Flüchtlingsunterkunft: Hauptschule würde zur Verfügung stehen

Von: P. St.
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Als Schule ausgedient: Das Gebäude der Hauptschule auf der Monschauer Haag steht seit Ende des Schuljahres leer, und wird jetzt von der Stadt Monschau als Notunterkunft für Flüchtlinge ins Gespräch gebracht. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Monschau. Die Hauptschule Monschau auf der Haag ist seit Ende des vergangenen Schuljahres Geschichte. Seitdem die letzten Schüler den markanten Beton-Flachbau in typischer 1970er-Jahre- Architektur vor etwa einem Monat verließen, steht das Gebäude leer.

Wäre das Gebäude vor dem Hintergrund der momentan verstärkt auftretenden Flüchtlingsströme und den damit verbundenen erheblichen Unterbringungsprobleme des Landes NRW nicht eine ernsthafte Alternative, um hier vorübergehend Flüchtlinge unterzubringen?

Gute Erfahrung auf dem Hargard

Diese Frage hat man sich aktuell auch schon bei der Stadt Monschau gestellt, wie Bürgermeisterin Margareta Ritter am Dienstag auf Anfrage bestätigte. In dieser Woche werde man Kontakt mit dem Land aufnehmen und das Hauptschulgebäude als mögliche Notunterkunft ins Gespräch bringen. Ritter: „Eine solche Nutzung ist für uns vorstellbar.“ Direkt angeboten habe man das Gebäude bislang zwar noch nicht, auch weil noch wichtige Fragen zu klären seien. Derzeit werde die Schule ausgeräumt, was noch etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen werde. Die Sanitäranlagen des Gebäudes seien zudem nicht ausreichend, und die angrenzende Turnhalle könne wegen der laufenden Sanierung derzeit nicht genutzt werden.

Mit der kurzfristigen Unterbringung von Flüchtlingen hat man in der Stadt Monschau bereits Erfahrungen gesammelt. Im Herbst des vergangenen Jahres wurde die Jugendherberge Hargard für gut drei Monate zur Verfügung gestellt, um hier Flüchtlingsfamilien unterzubringen, die nach ihrer Ankunft in Deutschland zunächst einmal zur Ruhe kommen sollten, um dann auf weitere Kommunen verteilt zu werden.

„Diese Maßnahme ist sehr ruhig und friedlich abgelaufen“, weiß Margareta Ritter und kann sich vorstellen, „dass die Bezirksregierung durchaus wieder gerne auf uns als Partner zugehen würde.“

Aus der Phase der Unterbringung in der Jugendherberge habe man die Erkenntnis mitgenommen, dass es keine große Auseinandersetzung im Hinblick auf den Integrationsbedarf gegeben habe. Die ankommenden Flüchtlinge bedürften zunächst einmal einer Erholungspause, um nach teilweise traumatischen Erlebnissen auf der Flucht zur Ruhe zu kommen. Daher sehe sie auch keine Probleme mit der Akzeptanz in der Bevölkerung, falls die Hauptschule konkret als Notunterkunft in Betracht gezogen würde.

Als die Unterbringung der Flüchtlinge in Monschau im Herbst des vorigen Jahres angestanden habe, sei auch das Gelände der „Funk“ bei Höfen als mögliche Alternative diskutiert worden. Diesen Platz habe man jedoch seitens der Stadt als ungeeignet abgelehnt.

Mit Blick auf die sich weiter zuspitzende Situation der Flüchtlingsunterbringung in NRW sieht Margareta Ritter auch die Kommunen in der Verpflichtung, dem Land zu helfen und nicht nur Leistungen entgegenzunehmen. „Jetzt müssen alle Verantwortung tragen“, appelliert sie an den Solidaritätsgedanken.

Wie groß die Not des Landes derzeit bei der Unterbringung von Flüchtlingen ist, zeigte sich auch Anfang Juli in Einruhr, als hier innerhalb von kürzester Zeit 130 Flüchtlinge in ein zurzeit leerstehendes Hotel einzogen, das der Eigentümer der Bezirksregierung als Notunterkunft angeboten hatte. Diese Maßnahme hatte wegen ihrer Kurzfristigkeit für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt und auch die Frage aufgeworfen, ob bei einem Ort mit 570 Einwohnern hier noch die Verhältnismäßigkeit gewahrt sei. Heftige Kritik war auch daran geübt worden, dass die Information der Bezirksregierung überaus kurzfristig erfolgte und die Bevölkerung sich geradezu von der ungewohnten Situation überrumpelt fühlt, wie bei einer Bürgerversammlung in der vorigen Woche deutlich wurde.

Dass eine solche Situation aber auch andere Kommunen in der gleichen Form trifft, wurde erst am Montag deutlich, als der Stadt Aachen die Ankunft von 300 weiteren Flüchtlingen angekündigt wurde, die binnen 24 Stunden eintreffen würden. Insgesamt leben in Aachen derzeit 1500 Flüchtlinge. So wurde eilends das Inda-Gymnasium in Kornelimünster als Notunterkunft hergerichtet, derweil bei der Stadtverwaltung ein Krisenstab gebildet wurde und man gleichzeitig Kopfschütteln angesichts der Kurzfristigkeit der Anweisung zeigte. 14 Tage sollen die Menschen hier nur bleiben; schließlich beginnt am 12. August wieder der Schulunterricht.

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