 1970er-Jahre-Gebäude wirkt entspannt. Viele sind mit ihren Smartphones beschäftigt oder unterhalten sich angeregt.

Nicht ganz so friedlich ging es kurzfristig am Dienstagabend zu, als gegen 21.30 Uhr ein Streifenwagen zur Haag gerufen wurde. Im Gebäude war es aus noch nicht geklärter Ursache zu einem handfesten Streit zwischen zwei Männern, pakistanischer und afghanischer Herkunft, gekommen. Einer der Beteiligten hatte auf seinen am Boden liegenden Widersacher eingetreten. Die Streithähne wurden getrennt und anschließend in Absprache mit der Einrichtungsleitung in weit voneinander entfernt liegenden Räumen untergebracht. Die Polizei sprach von einem Routineeinsatz. Ein Streifenwagen der Polizei lässt sich in unregelmäßigen Abständen vor der Einrichtung blicken.

Die Ausstattung der Monschauer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes NRW bietet eigentlich keinen Grund zur Klage, wie Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion Aachen betont. Im Vergleich zu vielen anderen Einrichtungen könne man in Monschau auf der Haag von einer „Idylle“ sprechen, sagt Funken.

Da die Kapazitäten in den Unterbringungseinrichtungen des Landes derzeit vollständig belegt sind, hatte die Bezirksregierung Köln vor 14 Tagen mitgeteilt, dass kurzfristig insgesamt 500 zusätzliche Flüchtlinge in der Städteregion Aachen aufzunehmen seien. Die Städteregion Aachen bereitete die erforderlichen Maßnahmen in enger Abstimmung mit den Kommunen und den Hilfsorganisationen auch in Monschau vor.

Am Montag vernahm man Gerüchte in Monschau, dass weitere 150 Flüchtlinge zur Haag gebracht worden seien. Dies treffe nicht zu, sagt Funken. Aktuell seien hier 146 Personen untergebracht. Es sei aber „denkbar, dass diese Zahl nicht lange Bestand“ habe. Einige Mitarbeiter der Städteregionsverwaltung seien im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr im Einsatz, um die zahlreichen organisatorischen Aufgaben zu bewältigen. Auch die vielen ehrenamtlichen Kräfte stellten eine große Hilfe dar. Diese seien aber teilweise an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Funken: „Nur gemeinsam kann man eine solche Aufgabe bewältigen.“ Ab dem heutigen 1. Oktober geht die Trägerschaft der Einrichtung wie vereinbart auf die Bezirksregierung über.

Am Mittwochabend wurde im Rahmen der kommunalen Hilfe damit begonnen, die neue Notaufnahmestelle des Landes auf dem Gelände der „Funk“ in Höfen herzurichten. Zunächst einmal wurden hier 90 Plätze für Flüchtlinge hergerichtet.

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